Warum du der Kraft deines Herzens wieder vertrauen darfst
Es gibt Zeiten in unserem Leben, da scheint sich die Welt draußen schneller zu drehen, als jemals zuvor. Und eine solche Phase erleben wir jetzt. Alles wird noch lauter, alles wird noch unruhiger, alles wird noch unübersichtlicher, als es in letzter Zeit sowieso war. Absolut nichts mehr ist so, wie es vor wenigen Jahren noch war. Und vielleicht spürst du, wie so viele da draußen, genau das gerade auch. Ein unterschwelliges Ziehen. Eine innere Unruhe, die sich noch intensiviert. Ein Gefühl von, dass es nicht sein kann, dass alles immer noch schlimmer wird und dass irgendwas da gewaltig nicht stimmt. Ist es wirklich die Unfähigkeit gewisser Leute da draußen oder steckt doch pure Absicht dahinter, dass in der Welt alles so ist, wie es jetzt grade ist? Dabei ist das Gefühl in dir nicht unbedingt greifbar. Aber du kannst es sehr deutlich spüren. Es ist wie ein Sturm, der sich in dir zusammenbraut und das Getöse dabei immer lauter und lauter wird. Der nicht nur da draußen tobt – sondern der längst damit angefangen hat, auch in deinem Inneren immer höhere Wellen zu schlagen.
Dabei gab es für uns eine Zeit, in der das Außen uns Halt gegeben hat. In dem das Außen uns sicher erschien.
Es waren immer dieselben Strukturen, dieselben Sicherheiten, dieselben Gewohnheiten – das war mal unsere Realität und scheinbare Normalität. Und aus dieser scheinbaren Normalität reißt uns die derzeitige Realität immer mehr raus. Denn absolut nichts ist da draußen mehr sicher.
Nichts, auf das du dich in der Welt draußen beziehen kannst, ist noch vorhanden. Weil es keinen Bestand hat.
Alles, woran wir uns lange Zeit orientiert haben, was vielleicht nicht perfekt, uns aber vertraut war, bricht unter uns weg. Und sehr viele Menschen verlieren den Halt unter ihren Füßen. Weil er uns scheinbar mit Absicht entzogen wird. Ihr Weltbild, das sie über so lange Zeit für sich gewohnt waren, bricht jetzt zusammen.
Mit der Krise in 2020 hat es den Anfang genommen. Da wurde uns allen der Boden unter den Füßen unserer Bequemlichkeit - im wahrsten Sinne des Wortes gestohlen. Er war einfach weg. Und seitdem hat sich alles verändert. Nichts da draußen bietet mehr Sicherheit. Urplötzlich war alles anders. Und wir mussten unsere Gewohnheiten zwangsweise ändern. Unsere bis dahin gewesene Normalität ist uns entschwunden.
Schleichend und doch offensichtlich kehrt etwas ein, was wir alle nicht wollen. Was zu viele für sich aber immer noch dulden.
Es wiederholt sich, was vor mehreren Generationen schon da war. Und seitdem da ist. Es ist ein und dasselbe Muster, nur dass die äußere Gestalt sich gewandelt hat. Aber es ist eine beständige Wiederholung des Alten. Weil die Menschen immer noch festhalten wollen, an alten Strukturen, die sie gewöhnt sind, die aber längst nicht mehr funktionieren. Weil sie schlicht künstlich erschaffen und einfach nicht echt sind. Und niemals echt waren.
Es ist ein Übergang in eine andere Zeit. Von einer Zeit, die zwar stabil in sich war oder zumindest für uns so schien – hin zu etwas, was wir nicht kennen. Und was uns unheimlich ist. Was wir nicht greifen können und deshalb ablehnen. Und an genau diesem Punkt fängt für die meisten von uns die eigentliche Herausforderung an. Da die meisten Angst vor Veränderung haben.
Obwohl der Wandel an sich völlig natürlich ist. Der Wandel an sich ist ein natürlicher Zyklus. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen.
Sehen wir einen natürlichen Wandel als unsere Bedrohung und als Gefahr an oder sehen wir den Wandel an sich auf neue Chancen. Und ergreifen die Möglichkeiten, die diese Chancen uns bieten.
Obwohl der derzeitige Wandel der Welt sehr offensichtlich nicht natürlichen Ursprungs ist, sondern die Konsequenz aus einer künstlichen Welt, die auf Dauer als Lüge, auf der sie aufbaut, nicht funktioniert. Da jegliche Lüge irgendwann auffliegt. Und das ist derzeit gerade der Fall.
Wir alle sind seit geraumer Zeit auf vermeintlichen inneren und auch äußeren Mangel trainiert. Wir sind alle von klein auf auf Anpassung und auf Gehorsam getrimmt. Wir werden alle gezielt auf Krieg und Unfrieden programmiert – der in Familien und all unseren ungeheilten Beziehungen schon längst anwesend ist - uns werden vermeintliche Überbevölkerung suggeriert und diverse, scheinbar vorhandene, Krisen implementiert. Uns wird erzählt, dass es für so viele Menschen von vielen Dingen angeblich viel zu wenig gibt. Uns wird erzählt, wir müssten kämpfen, um echten Frieden oder die wahre Liebe zu finden. Uns wird erzählt, wir müssten bald alle hungern und frieren. Nur weil gewisse Leute beschließen, die Masse der Menschen immer noch mehr gezielt ins Unglück zu führen.
Wenn ich mir allerdings Videos anschaue - auf Youtube - von Vanlifern die mit ihren Campern überall um die Welt reisen oder von Radreisenden, die überall auf der Welt unterwegs sind, sehe ich keinen Mangel. Ich sehe keinerlei Überbevölkerung. Ich sehe keinerlei Unfrieden oder gar Krieg.
Nein – was ich tatsächlich sehe, ist wunderschöne Natur. Da gibt es viele Kilometer weit keinen einzigen Mensch, der dort lebt. Nein. Denn es ist pure Natur, die wirklich da ist. Pure Natur, die du genießen und in der du dich ganz alleine verlieren kannst. Nicht, indem du dich selber verlierst, sondern in dem du hinein sinkst in deine Natur. In dein wahrhaftiges und authentisches Sein, in das du natürlicherweise geworfen wirst, wenn du allein bist. Wenn du die Stille genießt, die in dieser puren Natur herrscht. Ich sehe Frieden, so weit der Blick reicht. Und ich sehe Menschen, die voller Frieden und Harmonie und so gastfreundlich sind, wie wir es in unserem Land nur erträumen können.
Sämtliche Lügen der Welt werden entdeckt - aufgedeckt. Und entlarvt. Ja, die Lügen und Lügner der Welt zerstören sich selbst gerade mit mächtigem Lärm. Und wenn wir das Außen als unseren beständigen Halt verlieren, entsteht oft eine ganz natürliche Reaktion:
Wir versuchen noch mehr, uns an dem Alten, an unserer Gewohnheit, zu orientieren und halten deshalb zu oft so vehement daran fest.
Sicherlich kennst du es von dir, dass du dann viel mehr liest, dich noch viel mehr informierst, weil du versuchst, zu verstehen. Denn dein Verstand will es einordnen, was du da draußen erlebst. Was da so alles passiert, in dem die Welt - oder auch deine Familie oder Beziehung - scheinbar zusammenbricht.
Dabei solltest du dich auf keinen Fall von dubiosen Horrormeldungen verschiedenster Quellen beeinflussen und dir deine Energie entziehen lassen und dich danach ausrichten, dass angeblich oder auch wirklich sehr bald (wieder) sehr schlimme Dinge im Außen passieren, die unausweichlich auf uns alle schon zurollen. Und es dann den einen ganz großen Knall gibt. Denn vieles im Außen entspricht nicht der Wahrheit. Es ist sehr viel Schein da draußen zu sehen und nicht die wirkliche Wahrheit. Die existiert da draußen schlicht nicht. Was da draußen passiert, ist der Zusammenbruch der alten Welt. Der alten Struktur des Lügengerüsts, das als künstlich aufgebautes System jetzt endgültig ausgedient hat. Und in keiner Weise mehr funktioniert. Du solltest dieser ständigen Panikmache im Außen nicht folgen.
Sondern das, was du in Wahrheit willst, ist wirkliche Klarheit gewinnen. Und dein Herz kennt die wirkliche Wahrheit.
Doch je mehr du danach im Außen suchst, desto mehr Stimmen tauchen urplötzlich auf, die sich permanent widersprechen. Der eine sagt das, der nächste prophezeit was ganz anderes. Und viele davon schüren einfach nur Panik und Angst. Plappern den anderen nach, ohne die Quellen seriös zu prüfen. Und es wird lauter und immer lauter und die Unruhe steigert sich noch mehr. Und sehr viele verfallen dann in Panik und Angst.
Und irgendwann wird dir bewusst, dass du im Außen keinerlei Ruhe mehr findest. Ganz egal, wie sehr du auch darauf pochst, dass dort die Ruhe doch endlich mal einkehrt. Denn dort kehrt wirkliche Ruhe sobald nicht ein.
Im Gegenteil. Der ganz große Knall wird im Außen noch folgen. Wie auch immer er aussieht. Ja, er muss sogar folgen, weil sich erst dadurch dann alles auflösen und wieder gut werden kann. Allerdings dann gänzlich anders sein wird, als es vorher mal war. Was auch für deine Familie und (dann geheilten) Beziehungen gilt.
Alles wird anders sein, als du es bisher gewöhnt bist. Auch in der Liebe. Die fundamentale Frage ist nur, wie du für dich damit umgehst!
Lässt du dich triggern und provozieren, dir Panik und Angst machen und in deinem alltäglichen Leben beeinflussen, oder folgst du deiner inneren Stimme. Vertraust auf deine ureigene Wahrnehmung. Und sorgst für den schlimmsten Fall, so gut du kannst, vor.
Denn es gibt einen Moment – ganz leise und meist unbemerkt, in dem sich etwas Entscheidendes deutlich verschiebt. Allerdings nicht im Außen. Sondern in dir.
Es ist ein Moment, in dem du anfängst zu spüren, dass die Ruhe, nach der du suchst, gar nicht da draußen liegt. Ja, sie dort gar nicht liegen kann. Weil es deine Erwartungen sind, die sich hier nicht erfüllen. Ja, die dich enttäuschen müssen, damit du verstehst. Und an genau diesem Punkt fängt etwas Neues an. Nicht als Rückzug. Und nicht als Flucht. Sondern als ganz bewusste Bewegung. Es geht weg vom ständigen Beobachten und Kommentieren, was da im Außen passiert. Hin zu dem, was in dir selber geschieht.
Und plötzlich wird etwas sichtbar für dich, das vorher vom Lärm deiner Gedanken zugedeckt war: Deine eigene innere Wahrnehmung.
Dein wahres Gefühl. Deine ureigene Wahrheit. Deine ganz eigene, vielleicht noch sehr leise, Stimme. Und vielleicht fragst du dich dann: Warum gerade jetzt? Warum fühlt sich alles viel intensiver als sonst an?
Dabei ist die Antwort viel einfacher, als die meisten denken – und gleichzeitig ist sie viel tiefer, als es für dich auf den ersten Blick scheint. Denn - das Außen wird deshalb immer noch lauter und immer noch unruhiger und immer noch unübersichtlicher, damit du endlich damit anfängst, deine Aufmerksamkeit nach innen zu richten.
Damit du endlich aufhörst damit, dem Außen deine gesamte Kraft, Energie und Aufmerksamkeit zu schenken und dich ganz auf dich selber besinnst. Damit du damit anfängst, auf deine wahre innere Stimme endlich zu hören.
- Nicht, um dich von dieser Welt abzuschotten
- Nicht, um zu ignorieren, was da jetzt Weltweit passiert
- Sondern um dich selbst wieder wahrzunehmen und auf deine innere Wahrheit endlich zu hören
Denn es gibt eine Kraft in dir, die unabhängig vom Außen ist. Der es völlig egal ist, was da im Außen so alles passiert. Eine Kraft, die nicht noch lauter wird, wenn es sowieso unruhig und laut um dich herum ist.
Sondern die stiller wird. Klarer wird. Ruhiger wird. Und genau darin liegt ihre Stärke. Doch diese Kraft lässt sich nicht erzwingen. Da sie in deinem Verstand und in deinen Gedanken nicht existiert. Du kannst sie im Außen nicht finden. Und wenn du die ganze Welt danach absuchst.
Diese Kraft entsteht aus Verbindung. Aus der Verbindung mit dir. In deiner Tiefe. Völlig unabhängig davon, was zu irgendeiner Zeit irgendwo in der Welt draußen passiert.
Allerdings versuchen sehr viele Menschen jetzt, innerlich stark zu sein. Sich zusammenzureißen. Sich noch mehr zu kontrollieren und noch viel mehr zu funktionieren. Weil sie denken, dann wird alles gut. Versuchen dabei, sich nicht beeinflussen zu lassen, von dem Geschehen der Welt. Was den meisten aber niemals gelingt. Da sie in Wahrheit in innerer Panik sind. Von der es vielleicht eine Zeitlang gelingt, sie wegzudrücken und zu versuchen, sie stoisch zu ignorieren, aber auf Dauer kann und wird das niemals gelingen.
Und es nicht das ist, worum es eigentlich geht.
Denn es geht gar nicht darum, dass du in deiner Tiefe von niemand und nichts berührt wirst. Es geht jetzt im Gegenteil darum, dass du ganz bei dir selbst bleibst, auch wenn du - oder gerade weil du - in deinem Inneren von etwas oder von jemand zutiefst berührt bist. Das ist was vollständig anderes.
Und es gibt einen Punkt, an dem sich alles verändert. Leise zuerst. Fast unbemerkt. Und dann immer lauter. Und du hörst auf, im Außen die Ruhe zu suchen. Denn du fängst an, sie in dir zu spüren. Nicht, weil das Außen urplötzlich still wird. Sondern weil du in deinem Inneren still und immer stiller wirst.
Und das ist dann erstmal der Anfang. Noch nicht das Ende. Noch nicht das endgültige Ergebnis.
Es ist der Beginn von etwas viel Tieferem: Nämlich die tiefe Verbindung zu deinem Inneren. Zu deiner Essenz. Zu deinem wahrhaftigen Selbst. Zu deiner inneren Wahrheit. Aus deiner ureigenen Wahrnehmung. Hin, zu deiner ganz eigenen Form der Klarheit in dir. Und vielleicht musst du gerade gar nichts verändern. Nichts auflösen. Und nichts erzwingen.
Sondern es reicht vielleicht für diesen Moment, dass du einfach nur wahrnimmst: Was passiert gerade im Außen – und was passiert gerade bei dir, in deinem Inneren? Und diesen Unterschied zwischen beidem bewusst zu fühlen.
Denn je lauter die Welt wird, desto zerbrechlicher alles im Außen erscheint, desto kostbarer ist deine Stille in dir. Mit der du sämtlichen Stürmen des Lebens unerschütterlich widerstehst. Wie ein uralter Baum, der schon seit Urzeiten lebt. Und viele Stürme erlebt hat und dabei immer noch steht. Weil er sehr tiefe Wurzeln hat, die ihn mit unserer Erde und seiner Natur ganz fest verbinden. In der er ganz tief verankert ist.
Und genau hierin liegt dann der Schlüssel für dich, den du im Außen vergeblich die ganze Zeit suchst.
Und vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem du für dich anfängst, der leisen Kraft in dir wieder mehr zu vertrauen – und dich auf eine tiefere Reise zu dir selbst einzulassen.
In meinem neuen Buch, das im Mai erscheint: „Die Kraft unserer Herzen – wie deine ureigene Wahrheit aus deinem Herzbewusstsein erblüht“ öffne ich dafür einen Raum, der dich genau dorthin begleitet.
© Von Herzen, Isi Winderberg
Warum sich manches in deinem Leben permanent wiederholt
Sicherlich kennst du das. Etwas in deinem Leben oder auch in der Liebe wiederholt sich in einer Endlosschleife und das in einer zermürbenden Weise, so dass du einfach nicht weiter weißt. Du versuchst alles, um aus dieser Schleife der ständigen Wiederholung zu kommen, aber was du auch tust, es gelingt dir nicht wirklich. Du bist es müde und hast diese ständige Wiederholung satt, weil du ständig getriggert wirst. Und dich das immer wieder aus deiner gewohnten Bequemlichkeit reißt. Du dich deshalb wieder und wieder mit ein und demselben Thema beschäftigen musst. Was du nicht willst. Du willst nur raus aus diesem ständigen Kreislauf. Weil du dich darin gefangen fühlst. Dabei willst du nichts weiter, als eigentlich nur in deine innere Freiheit gelangen.
Es fängt nicht immer mit der Begegnung mit einem anderen Menschen an. Auch wenn wir zumeist glauben, dass es so ist. Oft fängt es mit einem Gefühl an. Irgendwas in uns fühlt sich seltsam an. Wir sind innerlich unruhig. Oder nervös. Etwas in uns zieht sich zusammen, das wir aber nicht greifen oder in passenden Worten für uns definieren können. Wir fühlen nur, das irgendetwas nicht stimmt. Wir nennen das Intuition oder auch Bauchgefühl. Hören darauf aber leider zu oft nicht, bevor wir uns selbst wirklich bewusst sind. Denn genau dort sitzt die Wahrheit.
Manchmal sind es auch Situationen im Außen, die sich permanent wiederholen. Immer wieder. Und immer wieder in anderer Form. Es verlagert sich oft auf andere Ebenen. Mit anderen Menschen. Und doch mit derselben inneren Reaktion. Wir fühlen uns unwohl. Und haben Angst. Oder wir zweifeln. Schrecken zurück. Sind tief erschüttert. Oder verletzt. Werden dann wütend. Spüren tiefe Verzweiflung. Weil wir uns hilflos oder einer Situation ausgeliefert fühlen.
Du kennst das bestimmt, dass dich im Außen etwas sehr tief berührt, oder genauso tief triggert. Dass du auf jemanden triffst und sofort spürst, hier ist etwas da. Etwas ist anders als sonst. Oder dass dich irgendwas wütend macht. Verunsichert oder zutiefst fasziniert.
Und die Situation wiederholt sich und wiederholt sich und das immer schneller. Wird mit jeder einzelnen Wiederholung für uns immer schlimmer.
Und oft glauben wir dann, das hat was mit dem anderen Menschen zu tun. Der andere bringt uns zur Weißglut. Oder verstört, enttäuscht und verletzt uns. Oder der andere ist gar ein ganz besonderer Mensch. Sonst würden wir ihn nicht so sehr bewundern.
Doch in Wahrheit führt uns das immer wieder an ein und denselben Punkt zurück: Zu uns, in unser Inneres.
Denn das, was dich im Außen so sehr bewegt und berührt, was sich im Außen so oft wiederholt und dich zermürbt, ist kein Zufall. Es zeigt dir etwas. Nicht immer sofort. Nicht immer klar. Manchmal ist die Sicht auf etwas im Außen diffus und verschwommen. Aber immer grundehrlich.
Das, was du am meisten ablehnst, trägt oft eine Wahrheit in sich, die du noch gar nicht sehen willst. Die du verleugnest. Und von dir selbst, so weit wie nur möglich, wegschiebst. Was du am meisten bewunderst, über das du spottest, dich darüber lustig machst, wenn du sarkastisch bist oder auch beißenden schwarzen Humor hast, zeigt dir etwas, was in dir selbst die ganze Zeit da ist. Was du aber nicht lebst und nicht beachtest. Es ignorierst und verdrängst, anstatt es zu heilen.
Und das, wovor du am meisten Angst hast, zeigt dir genau den Punkt, an dem du dich dir selbst noch verweigerst. Es zeigt dir, wo du dich selber vermeidest. An dem du dich selbst noch nicht vollständig siehst und erkennst und dich selbst noch nicht annimmst. Und akzeptierst. Dir selbst nicht vertraust.
Die Welt und das Geschehen draußen, ist niemals ein Zufall. Die zermürbende Wiederholung von Dingen in deinem Leben oder auch in der Liebe passiert nicht aus Zufall. Sie ist in gewisser Weise dein eigenes Schicksal. Das Schicksal, das du dir selber erschaffst.
Denn die gesamte Welt ist ein Spiegel. Dein Spiegel. Und zeigt dir das Muster deiner Vermeidung.
Nicht, um dich zu verunsichern. Nicht, um dir Angst machen zu wollen. Nicht, um dich aus deiner Mitte herausholen zu wollen. Nicht, um dich mit Absicht zu ärgern. Oder dich gar in deiner Seele verletzen zu wollen. Sondern um dich zu verbinden, mit deinem Inneren.
Und dazu wirst du getriggert. Mit Wiederholung. Und manchmal ganz intensiv. Um dich hineinzuführen in deine ureigene Tiefe. In deine innere Wahrheit. In deine ureigene Wahrnehmung. In dein wahrhaftiges Selbst. In deine Essenz.
Und genau das ist der Ruf deiner Seele.
Manchmal mit Drama. Das wir uns immer wieder neu selber kreieren – nicht die anderen. Sondern wir selbst kreieren uns unser eigenes Drama, in dem wir oft lange Zeit leben. Und sich so alles im Außen permanent für uns wiederholt. Weil wir in unserem Inneren für uns nichts verändern.
Manchmal ruft unsere Seele ganz laut und manchmal ist sie ganz still.
Und auch dieses Schweigen in uns sagt etwas aus. Gerade die Stille ist oft gefährlich. Denn wenn etwas in uns - oder im Außen ein anderer Mensch - bewusst schweigt und einfach nur still ist, wirkt das bedrohlich. Was es aber nicht ist. Es triggert uns nur. Und zeigt uns die Wahrheit. Über uns. Nicht über den anderen. Und das oft auf äußerst hartnäckige Art. Indem sich alles permanent wiederholt.
Und das solange, bis wir aus diesem Labyrinth der Illusionen – das aus lauter glänzenden oder auch „blind“ gewordenen Spiegeln besteht - in dem wir uns selber verloren haben, in dem wir herum irren und uns selbst suchen, ohne dass uns das so bewusst ist, wieder herausfinden. Den Ausgang des Labyrinths, das uns in seinen Spiegeln und – manchmal aberwitzigen – Spiegelungen der ständigen Wiederholung gefangen hält, finden. Und wieder heraustreten in unsere Freiheit. Nein, wir irren und stolpern herum, probieren mal diesen, mal jenen Weg aus – aber keiner führt uns in unsere innere Freiheit. Zu unserer eigenen inneren Wahrheit. Stattdessen werden wir konfrontiert von unzähligen Spiegeln, von uns zermürbender und nervender Wiederholung, aber wir sehen und erkennen unser eigenes Spiegelbild nicht. Weil wir nur auf die Spiegel als äußere Form fokussiert sind. Und nicht auf das, was der Spiegel uns zeigt. Auf das kristallklare Bild der Spiegelung im Inneren dieser Spiegel nicht bewusst achten. Da wir das Bild hinter dem Bild nicht als Botschaft erkennen. Sondern immer nur denken, der andere ist schuld, dass sich die Situation für uns konstant wiederholt.
Das, was in unserer Welt draußen gerade passiert - und sich auch in Beziehungen, in der Liebe und in Familien destruktiv permanent wiederholt - ist immer das Resultat und der Spiegel für das marode Seelenleben der Masse an Menschen seit vielen Generationen.
Nicht andere sind Schuld am Unglück so vieler Menschen. Sondern die Welt draußen spiegelt nur den inneren Zustand der in ihrer Seele so zerrissenen Menschheit.
Und die, die uns (vermeintlich) ins tiefe Unglück hineinführen, sind in Wahrheit selber marode Seelen. Und genau das zeigt sich immer im Zustand der Welt. Und der gesamten Menschheit an sich. Aber nicht nur heute in der jetzigen Zeit. Sondern so ist das schon immer gewesen, seit dem Bestehen der Welt und der Menschheit an sich. Es steht sogar in der Bibel. Obwohl ich von dieser Schrift in keiner Weise was halte. Weil sie die Menschen beeinflusst und manipuliert. Ja, mit ihrem Inhalt regelrecht hypnotisiert und indoktriniert. Und die Menschen von sich und ihrer eigenen inneren Wahrheit in Wahrheit konstant wegbringt. Weil sie auf die Liebe im Außen - auf die Liebe zu Gott - fokussiert ist und nicht auf das eigene göttliche Innere hinweist. Auf die Liebe in uns konzentriert ist. Und da fängt die destruktive Wiederholung eigentlich an.
Nur kippt jetzt das ganze und sämtliche künstlich errichtete Lügengerüste fallen mit tosendem Lärm in sich zusammen. Weil viele Menschen erwacht sind und sich an ihre eigene innere Wahrheit wieder erinnern. Sich selbst wieder bewusst - oder auch auf dem Weg dahin – sind. Glücklicherweise.
Was sich im Außen dann wiederum spiegelt.
Nicht die vermeintlichen Führer sind „schuld“, dass es uns immer noch schlechter geht. Indem sich alles auf irrwitzige Weise für uns permanent wiederholt. Und immer schneller und schlimmer erscheint.
Sondern die Menschen machen es mit und lassen sich alles gefallen. Anstatt sie sich wehren. Und mit ihrer eigenen Stimme – und das ziemlich laut – endlich mal sagen „Nein! Bis hierhin und nicht mehr weiter.“ Und sich mit ihrer Seele wieder verbinden. Den Ruf ihrer Seele erhören. Aus ihrem Herzen agieren, anstatt aus dem Kopf. Und sich aus den schillernden Illusionen ihrer Gedanken endlich mal lösen.
Denn wenn die eigene Seele im inneren Frieden ist, spiegelt sich das in der gesamten Welt. Und die Welt draußen wäre in tiefem Frieden. Was sie aber nicht sein kann, solange es so viele kaputte und von sich selber getrennte Seelen und über Generationen hinweg die Situationen der ständigen Wiederholung gibt.
Alles wiederholt sich so lange für uns und wir bleiben im riesigen Irrgarten des Labyrinths der unzähligen Spiegel unserer gespiegelten Illusionen gefangen, bis wir irgendwann endlich mal ganz genau hinschauen. Und unsere Augen nicht länger mehr vor unserer eigenen inneren Wahrheit verschließen. Vor uns selbst nicht mehr flüchten. Die Wahrheit in uns nicht länger verdrängen. Uns selbst in unserer wahren Essenz nicht länger verleugnen. Sondern unserem ureigenen Gefühl wieder vollends vertrauen.
Bis wir nach innen sehen. In unsere eigene Tiefe zurückkehren. Denn draußen die Welt ist nur unser Spiegel. Die Wahrheit befindet sich immer in unserem eigenen Inneren. Dort liegt der Kern. Dort keimt die Wahrheit. Sie wächst und gedeiht zuerst immer aus uns. Nicht in der Welt draußen. Der Anfang aus jeglicher Wiederholung und jeglichem Trigger liegt immer in uns.
Ob in der Liebe, in deiner Beziehung, in deiner Familie oder in der Gesellschaft im Außen - die Welt draußen zeigt uns immer nur das, was in uns selbst in unserer Seele bereits angelegt ist.
Von innen nach außen. Und niemals von außen nach innen. Nur in dir selbst findest du deine Antwort, die du da draußen so lange gesucht hast.
Und vielleicht fängst du langsam an zu erkennen, dass wahre Liebe nichts damit zu tun hat, indem sich für dich auf zermürbende Weise alles permanent wiederholt und du all das in deiner gedanklichen Illusion dennoch weiterhin festhältst, sondern dass alles das mit der Verbindung zu tun hat, die du konstant mit dir selbst führst. Mit deiner Beziehung zu dir.
Dass wahre Liebe niemals aus nervender Wiederholung besteht, die dich nur klein hält und limitiert und dich zermürbt, sondern aus Klarheit und innerer Freiheit. Die dich natürlicherweise in deine wahre innere Größe erhebt.
Und wenn du tiefer in dieses Thema eintauchen willst, findest du dazu in meinen Büchern viele Gedanken, Informationen und Impulse, die dich auf deinem Weg weiter begleiten.
© Von Herzen, Isi Winderberg
Die Illusion der Seelenverbindung
Oft fängt es in keiner Weise mit Klarheit an. Nicht mit einer bewussten Entscheidung. Nicht mit dem Wunsch, dich selbst zu finden. Weil dir das bis dahin meist überhaupt nicht bewusst ist. Stattdessen fängt es mit einem Gefühl an. Einem Gefühl, dass du mit deinem Verstand nicht erklären kannst. Das urplötzlich da ist – dich überwältigt. Das intensiv, fast unwirklich und surreal ist. Das dich mit einer Intensität überfällt, die du von dir bislang noch gar nicht gekannt hast. Die dir suspekt ist. Ja, die dir so unheimlich ist, dass du sie einerseits schnell wieder loswerden und andererseits für immer bei dir behalten willst. Und schon ist das Dilemma zwischen Kopf und Herz da.
Dieses Riesen Dilemma, das in dein Leben geschneit kommt, wenn du es gar nicht erwartest. Und das du vom Universum so auch gar nicht bestellt hast. Denkst du zumindest.
- Diese eine bestimmte Begegnung
- Dieser eine und ganz besondere Blick
- Dieser eine einzige kleine Moment, der sich anders anfühlt, als alles zuvor
Und das dein Leben so auf den Kopf stellt, dass nach dieser Begegnung nichts mehr so ist, wie es vorher mal war. Viele beschreiben es als:
- „Ich habe mich selbst im anderen erkannt“
- „Mit dem anderen fühle ich mich komplett“
- „Dieser Mensch ist mein Schicksal“
Und auf gewisse Weise stimmt es sogar. Denn etwas in dir wird berührt, das vorher oft über sehr lange Zeit verschüttet war. Doch an genau diesem Punkt beginnt schon die Illusion.
Nicht, weil das Gefühl, das du spürst, eine Einbildung wäre. Nein – dieses Gefühl ist schon echt. Aber weil du unbewusst sofort damit anfängst, es komplett falsch zu deuten.
Du glaubst, es geht um den anderen Menschen. Du glaubst, es geht um eine gelebte Beziehung mit ihm. Und so kreisen deine gesamten Gedanken – oft jahrelang – nur um diese eine Verbindung. Um diesen einen einzigen Menschen. Der dich aber nicht wirklich will. Denn sonst wäre er bei dir. In einem gemeinsamen Leben.
In Wahrheit passiert was ganz anderes.
Diese Begegnung mit diesem einen besonderen Menschen ist nicht dein Ziel. Auch wenn du das irrtümlich die ganze Zeit denkst. Und dich darauf oft zu lange fixierst.
Sie ist nur der Auslöser. Der Auslöser für so vieles mehr. Sie ist ein Auslöser für einen Prozess, der so viel tiefer geht, als die meisten es ahnen. Oder sie dies überhaupt für sich erkennen und anerkennen.
- Denn plötzlich fühlen wir unglaublich tief und intensiv
- Wir werden sensibler
- Wir werden bewusster
Wir hinterfragen die Dinge, die uns passieren. Wir hinterfragen die Dinge in unserem Leben und in der Liebe, die wir vor dieser Begegnung nie hinterfragt oder gar gänzlich in Frage gestellt hätten. Und zeitgleich verlieren wir etwas.
- Wir verlieren unsere bisherige Sicherheit
- Wir verlieren unser bislang gewohntes Gefühl von Kontrolle
- Wir verlieren unsere vermeintliche Stabilität
In unserem Inneren fangen wir an zu schwanken. Wir geraten zwischen die Räder der Hoffnung und unseren Zweifeln. Wir befinden uns plötzlich im ständigen Wechsel zwischen viel zu viel Nähe und zu viel Distanz. Wir finden uns wieder zwischen dem, was wir tief in uns fühlen – und dem, was wir mit unserem Verstand nicht verstehen oder erklären können.
Und an genau diesem Punkt bleiben zu viele stehen.
Sie versuchen, die Verbindung im Außen zu halten. Sie klammern sich an diese Verbindung im Außen und lassen nicht los. Weil sie irrtümlich denken, das müsse so sein. Weil sie von Unwissenden oft auch in dem Punkt bestärkt werden.
Sie versuchen mit zu vielen Worten, diese Verbindung zu klären. Zu erklären. Und diese zu retten. Wo es gar nichts zu retten oder zu klären gibt. Da die gelebte Verbindung im Außen für uns meist nicht existent ist. Wir wünschen das nur, in unserem Kopf.
Sie suchen nach Antworten im Außen. Halten sich an Konzepten fest und an Bezeichnungen, die der Verstand als Trost für sich selbst findet. Schieben die emotionale Verantwortung weg von sich selbst, hin zum anderen, der sie nicht will. Ja, der sie mit stoischer Konsequenz ablehnt und meidet.
- Aber der andere muss doch…
- Aber der andere hat doch…
- Aber der andere tut nicht…
- Aber der andere will nicht...
Doch all das führt immer nur noch weiter weg von dem Punkt, um den es in Wahrheit die ganze Zeit geht. Denn die eigentliche Bewegung hat längst begonnen.
Nicht zwischen zwei Menschen. Sondern in dir.
Auch ich war mal an genau diesem Punkt. Auch ich habe im Außen nach Antwort gesucht. Auch ich habe Websites durchforstet und zahlreiche Bücher gelesen. Immer mehr Wissen gesammelt. Die Antwort habe ich dort allerdings nicht gefunden. Weil es die Antwort an der Stelle nicht gibt.
Dabei bin ich immer dem Weg meines Herzens und meiner Seele gefolgt. Hab ich zumindest gedacht. Bis ich dann eines Tages gemerkt habe, wie sehr ich in meinem Kopf und den schillernden Illusionen meines Denkens gefangen war. Ich habe zwar sehr tief gefühlt, aber mein Herz war verschlossen. Ohne dass mir das so bewusst war. Da war eine sehr dicke und sehr hohe Schutzmauer rund um mein Herz. Hinter der ich mich immer verschanzt habe. Ich habe mich geschützt vor erneuter Verletzung. Weil ich zu viel erlebt habe in meinem Leben, an Ablehnung meines wahrhaftigen Seins durch andere Menschen.
Über sehr lange Zeit in meinem Leben hab ich gedacht, mein Herz ist doch offen. Und hab mich gewundert, dass ich im Außen nicht das bekomme, was ich so sehnlichst in der Liebe doch wollte. Nämlich die tiefe Erfüllung in der wahrhaftigen Liebe.
Was seinen Anfang genommen hat, als ich in ganz jungen Jahren geheiratet habe. Und mich an meinen damaligen Mann und unser gemeinsames Leben angepasst habe, obwohl er das in keiner Weise von mir verlangt oder gewollt hat. Ich habe mich angepasst und mich verbogen - mich dabei ganz einfach selber vergessen - und er hat mich mit seinem Verhalten und auch mit Worten daran ständig erinnert. Denn er wollte, dass ich (wieder) authentisch bin. Nur konnte oder wollte ich das für mich damals nicht sehen.
Ja, aus meiner heutigen Sicht hab ich die Wahrheit immer gefühlt. Aber ich hab zu der Zeit in mir nichts verändert. Weil ich es damals nicht konnte.
Ich hatte mich dann von ihm als richtigen Menschen in meinem Leben getrennt und unsere kleine Familie zerstört, nur um danach in vermeintlicher Liebe über sehr lange Zeit die falschen Menschen für mich zu wollen. Weil ich mir eingeredet hatte, das müsse so sein. Es wäre so richtig. Was es nicht war, wie ich sehr schnell verstanden, mir selbst aber damals nicht eingestanden und vor mir selber nicht zugegeben habe.
Hätte ich das gemacht und wäre ich bei ihm in dieser Ehe geblieben, hätte ich mir sehr vieles an Kummer und Schmerz in meinem Leben erspart, das ich nach unserer Scheidung in meinem Leben für mich erlebt habe.
Dann hätte ich den riesigen Umweg, den ich auf meinem Seelenweg gehen musste - und den wir den Weg zurück zu uns selbst nennen, gar nicht gebraucht.
Dann hätte ich mich in dieser Ehe mit seiner Hilfe geheilt und transformiert. Und hätte mit ihm genau das weiter gelebt, was wir zusammen schon hatten und was ich bis heute in all den Jahren in meinem Leben nur ansatzweise wieder erlebt habe.
Andererseits hätte ich auch Dinge, die ich danach in der Liebe erlebt habe, wahrscheinlich mit ihm so nie erlebt. Und das möchte ich auf keinen Fall missen.
Für viele Jahre bin ich also nach unserer Scheidung den Illusionen gefolgt, die ich in meinem Kopf hatte, über die Liebe. Und über die Seelenverbindung. Ich bin dem nachgejagt, was ich für wahre Liebe gehalten hatte. Was aber in Wahrheit mit wahrer Liebe nicht das geringste zu tun hatte. Denn weder hatte ich meine Werte authentisch gelebt, noch mir meine natürliche weibliche Würde bewahrt.
Nein, ich hatte mich selber verloren. Hatte mich selbst viel zu sehr aufgegeben und für andere ständig verbogen. Nur aus Angst vor Verlust. Weil ich die Liebe im Außen nicht wieder verlieren wollte, die ich in Wahrheit von ihnen nie hatte. Nur damit andere im Außen mir wieder und wieder bestätigen, dass ich doch gut genug bin, so wie ich bin. Derweil ich immer genug war. Ich hatte das – oder konnte es nicht – nur selbst nicht gesehen. Ich habe es in mir nie wirklich gefühlt.
In Wahrheit war sie in all den Jahren, in denen ich im Außen nach ihr gesucht habe, die ganze Zeit in meinem Inneren: Die tiefe Verbindung zu meiner eigenen Seele.
Die wahre Liebe. Meine ureigene Wahrheit. Mein authentisches Sein. Meine wahre Essenz. Meine ureigenen Werte. Und meine natürliche weibliche Würde.
Ich hatte sie nur allzu lang nicht gelebt. Ich hatte mich selber verlassen, in ganz jungen Jahren. Durch meine Trennung und Scheidung vom richtigen Menschen. Und dann war ich viele Jahre lang auf der Suche. Auf der Suche nach meinem wahrhaftigen Sein. Nach meinem innersten Kern, meiner Essenz. Nach der wahrhaftigen Liebe. Nach der Verbindung mit meiner eigenen Seele.
Was ich nach meiner Scheidung im Außen tatsächlich hatte, war eine Illusion von vermeintlicher Liebe. War nur eine Illusion von Seelenverbindung.
Und es hat sehr lange gedauert, bis mir das so wirklich bewusst war. Und noch länger hat es gedauert, bis ich mich selber geheilt und spirituell transformiert und vollends in meinem angstfreien, authentischen und wahrhaftigen Sein in tiefer Liebe zu mir und in mir selbst wahrhaftig auch angelangt bin.
Dabei hatte ich niemand, der mir wirklich geholfen hat. Ich hatte niemand, der emotional für mich da war. Was ich allerdings hatte, waren menschliche Spiegel. Die mir meinen inneren Mangel – all meine Muster und Illusionen und meine emotionalen Wunden – so intensiv und so tief gespiegelt haben, dass ich mich dadurch bewusst heilen und transformieren konnte.
Ja, das war schmerzhaft. Und hat dabei sehr viele Jahre gedauert. Denn ich gehe meinen Seelenweg seit meiner Trennung und Scheidung damals jetzt schon gut dreißig Jahre.
Und es brauchte Geduld. Meine Geduld. Und meine Liebe und mein Verständnis für mein wahrhaftiges Selbst. Es brauchte meine emotionale Führung, durch sämtliche tosenden Stürme des Lebens. Für meine ureigene Wahrheit. Damit ich sie lebe.
Es brauchte im Außen für mich im Laufe der Zeit ganze drei Seelenverbindungen und dazwischen sogar eine toxische Bindung, bis ich mich selbst und meine ureigene Wahrheit endlich gefunden und mich vollends mit meiner Seele wieder verbunden hatte.
Selbst als ich dann endlich nach vielen Jahren die wahre Liebe im Außen doch noch vermeintlich gefunden hatte, hat mich die Liebe im Außen wieder verlassen. Die Liebe im Außen ist nicht geblieben. Obwohl sie vermeintlich bedingungslos war. Und wir beide mit offenen Herzen fest überzeugt waren, dass wir für den Rest unseres Lebens als verbindliches Paar zusammen sein werden.
Ja, ich hatte viele Jahre nach meiner Scheidung ganz fest geglaubt, mit dieser (dritten) Seelenverbindung jetzt doch endlich den richtigen Mann für mich gefunden zu haben. Aber auch das war nur eine weitere Illusion. Denn als dieser Mann mich emotional nicht länger erfüllen konnte, weil ich aus mir selber heraus bereits tief erfüllt - er in sich aber noch immer im Mangel – war, hat er sein eigenes Herz wieder verschlossen und mich nach mehreren Jahren unseres Zusammenlebens verlassen.
Und so war ich gezwungen, mich emotional selber zu halten. Was ich dadurch gelernt habe und heute auch absolut kann. Und sämtliche Illusionen über die Liebe und über die Seelenverbindung im Außen sind bei mir dadurch inzwischen gänzlich verschwunden.
Denn irgendwann kommt dieser Punkt, an dem das ganze sich dreht. Der eine kleine Moment, in dem sich das ganze verschiebt. Und du fängst an, zu realisieren, dass es in Wahrheit nie um eine Verbindung im Außen mit diesem anderen Menschen ging.
Nicht in der Tiefe.
Sondern es ging in Wahrheit immer nur darum, dass etwas in dir endlich gesehen werden wollte. Nicht von dem anderen Menschen, sondern von dir. Etwas, das du nicht gesehen hast. Dass du verdrängt und vielleicht ignorierst hast. Obwohl du es in dir sehr wohl gespürt hast. Aber du konntest es dir noch nicht eingestehen. Weil du den Schmerz deiner inneren Wahrheit nicht aktivieren und vollends durchfühlen wolltest.
Etwas, das vielleicht sehr lang schon in dir geschlummert hat. Aber du noch nicht bereit dazu warst, dass du erkennst:
- Deine eigene Tiefe
- Deine innere Wahrheit
- Deine Sehnsucht nach echter Verbindung
Nach der Verbindung mit dir. Und plötzlich wird dir bewusst:
Es ging in Wahrheit nie um den anderen Menschen. Es ging in Wahrheit niemals um diese Verbindung im Außen. Diese Verbindung im Außen war nie dein Ziel. Sie war nur ein Ruf. Nämlich der Ruf deiner eigenen Seele.
Ein Ruf, der dich aus deinem funktionalen Leben, das du gewöhnt bist, herausführt. Dich endlich aus deinen erlernten Mustern, die dich nur klein halten und limitieren, zu befreien. Dich Schicht für Schicht aus deinen Vorstellungen heraus zu schälen, wie Liebe vermeintlich zu sein hat.
Ein Ruf deiner Seele, der dich zurückführt zu dir. In dein wahrhaftiges Sein. In deine Essenz.
Doch dieser Weg ist nicht leicht. Denn er führt dich durch Zweifel. Er führt dich durch Angst. Und er führt dich durch den Schmerz, den du vielleicht viele Jahre verdrängt hast. Er führt dich durchs Loslassen all deiner Illusionen.
Und genau das ist der Punkt, an dem viele aufgeben. Sich selbst aufgeben. Und ihre eigene Tiefe vermeiden.
Und wieder umkehren, zurück in ihr bisheriges Leben. In alte Muster. Weil sie vertraut sind. Und weil es leichter für sie ist, an der Illusion und Vorstellung im eigenen Kopf festzuhalten - lieber in Täuschung ihres eigenen Selbst zu leben, als sich in der eigenen Tiefe ganz ehrlich wirklich selbst zu begegnen.
Doch wenn du weitergehst, verändert sich mit jedem Schritt den du gehst, etwas. Egal, wie klein oder groß jeder einzelne Schritt ist.
Was bleibt, ist immer die Liebe. Die tiefe Liebe in dir. Was bleibt, ist die Intensität deines ureigenen Gefühls. Was bleibt, ist die Verbindung zu deiner eigenen Seele. Aber sie richtet sich vollkommen neu aus. Sie bewegt sich nicht mehr nach außen. Sondern sie bewegt sich nach innen. Und das, was du die ganze Zeit vorher im anderen gesucht – und versucht hast, zu halten – fängt an, sich langsam zu zeigen.
- In dir zeigt sich immer mehr Klarheit
- In dir entsteht echte Verbindung – zu dir
- In dir zeigt sich deine wahrhaftige Tiefe
- In dir entsteht echte emotionale Stabilität
Und vielleicht erkennst du dann für dich, dass es nie darum ging, jemand zu finden, der dich im Außen durch eine gelebte Verbindung vermeintlich vollständig macht. Sondern dass es die ganze Zeit darum ging, dich selbst in deiner Tiefe – in deiner wahren Essenz – wirklich zu sehen. So wie du bist.
Und genau hier fängt dein wahrer Weg an.
Vielleicht hast du ja in dir bereits gespürt, dass sich durch diese Erfahrung nicht nur deine gesamte Sicht auf die Liebe verändert hat - sondern dein gesamtes Erleben in deinem Inneren sich neu ausrichtet. Dass du Dinge in dir selbst wahrnimmst, die dir vorher so nie bewusst waren. Und an genau diesem Punkt fängt für viele das an, das sie später als ihr eigenes Erwachen beschreiben.
Und vielleicht spürst du jetzt nach dem Lesen, dass dieser Weg dich noch weiter ruft. In meinen Büchern gehe ich tiefer in dieses Thema - für dich, wenn du bereit bist, dir selbst noch ein ganzes Stück näher zu kommen.
© Von Herzen, Isi Winderberg
Zur Autorin
Isi Winderberg
Isi Winderberg ist Autorin von inzwischen elf Büchern. Seit ihrer Kindheit schreibt sie – zuerst für sich, heute für viele. Ihr Werk umfasst sowohl fundierte Fachbücher als auch Romane, Märchen und literarische Themeneditionen. Nach vielen Jahren als Therapeutin und spirituelle Mentorin widmet sie sich heute hauptsächlich dem Schreiben. Ihr Wissen und ihre Lebenserfahrung fließen in Texte, die berühren, die erinnern und innere Bilder entstehen lassen - und das Unsichtbare zwischen den Zeilen spürbar machen. Schreiben ist für sie mehr als ein Beruf. Es ist ihre Passion - die leise Magie, die ganze Welten erschafft und Worten ihre ureigene Lebendigkeit schenkt.



