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"In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare" Aristoteles 

Sensible Seele Blog - Texte zu Hochsensibilität & Hochsensitivität


Hochsensibilität, Hochsensitivität und energetische Wahrnehmung


Hochsensitivität & energetische Wahrnehmung

Wir alle befinden uns in einem unendlichen Meer aus lebendigen Energien. Alles Leben fließt und alles Lebendige ist mit allem verbunden. Energien sind allgegenwärtig. Natürlich ist Energie unsichtbar. Aber trotzdem überdeutlich wahrnehmbar. Und eindeutig spürbar. Zumindest für hochsensible und hochsensitive Menschen.

Die Gefühle, Stimmungen und Schwingungen die wir bei uns und zwischen anderen Menschen wahrnehmen sind pure Lebens-Energien. Bereichernde Energien wie Liebe, Freude, Dankbarkeit, innere Ruhe und Gelassenheit oder schwächende Energien wie Angst und unterdrückte Gefühle.

Wir nehmen Stimmungen und Schwingungen anderer Menschen nur allzu deutlich wahr. Und absorbieren sie oftmals regelrecht. Das heißt, wir sind nicht in der Lage uns genügend abzugrenzen. Wo hört unser ICH in diesem Moment auf – und wo fängt der andere an?! Wir leiden mit den anderen, wir freuen uns mit den anderen. Wir fangen den seelischen Kummer anderer auf und übernehmen die intensiven Gefühle die andere in sich spüren. Gleichzeitig spüren und fühlen wir noch unsere eigenen Gefühle, Emotionen und Stimmungen.

Nicht umsonst rauben uns viele dieser intensiv empfundenen Wahrnehmungen im wahrsten Sinne des Wortes die Kraft und Energie. Und wir fühlen uns müde, ausgelaugt und erschöpft. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistig. Die schwächende Kraft von Energien ist nicht zu unterschätzen. Da sie uns regelrecht krank machen kann. Permanent unterdrückte Wut, Frust, Enttäuschung, chronischer Stress oder auch Traurigkeit können wir bis in die letzte Faser unser Seins wahrnehmen und spüren. Ob diese Empfindungen wirklich aus unserem Selbst kommen, oder ob wir sie von anderen absorbieren spielt dabei keine Rolle.

Natürlich spüren wir Hochsensiblen und Hochsensitiven nicht nur die Energien zwischen uns Menschen. Sondern auch die Energien der Natur. Beispielsweise kann uns die Atmosphäre einer großen und einengenden Stadt regelrecht niederdrücken. Wir können zwischen den hohen Häusern nicht wirklich frei atmen. Und fühlen uns unwohl und regelrecht „umklammert“ von den dicht an dicht liegenden Straßenzügen und unzähligen Autos im Straßenverkehr.

Auch im Wald kann es passieren, dass uns das Gefühl überkommt, von der Natur „aufgesogen“ zu werden. Unsere eigene Energie „verschmilzt“ dann sozusagen mit der lebendigen Energie der Bäume. Trotzdem wir uns in der kraftgebenden und aufladenden Atmosphäre eines Waldes vollkommen entspannen können. Dieses Gefühl des Eins-Seins mit der Natur kann einerseits zwar beängstigend sein, andererseits aber auch wieder wunderschön.

Wenn wir dagegen an einem kilometerlangen Strand stehen und die grenzenlose Weite des Meeres, die Unendlichkeit des Himmels und den Horizont in der Ferne betrachten, spüren wir den unermesslich freien Raum in dem wir uns vollkommen ungehindert entfalten können. Wir fühlen uns absolut frei und gelöst. Und können mühelos atmen. Wir fühlen uns auch hier eins mit der Natur. Aber auf eine befreiende und unabhängige Weise. Und das stärkt und sättigt uns innerlich ungemein.

Für einen Menschen der solche Augenblicke der energetischen Verbindungen noch nicht am eigenen Leib gespürt hat, ist es natürlich schwer sich vorzustellen wie genau sich das anfühlt. Und vielleicht auch schwierig das zu verstehen. Vor allem sehr rational denkende Verstandes-Menschen weisen es gerne von sich, dass solche Wahrnehmungen tatsächlich existieren. Es handelt sich hierbei aber nicht um Einbildung. Auch mit Esoterik das hat ganze nichts zu tun. Es sind einfach außergewöhnlich feinsinnige und außersinnige Wahrnehmungen die auch für hochsensitive Menschen wirklich schwer auszuhalten sein können. Letztendlich sehe ich dies aber als wundervolle Begabung und absolute Bereicherung für das Leben.

Als hochsensible und hochsensitive Menschen ist es enorm wichtig, uns im Alltag gerade von den negativen Energien die uns von außen das Leben unnötig schwer machen, abgrenzen zu lernen. Denn wenn uns von außen unsere ureigene Energie regelrecht abgezapft wird – oder wenn uns Energie gleich welcher Form - „zu nahe“ kommt und wir sie in uns aufnehmen, kann das eine unglaubliche Belastung für uns sein. Die Intensität und Stärke dieser Energien kann uns regelrecht fluten. Wie ein Staudamm der bricht, und dessen Wassermassen ganze Landstriche niederwalzen. Genauso können wir uns unter dieser Energie-Flut regelrecht begraben fühlen.

Wenn wir nicht lernen einen passenden Umgang für uns selbst damit zu finden, kann uns das enorm im Alltag beeinträchtigen.

Auch positive Energie wie Liebe oder Zärtlichkeit können wir dermaßen stark und intensiv empfinden, dass sie uns „bedrohlich“ erscheint. Und uns diese unsichtbare „Bedrohung“ pure Angst macht.

Manchmal lässt uns die enorm spürbare Intensität der Energien ganz einfach die Flucht ergreifen. Was aber im Endeffekt überhaupt nichts nützt. Denn vor uns selber können wir nicht weglaufen. Die Energie ist ja ebenfalls IN UNS und von daher immer auch überall dort, wo wir uns physisch aufhalten. Es kann auch passieren, dass wir haltlos und unkontrolliert stundenlang weinen, wenn wir von einer solch intensiven Energie unvorbereitet überrollt werden.

Hilfreich kann es beispielsweise sein, wenn wir uns eine imaginäre Mauer aus Glassteinen vorstellen die wir um uns herum errichten. Die Höhe ist individuell variabel. Diese imaginären Glassteine sind klarsichtig, porös und durchlässig, weich und flexibel. Das heißt, wir schützen uns nicht vor der Energie – wie beispielsweise Liebe – an sich, sondern lediglich vor der überquellenden und uns bedrohlich erscheinenden Intensität und Stärke dieser Energie. Wir können unsere imaginäre Glasstein-Mauer so steuern, dass wir immer gerade soviel Energie durchlassen wie wir verkraften. Ohne aus Angst weglaufen und flüchten zu müssen.

Gegen die geballte Kraft all dieser Energien können wir nicht ankämpfen. Das macht überhaupt keinen Sinn. Da es überhaupt nichts bringt. Im Gegenteil. Wenn wir uns im inneren Widerstand und auf Abwehr gegen eine Energie befinden und auf Abstand im Sicherheitsmodus bleiben, bildet sich im selben Moment schon eine neue - nämlich wiederum schwächende - Energie in uns. Die uns zusätzlich belastet. Und alles eigentlich noch schlimmer macht. Und genau das wollten wir mit unserer Flucht ja vermeiden! Also kämpfen wir im Endeffekt gegen uns selbst. Was uns auf der Stelle treten lässt und uns überhaupt nicht weiterbringt.

Also ist es eigentlich sinnvoller und weitaus besser für unser Wohlbefinden, wenn wir versuchen die Energien einfach anzunehmen. Und mit ihnen zu leben.

Da die Energien sich sowieso in allem und jedem Lebendigen befinden, bleibt uns gar nichts anderes übrig als sie zu akzeptieren. Wir müssen nur eine Strategie finden die es uns ermöglicht mit diesen Energien passend umzugehen.

Es ist übrigens vollkommen normal, wenn sich die Wahrnehmung oder das Bewusstsein von hochsensiblen und hochsensitiven Menschen im Laufe des Lebens durch bestimmte Erfahrungen stark verändern. Oder auch intensivieren. Das bedeutet nur dass wir uns weiterentwickeln. Dass wir seelisch wachsen und reifen. Es kann passieren dass wir nach seelischen Tiefschlägen im Leben plötzlich aus unserem „Dornröschenschlaf“ erwachen und die Wirklichkeit erkennen und sehen. Es kann passieren dass wir Dinge wahrnehmen die wir zwar schon immer irgendwie gespürt haben, aber wir wollten sie nicht sehen. Und haben sie deshalb weit von uns geschoben. Und plötzlich sind diese Dinge dann sehr präsent. Und dulden keinen Aufschub mehr sie zu bearbeiten. Gerade in oder nach einer solch „sensiblen“ Phase im Leben kann es sein, dass die Hochsensitivität besonders intensiv und stark in den Vordergrund tritt. Das ist nichts schlimmes. Unser Bewusstsein und unsere Wahrnehmungen wollen uns dann auf etwas bestimmtes aufmerksam machen. Dass wir uns dann auch ganz bewusst ansehen und uns darauf konzentrieren sollten.

Am wichtigsten ist dabei, dass wir unser Selbst nicht verlieren. Und bei UNS bleiben lernen. Gerade WEIL es für hochsensible und hochsensitive Menschen so schwierig ist, sich innerlich von den wahrgenommenen (Fremd-) Energien abzugrenzen. Und auch mit den eigenen sehr intensiv empfundenen Gefühlen und Emotionen muss erst einmal passend umgegangen werden.

Eine Fremd-Energie in uns festzuhalten tut uns überhaupt nicht gut. Von daher sollten wir versuchen sie möglichst durch uns durch fließen zu lassen. Uns einfach gewahr sein dass sie zwar da ist, aber sie uns nicht weiter stört.                

                                                                                        © Iris Fischer – sensible-seele.net 


Hochsensibilität und der Weg der Seele


Hochsensibilität und der Weg der Seele

"Das Ich ist ein Meer, grenzenlos und unermesslich.              Sagt nicht: Ich habe die Wahrheit gefunden,                    sondern lieber: Ich habe eine Wahrheit gefunden.                  Sagt nicht: Ich habe den Pfad der Seele gefunden.                Sagt lieber: Ich habe die Seele auf meinem Pfad wandelnd  getroffen. Denn die Seele wandelt auf allen Pfaden.                Die Seele wandelt nicht auf einer Linie, noch wächst sie wie ein Schilfrohr. Die Seele entfaltet sich wie eine Lotusblume mit zahllosen Blättern." (Khalil Gibran) 

Dem Ruf unseres Herzens zu folgen und den wahren Weg unserer Seele zu gehen, fällt vielen von uns sensiblen Menschen unglaublich schwer. Oft wissen wir überhaupt nicht wie das eigentlich geht. Wir fühlen unsere innere Stimme zwar, haben aber gelernt sie zu überhören. Und sie von uns zu schieben. Weil wir zu sehr in unseren alten Mustern und Konditionierungen verhaftet sind. Und weil emotionale Altlasten, Abhängigkeiten, Zweifel und Ängste uns plagen. 

Leider werden so oft nur Kompromisse gelebt. Oft haben wir auch durch diverse Umstände im Leben unser eigenes Selbst aus den Augen verloren. Oder wir hatten von Grund auf nicht die Möglichkeit einfach zu SEIN. Weil wir nicht so akzeptiert und angenommen wurden wie wir mit unserer Sensibilität nun einmal sind. 

Sind wir an einem gewissen Punkt im Leben angekommen, spüren wir überdeutlich, „nicht (mehr) wir selbst“ zu sein. Wir fühlen uns unwohl, sind unzufrieden, chronisch unglücklich, fühlen schmerzlich dass uns etwas elementares fehlt, spüren den starken Wunsch nach einer Veränderung...

Wir stellen uns viele existenzielle Fragen und suchen dringend nach Antworten. 

Dann gilt es, unseren wahren inneren Kern zu finden. Unser wahres und sensibles SO SEIN zu entdecken. Auf den leisen oder auch lauteren, dringlichen Ruf unserer eigenen so sensiblen Seele zu hören...

Unsere innere Stimme wahrzunehmen...

Wenn unsere innere Stimme ignoriert und der Weg unserer Seele verweigert wird, können chronische Unzufriedenheit, psychosomatische Beschwerden und auf lange Sicht sogar Depressionen die Folge sein. 

In uns hineinzuhören...
In uns hineinzuspüren...

Unsere Wahrnehmung und unser Bewusstsein für unser eigenes Selbst zu schärfen. 

Gefühle zu klären... 
Unsere Bestimmung zu finden...
Träume und Leidenschaften zu leben...
Unser wahres Selbst kennenzulernen...
Unsere Seele mit einzubeziehen...

Denn oft tun wir das was wir tun nur, weil wir es vermeintlich tun müssen. Aber das geschieht ohne jede Leidenschaft. Ohne Herz. Und ohne Seele. Wir tun es einfach nur. 

Eigenverantwortung zu übernehmen. Entscheidungen zu treffen. Zu Handeln. 

Und zwar ohne jegliche Konditionierung. Ohne jegliche emotionale Abhängigkeiten. Ohne Bewertungen. Ohne Fremdbestimmung. Ohne Angst. Vollkommen selbstständig. 

Was für viele von uns – gerade sensiblen - Menschen absolut unmöglich ist. Weil wir genau das niemals gelernt haben. Oder es im Laufe unseres Lebens wieder ver-lernt haben. Das ist niemandes „Schuld“ – es ist ganz einfach Ursache und Wirkung. Aktion und Reaktion. 

Wir tun oft das was wir tun lediglich „anderen zuliebe“. Wir verbiegen uns nach Strich und Faden wie eine Spirale, nur um geliebt, angenommen und akzeptiert zu werden. Weil wir uns nicht gut genug fühlen. Und wir verleugnen uns selbst. Wir verleugnen unser wahres ICH. 

Genau hier liegt aber der Knackpunkt! 

Denn wir werden in Wahrheit ja wieder nicht genauso angenommen, geliebt und akzeptiert wie wir im wahren Kern unserer Seele wirklich sind. Sondern wir werden nur „hingenommen“. WEIL wir uns den anderen zuliebe verbiegen. Um so den anderen zu gefallen. Weil den ANDEREN das so gefällt. Weil die ANDEREN das sehen wollen. Oder weil die ANDEREN genau das erwarten. 

Unser freier Wille und der wahre Ruf unserer Seele ist somit ‚ad acta’ und auf Eis gelegt. 

Wenn wir nämlich plötzlich ganz genauso sein würden wie und wer wir WIRKLICH sind – ohne Gutmütigkeit und ohne die permanenten Verbiegungskünste - würden wir ziemlich schnell merken, dass wir mit einem Mal gar nicht mehr so viele Menschen um uns haben die uns WIRKLICH mögen. Und die uns WIRKLICH akzeptieren. Es wird einige Menschen geben die sich ganz schnell von uns abwenden. Eben WEIL wir nicht mehr der ständige „Ja-Sager" sind und uns abgrenzen. Und uns nicht mehr alles gefallen und bieten lassen, aus Angst abgelehnt und nicht angenommen zu werden. 

Die Welt ist somit ganz schön aus den Fugen geraten. Denn...wir alle sind in gewissem Maße mehr oder weniger emotional abhängig und konditioniert, solange wir nichts aktiv dagegen tun. 

Frauen jagen Männern hinterher und kämpfen und „betteln“ um deren Zuwendung und Liebe nur um sie bei sich „halten“ zu können - und Männer lassen sich von Frauen umsorgen als ob sie ihre Mütter wären. 

Wir pflegen unsere Mängel und versuchen diese innere Leere meist ergebnislos mit den „falschen“ Dingen zu füllen. 

Wir leben oft an Orten an denen wir überhaupt nicht leben wollen. Wir umgeben uns mit Dingen und Menschen die uns eigentlich nur schaden. Wir haben Angst uns voll und ganz auf den Menschen einzulassen, den wir eigentlich wahrhaftig lieben. Und bleiben dabei lieber auf Sicherheitsabstand. Oder wir üben nicht den Beruf aus für den unser Herz wirklich brennt. Und verzichten darauf, unsere eigentlichen Hobbies, Leidenschaften und wahren Interessen zu pflegen. Wir verbiegen uns und jagen dem vermeintlich perfekten Leben hinterher. Und achten dabei überhaupt nicht auf uns selbst. Weil wir nur auf die Erwartungen anderer hören. Oder unseren eigenen Erwartungen nicht gerecht werden. Wir schaffen es oft nicht, unseren Verstand auszuschalten. Der uns immer wieder einen gewaltigen Strich durch unsere Rechnung macht. Und unser wahres Sein, den Weg unseres Herzens und unserer Seele sabotiert. 

Wir üben Druck aus und lassen uns erdrücken. Wir üben uns im Widerstand und kämpfen automatisch gegen alles an. Wir boykottieren uns quasi ständig selbst. 

Es herrscht ein solches Durcheinander an vertauschten Geschlechter-Rollen, inneren Blockaden, ungelösten Verstrickungen, „falschen“ Konditionierungen und Glaubenssätzen, seelischen Verletzungen, emotionalen Altlasten, Machtkämpfen, Manipulationen, mangelnder Selbstliebe und fehlendem Selbstwertgefühl, dass eigentlich niemand mehr so recht weiß wie er sich noch richtig und passend verhalten soll. Und wie er aus seinen gelebten Kompromissen wieder ausbrechen kann. 

Nur wenige Menschen schaffen es, wirklich bei SICH zu bleiben und den ur-eigenen Weg ihrer Seele zu gehen. Weil sie sich selbst ver-trauen und sich selbst etwas zu-trauen. 

Wir Frauen befinden uns oft im ‚Dornröschen-Schlaf’ und warten darauf, vom passenden Mann ‚aufgeweckt’ und „gerettet“ zu werden. Wir warten, dass er uns erlöst und befreit. 

Ohne zu wissen dass wir uns selber jederzeit befreien und erlösen können! 

Und Männer trauen sich nicht zu oder wissen nicht mehr, wie sich ein „echter“ Kerl zu verhalten hat. 

Viele Männer warten eigentlich unbewusst nur darauf, den starken „Ritter“, den echten Gentleman und den „Krieger des Herzens“ in sich wieder zu entdecken und diesen zu befreien. Und mit wahrem Mut die Frau ihres Herzens zu umwerben, zu erobern, sie zu halten, zu beschützen, sie aufzufangen und ihr ein wahrer Fels in der Brandung zu sein. Und zwar ohne zu urteilen, zu kritisieren und zu bewerten. Die Frau einfach so anzunehmen wie sie ist. Was die wahre Aufgabe eines Mannes wäre der gelassen in seiner Ur-Männlichkeit ruht. 

Es gibt zwar diese Männer noch, aber sie sind selten und rar geworden. Genau sie sind aber die wahren Diamanten unter den Edelsteinen. 

Auch gibt es natürlich wunderbare und bewundernswerte Frauen die bereits in ihrer Ur-Weiblichkeit ruhen. Und die sich ihrer wahren weiblichen Kraft durchaus bewusst sind. Und diese somit auch offen leben. 

Oft haben wir sensiblen Menschen aber die Fähigkeit verloren oder konnten sie nie entwickeln, auf unsere innere Stimme und unsere Seele zu hören. 

Natürlich gibt es viele Menschen die genauso glücklich sind wie ihr Leben verläuft. Und die nichts im Inneren oder Äußeren ändern wollen. Das ist dann vollkommen in Ordnung. 

Hier geht es mir auch um genau die Menschen die sehr wohl etwas in sich und um sich herum verändern wollen. Die eben eine immense Sehnsucht danach verspüren den ureigenen Weg ihrer Seele zu gehen. Und die wieder lernen wollen ihrem ureigenen Instinkt zu vertrauen und ihm zu folgen. 

Immer mehr sensible Menschen befreien sich heute aus der Haltung des „Schlafens“. Weil wir die Dinge hinterfragen. Und nicht mehr bereit sind immer nur zurückzustecken und uns für andere zu verbiegen. Wir wachen endlich auf und verändern uns aktiv und sehr bewusst. Wir nehmen nicht mehr passiv alles so hin wie es ist, sondern wir nehmen den Ruf unserer Seele wahr und erhören diesen. 

Den Weg unserer eigenen Seele können wir nur gehen, wenn wir mutig sind. 

Mut haben, uns immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Mut besitzen, aus dem „alten Trott“ auszusteigen und uns zu bewegen. Mut zu zeigen zu uns selbst zu stehen. Ganz bei UNS zu bleiben und zu uns selbst ‚Ja’ zu sagen. Was auch nicht bedeutet uns vollkommen egoistisch und ohne jede Rücksicht auf andere zu verhalten. Sondern es bedeutet ganz einfach offen zu sein. Offen zu sein für Veränderung. Für Weiterentwicklung. Auf ‚Empfang’ zu stehen. Fülle im Leben zuzulassen. Annehmen können was sich uns bietet. Geben zu können ohne Erwartung dass etwas zurückkommt. Aus der eigenen ‚Bedürftigkeit’ auszusteigen. Keine Kompromisse mehr zu leben. Sondern auf unser Herz und unsere innere Stimme zu hören. Unseren Verstand auch einmal auszuschalten. Zu genießen. Uns ehrlich zu freuen. Uns dem Leben hinzugeben. Uns vertrauensvoll fallen zu lassen. Dankbar zu sein. Innere Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen.

Den Weg unserer Seele zu gehen bedeutet ‚altes’ hinter uns zu lassen und ‚neues’ zuzulassen. Dabei helfen uns ganz enorm die fünf kraftvollsten Energien im Universum.


Die fünf kraftvollsten Energien sind: 

1. Liebe

Sie ist die höchste, kraftvollste und mächtigste aller Energien. Wenn wahre Liebe auf Resonanz stößt kann sie frei fließen. Wenn Liebe auf keinerlei Resonanz stößt – d. h. wenn sie nicht erwidert wird, verläuft sie im Sande und löst sich wieder auf. Denn wahre Liebe kann nur existieren wenn die Energie frei fließen kann. Wenn sie blockiert wird ist sie zwar da, es treten dann aber Komplikationen und Schwierigkeiten auf.

Die Liebe müssen wir in uns selbst entdecken und ausgraben. Wir müssen die wahre Liebe in erster Linie aus uns selbst beziehen. Wir müssen wahre Liebe zulassen können. Wir müssen die Liebe empfangen können. Wir müssen die Liebe zu uns selbst und die Liebe eines anderen Menschen annehmen und aushalten können. 

Wahre Liebe ist essentiell. Und genau deshalb so immens wichtig. 

2. Dankbarkeit

Je mehr wir für alles wirklich dankbar sind, und diese Dankbarkeit auch regelmässig zelebrieren, bekommen wir eine solche Fülle vom Leben zurück die wir uns nicht ansatzweise vorstellen können. Dankbarkeit zu zeigen macht daher sehr, sehr viel Sinn. Aber wir müssen die Dankbarkeit wirklich in uns fühlen. Sonst wirkt die Dankbarkeit im Sinne des Resonanzgesetzes nicht. Denn wir können ja nur das zurückbekommen was wir auch wirklich in uns spüren. Und was wir auch deutlich nach außen hin aussenden. 

3. Glaube

Glaube versetzt im wahrsten Sinne des Wortes Berge. Wenn wir an etwas glauben, können wir sehr viel bewegen. Wenn wir an etwas glauben, können wir sehr viel erreichen. Wenn wir glauben, werden wir gelassen. Wenn wir gelassen sind, können wir das Leben und das SO SEIN genießen. 

4. Freude

Wenn Freude aus unserem tiefsten Herzen und aus unserer tiefsten Seele kommt, macht uns das wahrlich glücklich. Wenn aus unserem tiefsten Inneren ein ehrliches Lachen nach außen aufsteigt und emporschwingt wie die perlenden Töne eines Musik-Instrumentes, dann bildet sich wahre Zufriedenheit in uns. Wenn wir uns ehrlich über Kleinigkeiten und Details freuen können, haben wir sehr viel gewonnen.

5. Gelassenheit 

„In der Ruhe liegt die Kraft...“

Wenn wir uns ständig über irgendwelche Dinge aufregen, jammern und beklagen, be-lastet das nur unsere Gedanken und unsere Seele. Gelassen in uns selbst zu ruhen, ist dagegen unglaublich ent-lastend für uns. 

Gelassenheit und ein entspanntes SO SEIN ist unendlich erfüllend und bereichernd. Weil wir so unsere eigene Wahrnehmung ganz bewusst einsetzen und genießen können. 

Wenn wir etwas an einer Situation ändern können, dann sollten wir es auch ändern. Wenn etwas wirklich nicht änderbar ist, sollten wir es annehmen und einen für uns geeigneten Umgang damit finden. 

Meditation oder ähnliches hilft uns enorm dabei in uns selbst ruhen zu können. Aber natürlich auch, aktiv unser Seelenleben aufzuräumen, Blockaden zu lösen und emotionale Altlasten loszuwerden ist unglaublich befreiend für unser gesamtes sensibles Sein. 

Ablehnung blockiert all diese Energien.

Wenn wir uns im ständigen inneren Gegen-Kampf und Widerstand befinden, töten wir jegliches reines ‚geben’ und ‚empfangen’ von Energien ab. Der Weg unserer Seele ist so übersät und versperrt von immer neuen größeren und kleineren Hindernissen. Und es herrscht Stillstand in unserem Leben. Wenn wir uns unserem wahren Selbst allerdings ganz bewusst werden, können wir es schaffen diese Hindernisse beiseite zu räumen. Damit so die Energie wieder frei fließen und sich bewegen kann. 

Uns innerlich frei und unabhängig zu fühlen, ist unabänderlich um den Weg unserer Seele in Ruhe und Frieden gehen zu können. 

Uns innerlich frei zu fühlen, ist ein unglaublich kraftvolles und machtvolles Gefühl. 

Die Kraft und die Macht zu uns selber zu stehen. Zu fühlen was unsere Seele eigentlich wirklich will. Und uns diesen Seelenwunsch auch tatsächlich zu erfüllen. Unseren wahren freien Willen dabei zu benutzen. 

Eben es NICHT zu ignorieren was wir wirklich in unserem Leben wollen – sondern es auch wirklich offen und authentisch zu LEBEN!

Da unsere Seele wenn sie außer Balance geraten ist, uns mit diversen Symptomen darauf aufmerksam macht. Sie schreit dann regelrecht auf, um sich Gehör zu verschaffen. Denn sie möchte Raum für sich haben. Raum sich zu entfalten und sich weiterzuentwickeln. Und schlussendlich um einfach zu SEIN. 

Unsere Seele verbindet sich automatisch mit den Menschen, den Dingen und den Seelen von denen sie lernen kann. 

Alles was wir unbewusst tun, ist ein Ruf unserer Seele. Unseres wahren Seins. 

Unser innerster und geheimster Seelenzustand kann sich äußern in jammern, klagen, weinen, Wutanfällen, lachen, Fröhlichkeit, Gelassenheit, innerer Ruhe, Harmonie, Selbstkritik, Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen, Gewissensfragen, Glaubensfragen, Perfektionismus, Faulheit, Glück, Trauer usw...

Wenn wir Bilder malen, Geschichten schreiben, Musik komponieren, allgemein schöpferisch und kreativ tätig sind - exzessiv Sport betreiben oder arbeiten bis wir fast umfallen, nur um beispielsweise die Liebe die wir in uns tragen nicht spüren zu müssen, da die Intensität dieser Gefühle uns aus Angst uns fallen zu lassen bedrohlich erscheint; all das ist Ausdruck unseres Unbewussten und unserer Seele. All das sind Zeichen unseres wahren Seins. 

Unsere Seele macht uns ganz genau darauf aufmerksam was unsere wahren Sehnsüchte, Wünsche und Träume betrifft. Sie zeigt uns unseren wahren Lebensweg. Was sich bei Erfüllung dann äußert in Entspannung und Gelassenheit. Wir werden innerlich ruhig. Und es kann uns so leicht nichts mehr erschüttern. 

Indem wir uns selbst vertrauen, vertrauen wir unserer Seele. Von ihr dürfen wir uns führen lassen. Denn sie alleine kennt unseren wahren Weg. 

Wir müssen nur lernen die Melodie unseres Herzens und unserer Seele wahrzunehmen und auf sie zu hören. Und wie die brennende Flamme einer Kerze vollkommen in unserer ureigenen Mitte zu ruhen. 

 

                                                                          © Iris Fischer – sensible-seele.net 

 

Das innere Potenzial hochsensibler Menschen


Das innere Potenzial hochsensibler Menschen

Hochsensible Menschen besitzen ein äußerst komplexes, differenziertes und reichhaltiges Innenleben. Sie verfügen über ein enormes inneres Potenzial. Und dieses innere Potenzial will entfaltet, genutzt und gelebt werden. Es will aus den Tiefen des Unterbewusstseins ausgegraben, an die Oberfläche des Bewusstseins befördert und von der noch geschlossenen Knospe zur prachtvollen und weit geöffneten Blüte gebracht werden. Aber was bedeutet das nun ganz genau?

Diese inneren, von der Natur angelegten Fähigkeiten, oder auch besonderen Begabungen, sind auf den Punkt gebracht beispielsweise:    

 

  • Hohe Kreativität – außergewöhnliche schöpferische Begabung
  • Empathie
  • Fähigkeit sich zu reflektieren
  • Außergewöhnliche Intuition
  • Erkennen feinster Nuancen
  • Fähigkeit ‚zwischen den Zeilen’ lesen zu können
  • Inneres ‚Warnsystem’, wenn im Außen „etwas nicht stimmt“
  • Ein immenses Gespür und inneres ‚Wissen’ um bestimmte Dinge
  • Denken in Bildern
  • Natürliches Gespür ob etwas „richtig“ ist
  • Eine ‚andere’ Art (außergewöhnlich komplex) zu Denken und Lösungen zu finden
  • Improvisationstalent 
  • (Er-)spüren von Gefühlen und Stimmungen anderer Menschen
  • Instinktives Leben nach dem Herzen
  • Die Fähigkeit winzigste Veränderungen im Verhalten eines anderen Menschen zu spüren, noch bevor dieser Mensch selber merkt dass er sich verändert hat
  • ... 


Sicherlich sind all diese von der Natur geschenkten Fähigkeiten nicht automatisch bei jedem hochsensiblen Menschen gleich stark ausgeprägt. Natürlich gibt es Unterschiede. Dem einen Menschen ist es sehr bewusst was er für ‚natürliche’ Fähigkeiten besitzt, während andere Personen wiederum durch Gespräche erst danach gefragt und ganz gezielt darauf aufmerksam gemacht werden müssen. Und nicht jeder hochsensible Mensch ist automatisch in der Lage, das vorhandene Potenzial bewusst und voll zu nutzen. Und sich voll auf seine Stärken zu konzentrieren. Ganz einfach deswegen, weil nicht jeder seine persönlichen Stärken kennt.

Zwar merkt man sehr wohl, dass man die eine oder andere Fähigkeit in sich besitzt, aber da man es als vollkommen selbstverständlich findet, dass man genau diese ‚natürliche Begabung’ in sich trägt und nutzt, SIEHT man die Besonderheit daran überhaupt nicht. Das ist beispielsweise beim Denken in Bildern so. Ich habe mit hochsensiblen Menschen gesprochen, die ihr Leben lang ausschließlich in Bildern denken, und für die das natürlich vollkommen normal ist. Diese Personen waren aber höchst erstaunt, als ich ihnen erklärt habe dass das eine besondere Fähigkeit ist, die sie da in sich tragen. Und dass die Mehrheit der Menschen tatsächlich NICHT in Bildern denkt.

Viele begehen auch den Fehler und konzentrieren sich auf ihre Schwächen. Weil sie denken das ist das naheliegendste. Weil man das oft automatisch tut. Und genau dabei übersieht man dann seine wirklichen Fähigkeiten und Talente.

Wirklich NIEMALS sollte man sich auf seine Schwächen konzentrieren. Es sei denn, eine vermeintliche Schwäche entpuppt sich bei näherem hinsehen als Stärke.

Denn – manche Schwächen sind tatsächlich auch Stärken!

NIEMALS sollte man sich auf die Dinge fokussieren die man NICHT kann! Denn das kostet ganz unnötig Zeit, Kraft und Energie.

Genauso wie man sich NIEMALS auf die Dinge konzentrieren und fokussieren sollte die man in seinem Leben NICHT will!

Und – das funktioniert zu hundert Prozent! Immer wieder aufs neue.

Was ja eigentlich logisch ist. Denn – warum konzentriert man sich überhaupt auf etwas was man NICHT kann? Wird es dadurch vielleicht besser? Nein! Wenn man es nicht kann, ist es auch nicht wichtig.

Indem man sich aber doch genau darauf konzentriert und fokussiert, macht man genau das falsche in seinem Leben wichtig!

Weil man einfach AN-NIMMT dass es wichtig ist, wenn man es nicht kann. WEIL man es nicht kann.

Und genau da liegt der Knackpunkt. Denn genauso manifestiert sich dann das FALSCHE im Leben und man zieht genau das an, was man eben NICHT haben will.

Umdenken ist also angesagt. WICHTIG ist das, was man wirklich sehr gut KANN!

WICHTIG ist das, was man wirklich WILL in seinem Leben. Nur darauf sollte man sich fokussieren und konzentrieren. Alles andere kann man ganz getrost ‚vergessen’. Und in den hintersten Winkel irgendwo in seinem Inneren vergraben. Denn man braucht es nicht!

Genauso wie man bestimmte Emotionen und Gefühle nicht mehr braucht. Weil sie einen nur belasten. Und die einem doch nur ‚heimlichen’ und dauerhaften Stress bereiten.

Die Entfaltung seiner ureigenen Fähigkeiten sollte man nicht übers Knie brechen. Nur weil man plötzlich eine Wortdefinition für etwas gefunden hat, dass man eigentlich schon immer über sich gewusst hat. Nämlich dass man hochsensibel ist.

Denn um das zu können, sollte man sich erst einmal seiner wirklichen Stärken sehr bewusst sein. Man kann sich selber ganz gehörig überfordern, wenn man zu schnell zu viel will.

Erst einmal ist es vor allem wichtig, einen adäquaten Umgang mit sich selbst zu finden. Einen Weg zu finden, seine Sensibilität passgenau ins eigene Leben zu integrieren. Und sich selbst fürsorglich und achtsam zu behandeln.

Natürlich ist es wichtig seinen eigenen Weg zu finden. Aber es macht überhaupt keinen Sinn, den dritten Schritt vor dem zweiten zu machen. Erst einmal muss man wissen, was genau man eigentlich ändern WILL in seinem Leben.

Erst wenn man sicher weiß, was man wirklich KANN, kann man daran arbeiten, genau diese Fähigkeiten und Talente zu verfeinern und zu stärken.

Es gibt schon eine gewisse „Struktur“ die man bei seiner inneren Entfaltung beachten sollte. Indem man sich aber sowieso kontinuierlich weiterentwickelt, ergibt sich das eine oder andere von selbst. Einiges sollte man überhaupt nicht planen, sondern es einfach ‚laufen lassen’. Es wird genau richtig werden, wenn man vertrauensvoll nach seiner Intuition handelt.

Zum einen ist es wichtig, zu definieren ob man zu den hochsensiblen oder zu den rein emotional sensiblen Menschen zählt. Denn das macht einen gewaltigen Unterschied. Es sei denn man ist beides.

Zum anderen ist es wichtig, Blockaden, Unsicherheiten und Ängste zu beseitigen, die einen eventuell daran hindern könnten sich voll zu entfalten.

Und zum dritten ist es wichtig, für sich zu definieren was man denn WIRKLICH will in seinem Leben.

Jetzt kann man anfangen, sich auf sein inneres Potenzial zu stürzen und seine ganze Kraft zu entfalten. Diese innere Kraft kann – wenn man sich wirklich darauf einlässt – eine gewaltige Dynamik entfachen. Der innere Funke der schon das ganze Leben lang vorhanden ist, wird zum lodernden Feuer. Und erst wenn man sich bewusst seinem ganzen Potenzial widmet, schafft man es, seine innere Kraft wirklich lebendig werden zu lassen. Sich auch wahrhaftig lebendig zu FÜHLEN. Weil man diese innere Kraft nun ganz bewusst einsetzen und nutzen kann.

Das bedeutet, all seine ureigenen Fähigkeiten, Talente und Leidenschaften zu leben. All die Möglichkeiten auszuschöpfen die die Natur einem geschenkt hat. Das innere Feuer immer wieder aufs neue anzufachen und zu nähren. Immer aus dem vollen zu schöpfen und seine innere Kraft zu vervielfachen.

Und dazu gehören nicht nur die oben aufgezählten ‚natürlichen Begabungen’, sondern auch diverse Fähigkeiten und Talente die man außerdem noch in sich trägt.

Wie künstlerisch und schöpferisch tätig zu sein. Und zwar in jeglicher Form: (Musik machen, Songtexte schreiben, Bücher schreiben, Bilder malen usw...)

Wobei man das aber auch als Differenzierung zum ‚ausleben seiner Kreativität’ zählen könnte.

Sein inneres Potenzial kann man übrigens auch mithilfe von stiller Meditation entdecken. Vereinfacht erklärt funktioniert das so, indem man sich beim stillen meditieren ganz bewusst auf sein Innerstes konzentriert , in sich hinein hört und ganz bewusst erspürt was für Fähigkeiten in einem stecken.

Menschen die es schaffen ihre Fähigkeiten richtig einzusetzen, ihre Talente und Leidenschaften wirklich zu leben, tragen ihr inneres Strahlen und Leuchten automatisch nach außen. Diese innere ‚Lebendigkeit’ kann regelrecht ansteckend wirken. Denn diese Menschen strahlen etwas ganz besonderes aus. Sie LEBEN das, was sie wirklich wollen. Sie LEBEN das was sie wirklich können. Sie tun es einfach. Sie denken gar nicht groß darüber nach. Ihre innere Kraft ist so stark, dass sie immer wieder automatisch „nachschöpfen“ können. Wie aus einer nie versiegenden Quelle.

Wenn einen dieser Sog erst einmal gepackt hat sein inneres Potenzial voll zu entfalten, kann man sich dem eigentlich gar nicht mehr entziehen. Denn dann lebt man für das, was man wirklich kann. Man brennt innerlich regelrecht dafür. Weil es eine angeborene und natürliche Leidenschaft ist.

Wenn man sich dagegen Menschen ansieht, die aus irgendwelchen Gründen daran gehindert werden ihre inneren Leidenschaften auszuleben, ihr inneres Feuer lebendig zu halten, fällt einem deutlich auf, dass diese Menschen insgeheim oft sehr unglücklich sind. Oder gar an Depressionen leiden. Auch wenn sie nach außen hin nichts sagen. Sie verkümmern manchmal seelisch regelrecht. Und das sollte sich eigentlich niemand selber antun.

Eines sollte man sich dabei immer vor Augen halten: Aus seinem individuellen Leben sollte man IMMER das Beste herausholen. Man sollte immer das Beste seiner selbst sein. Niemals eine Kopie von irgendjemandem! Denn davon gibt es schon zuviele.

Seien Sie deshalb ein Original! Seien Sie Ihr bestes Selbst!

Entfalten Sie Ihr inneres Potenzial. Lassen Sie Ihr inneres Feuer brennen. Halten Sie es lebendig. Und tragen Sie Ihr inneres Strahlen und Leuchten nach außen. Seien Sie glücklich!

Ihre ‚natürlichen’ Fähigkeiten sind wirklich ein ganz besonderes Geschenk.     

 

                                                                                        © Iris Fischer – sensible-seele.net      

Die Perfektionsfalle


Hochsensibilität & die Perfektionsfalle

Viele sensible Menschen leben in dem Trugschluss, wenn sie perfekt wären, würden sie ein besseres und glücklicheres Leben führen. Sie sind der Überzeugung, dass – wenn sie ein perfektes Familienleben, den perfekten Partner/die perfekte Partnerin, das perfekte Haus oder die perfekte Wohnung, das perfekte Auto, den perfekten Job, das perfekte Aussehen, den perfekten Charakter usw. hätten und wenn sie alles perfekt machen würden was sie tun, wären sie glücklicher als je zuvor.

Derweil ist - wenn man der Perfektion hinterherhechelt, es tatsächlich so - als ob man wie ein Verdurstender durch eine staubtrockene Wüste irrt. Und man findet einfach kein Wasser. Sprich - man ist weit davon entfernt perfekt zu sein. Es muss auch niemand perfekt sein. Denn gerade die Unperfektheit - die Unvollkommenheit eines Menschen macht einen Menschen doch erst interessant. 

Perfektion ist meiner Meinung nach langweilig. 

Weil dann keinerlei Raum mehr für Vielfalt, Unterschiedlichkeit, Individualität, Veränderung und für Entwicklung bleibt. 

Außerdem strengt es irrsinnig an, perfekt sein zu wollen. Noch dazu kostet es irrsinnig viel Zeit, Kraft und Energie, die man doch eigentlich in wichtigere Dinge investieren könnte. 

Gerade die unvollkommenen und unperfekten Menschen, die mit Charme und Humor zu ihren Fehlern, Macken, Eigenheiten, falschen Entscheidungen usw. stehen können, nehmen sich selber ganz genauso an wie sie nun einmal sind. Sie wollen gar nicht anders sein. Denn sie lieben sich so wie sie sind. Und werden dafür auch von anderen geliebt. Weil diese Menschen authentisch sind. Weil sie offen und ehrlich sind. Weil es ihnen egal ist was andere über sie denken. Sie machen sich nicht von den Bewertungen anderer abhängig. Und genau damit zeigen sie Persönlichkeit und Charakter. Und wirken gerade deshalb auf andere Menschen liebreizend und sympathisch. Weil sie unangepasst und unperfekt glücklich sind. 

Menschen mit einer gewissen Verschrobenheit, Schrulligkeit, Skurillität, Extravaganz oder mit rebellischem Charakter gehören beispielsweise hierzu. 

Das einzige was wirklich vollkommen ist, ist die Natur. Denn die Natur hat alles ganz perfekt aufeinander abgestimmt. Der Mensch entstammt zwar ebenfalls der Natur, ist aber in der Realität weit davon entfernt natürlich zu leben. Denn leider leben wir in einer immer künstlicher werdenden Welt, in der nur noch Leistung zählt und ständige Erreichbarkeit an der Tagesordnung ist. Wir Menschen können und dürfen überhaupt nicht mehr natürlich leben. Weil wir immer irgendwie von allen Seiten unter Erfolgsdruck gesetzt werden. Wir sollen immer nur funktionieren. Und wenn uns tatsächlich einmal niemand anders unter Druck setzt, sind wir trotzdem nicht mit uns zufrieden. Dann setzen wir uns nämlich selber unter Druck. Anstatt innerlich ruhig und gelassen zu bleiben. Uns zu entspannen, mit der Schulter zu zucken und zu sagen: "Na und, dann bin ich eben unperfekt. Und nicht vollkommen. Das ist völlig egal."

Nein, das bringen viele Menschen nicht fertig. Sie hetzen immer weiter nach Perfektion und Vollkommenheit. Und sind dabei niemals glücklich und zufrieden.

Die Wahrheit hinter dieser ganzen Perfektionsfalle will dabei aber niemand sehen. Das wird alles verdrängt. Und oft auch verschwiegen. Denn die Wahrheit kann emotional verdammt weh tun. Auch wenn die Wahrheit manchmal notwendig ist. Und diese emotionalen Schmerzen will niemand wahrhaben. Niemand will sie spüren.

Die Wahrheit ist nämlich eigentlich ganz einfach. Viele Menschen wollen einfach nur perfekt und vollkommen sein, weil sie nach Anerkennung und Lob lechzen. Weil sie niemals genügend Anerkennung und Lob in ihrem Leben erfahren haben. Und immer noch nicht bekommen.

Das ist auch der Grund, warum beispielsweise viele Frauen unsicher sind und ihre Männer mit Fragen in Verlegenheit bringen wie sie denn in diesem oder jenem Outfit aussehen würden. Sie wollen einfach nur Lob erhalten. Und Anerkennung dass sie gut genug sind so wie sie sind. Und die Männer sollten in diesen Momenten nur ja nichts "falsches" sagen. Aber auch Männer brauchen selbstverständlich Anerkennung und Lob. Nur wieder auf andere Art und Weise. Was auch oft zu Missverständnissen in Beziehungen führt.

Fehlendes Lob und fehlende Anerkennung. Das ist oft die eigentliche Ursache nach dem Streben nach Perfektion und Vollkommenheit. 

Weil viele Menschen der fatalen und irrigen Meinung sind, dass sie nicht gut genug sind so wie sie sind. Diese Menschen denken ständig, wenn sie alles noch besser und noch perfekter machen, würden sie noch mehr geliebt werden und noch mehr Lob und Anerkennung bekommen. 

Und natürlich auch, weil heutzutage überall suggeriert wird dass man immer perfekt funktionieren soll. Und alles im Leben an sich perfekt sein soll. 

Dass das perfekte Aussehen, das perfekte Heim, der perfekte Partner/die perfekte Partnerin, das perfekte Auto, das perfekte Einkommen, der perfekte Job, das perfekte Kind zu haben usw. unbedingt und dringend notwendig sei, um von anderen Ansehen zu bekommen. Dass nur Vollkommenheit gewünscht und toleriert wird. 

Genau deshalb ist auch Sensibilität in der Allgemeinheit nicht gewünscht. Weil Sensibilität als Unvollkommenheit gilt. Die immensen Vorteile die sensible Menschen von Natur aus in sich tragen, wollen von vielen Menschen überhaupt nicht gesehen werden. Da sensible Menschen oft als kompliziert und neurotisch angesehen werden. 

Das Gefühlsleben von sensiblen Menschen kann allerdings – wenn wir ganz ehrlich sind – sehr wohl kompliziert und chaotisch sein. Das stimmt schon. Aber es ist gleichzeitig auch äußerst vielfältig, intensiv, sehr tiefgründig, facettenreich, geheimnisvoll und faszinierend. 

Kompliziert wird es erst dann, wenn man als sensibler Mensch nicht den passenden Umgang mit sich selbst und mit seinen eigenen Gefühlen und Emotionen findet. Und auch wenn das eigene Umfeld nicht mit den sensiblen Menschen umgehen kann. Mit dieser Sensibilität nicht zurechtkommt. 

Aber gerade diese Unperfektheit macht einen sensiblen Menschen erst so richtig interessant. Und eigentlich dann doch wieder perfekt so wie er ist. 

Solange man allerdings von sich selber nicht wirklich überzeugt ist, und sich trotz seiner eigentlich von der Natur perfekt eingerichteten besonderen Gabe als unperfekt empfindet und wahrnimmt, kann man gar nicht mit sich selber zufrieden und glücklich sein. Und wenn dann noch die emotionale Abhängigkeit von den Bewertungen anderer dazukommt, führt man quasi einen permanenten – eigentlich schon verlorenen - Kampf gegen Windmühlen. 

Es ist ein fataler Irrglaube das Perfektion in das Leben führt, das man wirklich aus tiefstem Herzen und aus tiefster Seele führen möchte. 

Wenn wir alle perfekt wären und somit alle gleich, wie langweilig und öde wäre dann unsere Welt. Oder?

Würden Sie in einer perfekten Welt mit lauter perfekten Menschen leben wollen?

Dann gäbe es keinerlei Herausforderungen mehr. Weil ja eh alles immer ganz perfekt laufen würde. 

Natürlich ist es völlig legitim, Anerkennung und Lob bekommen zu wollen für Dinge, die man geleistet und wirklich gut gemacht hat. 

Allerdings tut man sich selber keinen Gefallen wenn man immer wieder nach Perfektion und Vollkommenheit strebt. Und vor allem nicht deshalb, „weil es die anderen ja auch tun!“

Denn – alleine die viele Zeit die Menschen damit verbringen sich selber und ihr enges Umfeld in dem sie sich befinden zu perfektionieren, könnte man schon für sehr viel sinnvollere Dinge verwenden. 

Nämlich für den Partner/die Partnerin wirklich da zu sein, seine Leidenschaften, Hobbies, Talente und Fähigkeiten zu entfalten, auszuleben und zu pflegen, sich seine Träume, Wünsche und Sehnsüchte zu erfüllen, in seine eigene Mitte zu finden, sich selbst zu lieben und auf sein eigenes Wohlergehen zu achten d. h. sich selber achtsam zu behandeln, auf seine Intuition zu hören und nach seinem Herzen zu leben.

Aus der „Verkopfung“ der Perfektionsfalle herauszukommen und so zu leben dass wir uns in uns selbst und in unserem Leben wohl fühlen können. Dass wir den Menschen an unserer Seite - der mit seinem freien Willen mit uns sein Leben teilt, und der uns wirklich liebt - wirklich sehen so wie er ist, und ihm auch die Liebe entgegenbringen die er verdient hat. Als der Mensch der sich für uns von Herzen entschieden hat und wir uns schließlich auch für ihn ganz bewusst entschieden haben. 

Für all das ist keine Perfektion und keine Vollkommenheit notwendig. Denn der Weg des eigenen Herzens stellt eigentlich den einzigen Weg dar, den man für sich „perfektionieren“ sollte. Da der Weg des eigenen Herzens immer der passende für uns selbst und für den Menschen an unserer Seite ist. 

Manchmal ist gerade das Unperfekte und Unvollkommene notwendig, um wirklich glücklich zu sein im Leben. Gerade DAS ist dann perfekt für uns. Nur übersehen wir das leider allzu gerne. 

Wenn man denn spürt dass man in der leidigen Perfektionsfalle sitzt, sollte man sich in jedem Fall bemühen, da wieder herauszufinden. 

Es sei denn - Sie fühlen sich so pudelwohl! 

Denn es gibt Mittel und Wege, genau die Anerkennung und das Lob zu bekommen, dass man auch verdient hat für die Dinge die man tagtäglich leistet in seinem Leben. Dazu sollte man sich aber nicht emotional abhängig machen von den Bewertungen oder den Beurteilungen anderer. 

Wenn wir ständig nur damit beschäftigt sind uns selber überholen zu wollen, kann das nur danebengehen. Und irgendwann sind dann zwangsläufig die Konsequenzen aus genau diesem Verhalten zu spüren, dass wir an den Tag legen, wenn wir in der Perfektionsfalle sitzen und es uns darin gemütlich machen. 

Vielleicht leben wir so unbewusst und unabsichtlich genau an unserem Glück vorbei. Weil wir es vor lauter Perfektionsdenken überhaupt nicht sehen und wahrnehmen, dass wir eigentlich oft genau das was uns glücklich macht, direkt schon vor unserer Nase haben. Und überhaupt nichts anderes mehr brauchen. Weil es genau richtig ist so wie es ist. Eben unperfekt und nicht vollkommen. Und wir vielleicht dennoch oder gerade deshalb vollkommen glücklich sein können in unserem Leben!

Trägt Ihr Leben Ihre eigene persönliche Handschrift? Oder stellt sich bei genauem Hinsehen heraus, dass Ihr Leben fremden Einflüssen unterliegt? Und Sie überhaupt nicht die Entscheidungsgewalt über Ihr eigenes Leben haben? Sitzen Sie bereits in der Perfektionsfalle und haben es sich darin schon so richtig gemütlich gemacht? Oder möchten Sie ganz schnell da wieder herauskommen, weil Sie sich in Ihrem Perfektionsdenken gefangen und nicht wirklich wohl dabei fühlen?

Dann nehmen Sie Ihr Leben in die Hand. Hören Sie auf Ihr Herz und auf Ihre Intuition. Um die Anerkennung und das Lob dass Sie für Ihr seelisches Wohlbefinden brauchen zu bekommen, müssen Sie nicht perfekt sein.

Sie sind genau richtig so wie Sie sind. Auch mit Ihrer Unperfektheit und Unvollkommenheit. Und vielleicht gerade deshalb eigentlich genau perfekt!


                                                                 © Iris Fischer – sensible-seele.net 


Wenn unsere Gedanken Purzelbäume schlagen


Hochsensibilität & Gedankenkarussell

Es gibt ein 'Massenphänomen' unter den Hochsensiblen. Nämlich dass die Gedanken im Kopf permanent wild durcheinander purzeln. Und einem das Leben so richtig schwer machen. Weil man es einfach nicht schafft, den Verstand abzuschalten. Oder wenigstens seine Gedanken zeitenweise ein bisschen "mundtot" zu machen. Manchmal hat man regelrecht das Gefühl, eine Meisterschaft findet im eigenen Kopf statt. Die Meisterschaft des Denkens. So ein Getümmel an vielfältigen Gedanken ist vorhanden. Und wirbelt das sensible Sein vollkommen durcheinander. 

Wahrscheinlich erkennen Sie sich selbst gerade wieder. Auch mir persönlich geht es da nicht anders. Ich kenne dieses permanente überfließen der Gedanken nur allzu gut. Es ist, als ob man eine immer sprudelnde Quelle im eigenen Kopf hätte. Die ständig neue Gedanken produziert. Und diese immer wieder aufs Neue überfließen lässt...    

 

Viele hochsensible Menschen kennen sicherlich auch die typischen Sprüche von außen:  

   

  • „Denk doch nicht immer so viel nach“
  • „Mach dir nicht ständig über alles und jedes Gedanken“
  • „Warum zerpflückst du immer alles bis in alle erdenklichen Einzelheiten“    

  

Für hochsensible Menschen ist das aber völlig normal. Sie können nicht anders.    

Einerseits spricht permanentes Nachdenken für hohe Intelligenz. Andererseits zerpflückt man aber wirklich alles bis ins kleinste Detail. Was überaus anstrengend für den Verstand ist. Denn das viele Nachdenken macht unglaublich müde. Und es erschöpft nicht nur den Geist. Außerdem bringt es einen trotzdem nicht wirklich weiter.     

Aber – immerhin ist unser Verstand ja dafür da, dass er analysiert, prüft und abwägt. Der Verstand möchte Fakten sammeln. Er möchte Beweise und Gegenbeweise anhäufen. Der Verstand möchte Gründe und Ursachen herausfinden. Er bewertet. Er meldet Zweifel an. Er misstraut vielem. So legt er uns immer wieder Stolpersteine in den Weg. Und macht uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung.    

Viele meiner Klienten fragen mich, wie sie es schaffen können den Kopf auch einmal abzuschalten und die Gedanken zu besänftigen. Das ist wirklich sehr schwer.     

Und beruhigenderweise haben wir Hochsensiblen das alle gemeinsam :)

Es gibt aber durchaus Strategien und Methoden, die Gedanken zwischendurch auch einmal dazu zu bringen, Ruhe zu geben.     

Zwar ist unser Verstand genau dafür da um zu funktionieren, aber man kann auch ihn, genauso wie den Körper, dazu bringen, zwischendurch mal etwas runterzufahren. Und etwas stiller zu werden.     

Allerdings ist es so:     

Je mehr wir uns ganz bewusst darauf konzentrieren, dass unser Verstand sich beruhigt, desto mehr muckt er dagegen auf. Bedeutet ganz genau, je mehr wir uns darauf fokussieren, dass unser Gehirn aufhört zu denken, desto mehr Gedanken bilden sich und spielen in unserem Kopf verrückt.     

Mir persönlich hilft es ungemein, wenn ich versuche, meine Gedanken lediglich zu beobachten. Ich weiß sie sind da. Und das ist auch okay so. Aber ich halte dann ganz bewusst keinen Gedanken fest! Was man aber meist ganz automatisch tut. Man fixiert sich auf einen bestimmten Gedanken und hält ihn beinahe zwanghaft fest. Und um genau diesen Gedanken bilden sich dann ‚zig’ neue Gedanken.     

Ich versuche dann oft – gerade beim stillen meditieren - meine Gedanken einfach nur fließen zu lassen. Wie Wolken, die leise am Himmel vorbeiziehen. Das wichtige dabei ist, die eigenen Gedanken nicht zu bewerten. Denn es ist eigentlich völlig egal, was man gerade denkt. Dabei gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Ich nehme es wahr, dass da viele Gedanken in meinem Kopf durcheinanderpurzeln, aber ich lasse mich davon nicht sonderlich beeindrucken. Natürlich funktioniert das nicht immer. Und nicht mit allen Gedanken. Wenn bestimmte Gefühle und Emotionen mit bestimmten Gedanken verbunden sind, gelingt auch mir das beruhigen meiner Gedanken nicht. Da ich ein äußerst emotionaler und gefühlsbetonter Mensch bin. Und dann ganz automatisch meine Gefühle und Emotionen mit meinem Verstand analysiere. Und mich selbst permanent reflektiere. Wenn ich es mittlerweile auch meist schaffe, mich sofort in meinem Herzen zu zentrieren. Und mich in meinen Gefühlen zu verankern. Und eben nicht mehr zu DENKEN. Das funktioniert wunderbar. 

Ich denke beispielsweise automatisch darüber nach, was ich bei bestimmten Dingen in meinem Leben anders oder noch besser machen könnte. Weil auch ich zugegebenermaßen einen Hang zum Perfektionismus habe. Was ja viele hochsensible Menschen von sich sagen. Wenn ich etwas tue, dann will ich es perfekt tun. Oder ich lasse es gleich ganz sein. Halbe Sachen gibt es bei mir nicht. Das habe ich schon lange abgeschafft. Allerdings liegt es ja nicht immer in meiner Hand, ob etwas besser gemacht werden könnte. Sondern es liegt einfach auch oft an den äußeren Umständen. Die man ja selbst nicht immer beeinflussen kann. Und es liegt auch an anderen Menschen die wiederum ihr eigenes Denken, Fühlen und Handeln haben. Was ja nicht zwangsläufig auch mit meinem Denken, Fühlen und Handeln übereinstimmen muss. Denn jeder Mensch denkt, fühlt und handelt ja aus seinen ureigenen Konditionierungen, Mustern und Glaubenssätzen heraus.     

Jedenfalls kann es aufgrund der Hochsensibilität ganz schön anstrengend und im wahrsten Sinne des Wortes nervig sein, permanent irgendwelche Gedanken im Kopf zu haben, mit denen man sich befassen muss.     

Wenn es allerdings um wichtige Entscheidungen geht, die ich treffen muss, höre ich einzig und alleine auf meine Intuition und auf mein Herz. Und natürlich auf die Stimme meiner Seele. Dann weiß ich, dass ich immer richtig liege. Außerdem ist mir mein weiblicher Ur-Instinkt eine überaus wertvolle Hilfe. Auf den ich mittlerweile gelernt habe, absolut zu vertrauen.     

Auch Männer haben ihren natürlichen Instinkt. Sie haben meistens – genauso wie viele Frauen - nur verlernt, auf ihn zu hören. Und ihn überhaupt zu benutzen. Weil viele – auch oder gerade sensible - Männer absolute Kopfmenschen sind. Und dann meist nur rational und sachlich denken. Gefühle lassen sie erst gar nicht zu. Obwohl sehr wohl starke und intensive Gefühle und Emotionen in ihnen vorhanden sind. Die sie aber unterdrücken und weit von sich schieben. Schlimmstenfalls sogar verleugnen. Weil die Intensität dieser Gefühle ihnen massive Angst einjagt. Und sie nicht damit umgehen können. Deshalb bleiben viele dieser sensiblen Männer lieber im Sicherheitsmodus ihres Verstandes. Was aber den riesengroßen Nachteil hat, dass sie so „freiwillig“ darauf verzichten, aus ihrem Herzen zu leben. Und ihr wahres Glück zu finden. Und sich so selbst emotional zwangsbegrenzen. Sie benutzen lieber ihren Verstand und analysieren alles bis zum „gehtnichtmehr“, als dass sie es zulassen könnten, ganz in ihren Gefühlen aufzugehen. Und sich ihren Gefühlen hinzugeben. Weil sie massive Angst haben, sich dabei selbst zu verlieren. Derweil verlieren sie sich nicht selbst, sondern sie leben lediglich ihre Gefühle und Emotionen aus. 

Der Verstand kontrolliert das Herz. Die Gedanken spielen uns immer wieder gewaltige Streiche. Weil viele Gedanken einfach nur Illusion und nicht Realität sind. Es sind eben „nur“ Gedanken. Unser Herz aber sagt uns die Wahrheit. Die  GEFÜHLTE Wahrheit wollen viele „verkopfte“ Menschen - sensible Männer genauso wie sensible Frauen - aber gar nicht sehen. Deshalb lassen sie sich von ihren Gedanken leiten. Da fühlen sie sich sicher. Lieber wägen sie permanent das „für und wieder“ einer Situation ab, als die Gedanken dass sein zu lassen was sie sind. Eben „nur“ die Illusion dessen, was gedacht wird. Und sich stattdessen ganz auf ihr Herz, auf ihre Intuition und ihren Instinkt zu verlassen. Sie spüren zwar eine unendliche und unbeschreibliche Sehnsucht danach, endlich ihre Gefühle ausleben zu können, aber der Kopf und die Gedanken, die hier durcheinanderwirbeln, lassen es nicht zu, dass der Verstand die Kontrolle über das Herz aufgibt. Und sich das Herz ganz den Gefühlen und Emotionen öffnet. Was die wahre Lebensqualität eigentlich rapide einschränkt.     

Herz über Kopf, sollte es eigentlich heißen. Aber leider heißt es bei den Verstandesmenschen lieber Kopf über Herz.  

Die Kontrolle über die eigenen Gedanken nicht loslassen zu können, bedeutet nichts anderes als Angst zu haben. Die Angst etwas zu verlieren. Nämlich SICH SELBST zu verlieren. 

Wenn man bei sich selbst bleibt, auf sein Herz hört und den Weg seiner Seele geht, KANN man sich NICHT selbst verlieren. Im Gegenteil. Dann IST man ganz bei sich selbst. Wenn man seinem Selbst erlaubt auf seine Gefühle zu hören und seine Gefühle auch zu LEBEN, gewinnt man ganz gewaltig an Lebensqualität.     

Kontrolle loszulassen, ist für viele Menschen gleichbedeutend mit Verlust. Und Verlust macht Angst. Unter Verlustangst leiden sehr viele Menschen. Verlustangst kann man aber definitiv loswerden.     

Es ist außerdem ein immenser Unterschied, ob man etwas emotional loslässt und sich abwendet, oder ob man etwas ganz einfach annimmt. Und es somit akzeptiert, wie es ist. Denn nur indem man etwas vollkommen annimmt, kann man auch Neues und somit Fülle, wirklich in sein Leben ziehen. Und somit Bereicherung und Erfüllung ‚empfangen’.     

Das ist dasselbe Prinzip wie beim ‚haben wollen’ aus dem Ego und einem emotionalen Mangel heraus und dem ‚empfangen’ mit dem Herzen.

Beides bewirkt - sowohl beim loslassen und annehmen, als auch beim ‚haben wollen’ und ‚empfangen’ - vollkommen gegensätzliche Dinge.     

‚Loslassen’ bedeutet (Kontroll-) Verlust und sich anderen Dingen zuwenden. Und annehmen bedeutet Akzeptanz. Man bekommt etwas dazu. Man bekommt nämlich emotionale Freiheit. Und fühlt sich nicht mehr abhängig und eingeengt durch die Verlustangst.     

Das alles fängt an mit Gedanken. Man DENKT man verliert die Kontrolle, also FÜHLT man die Angst. Und die gedachte und gefühlte Angst bewirkt ein angstvolles HANDELN. Man verkrampft sich innerlich und macht zu. Sowohl gedanklich als auch emotional.     

Wenn man etwas unbedingt ‚haben’ will, fängt man an dafür zu kämpfen. Und verbraucht dafür unnötig Energie. Man macht sich Gedanken über das „WIE bekomme ich das was ich unbedingt ‚haben’ will“. Und schon wieder kontrolliert man seine Gedanken UND die Situation an sich. Weil man nie gelernt hat, gelassen und vertrauensvoll loszulassen und einfach geduldig ‚abzuwarten’ und das Leben so ‚anzunehmen’ wie es ist. Erst dann kann man wirklich die Fülle des Lebens empfangen. Man muss dann nicht mehr seinen Verstand und seine Gedanken kontrollieren. Weil man nicht mehr ‚haben’ will, sondern gelassen und entspannt in sich ruhen kann. Und einfach nur ‚empfängt’, was kommt. Was auch die Gedanken in einem sehr beruhigt. Und sie einen nicht mehr permanent aufmüpfig mit Lärm und Getöse im Kopf nerven.         

Bei sehr vielen hochsensiblen und hochsensitiven Menschen ist es ja so, dass sie Gedanken und Gefühle von anderen Menschen übernehmen. Und zeitenweise überdeutlich deren Gedanken denken und intensiv deren Gefühle fühlen. Bei Menschen die einem sehr nahestehen, ist das ganze noch einmal extremer. Was für die nicht hochsensiblen Menschen dann schon beängstigend und erschreckend sein kann. Weil sie quasi von den Hochsensiblen regelrecht „gelesen“ werden. Und im wahrsten Sinne des Wortes seelisch, emotional und geistig gläsern sind.     

Was sehr belastend für die eigene Person – für das eigene hochsensible Selbst – sein kann. Weil man sich unbedingt und dringend von diesen Gedanken und Gefühlen ANDERER abgrenzen sollte! Vor allem wenn man kaum noch unterscheiden kann was denn nun die eigenen Gedanken und Gefühle sind und welche gehören tatsächlich den anderen. Hier sollte man sehr bewusst und konzentriert in sich hineinhören und bewusst erspüren, was noch zu einem selbst gehört und was nicht. Denn man kann NICHT die Verantwortung für Gedanken und Gefühle übernehmen die man von anderen Menschen 'auffängt'. Man kann nur für die eigenen Gedanken, Gefühle und Handlungen Verantwortung übernehmen.

Wenn uns ein bestimmtes Problem beschäftigt, dann denken wir automatisch darüber nach.

 

  • Wir grübeln...und grübeln...und grübeln...unablässig...und ständig...
  • Wir grübeln über die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft nach. Wir fragen uns, was wir anders oder besser hätten machen können. Oder wir fragen uns, was noch auf uns zu kommt
  • Wir ziehen uns entweder zurück, oder wir reden ständig darüber und "nerven" dann oft andere. Weil sie uns nicht verstehen können. Oder uns einfach nicht verstehen wollen. Aus den unterschiedlichsten Gründen
  • Wir denken darüber nach, wer oder was das Problem verursacht haben könnte, wir denken darüber nach wie wir das Problem beseitigen und lösen können, wir machen uns oft sogar Selbstvorwürfe oder reden uns Schuldgefühle ein
  • Oder wir sind enttäuscht, weil bestimmte Erwartungen die wir an einen bestimmten Menschen hatten, von diesem Menschen nicht erfüllt worden sind.
  • Oder das ungelöste Problem macht uns Angst. Weil wir nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen. 
  • Wir machen uns Sorgen und malen uns innerlich die schlimmsten Szenarien aus, die passieren könnten. Egal ob das nun realistisch ist oder nicht. 
  • Wir sehen nur das negative. Und unsere Gefühle und Emotionen spielen nun ebenfalls verrückt. Und so rutschen wir in die Negativ-Gedankenspirale ab. 
  • Wir versuchen zwar immer wieder, das Gedankenkarussell in uns abzustellen und zu stoppen, aber meistens funktioniert das nicht. 
  • Und je mehr wir uns damit beschäftigen das Gedankenkarussell in uns anzuhalten, desto schlimmer dreht es sich. 

 

Also bleibt im Endeffekt eigentlich nur eins. Es zu akzeptieren dass die Gedanken da sind. Dass sie in Bewegung sind, je mehr wir sie beachten und bewerten. Dass die Gedanken in unserem Kopf herumspuken, herumwirbeln und sprichwörtliche Purzelbäume schlagen.

Natürlich gibt es noch einige Methoden mehr, vorübergehend die Gedanken zu beruhigen. Und dem Kopf auch einmal ganz bewusst eine kleine Auszeit zu gönnen. Am wichtigsten ist aber trotzdem, zu versuchen die Gedanken einfach wahrzunehmen. Die Gedanken zu beobachten und sie fließen zu lassen. Einfach fließen lassen. Ganz gemütlich. Wie ein kleiner Fluss, in dem das Wasser langsam und gemächlich vor sich hin strömt.

Sie können auch versuchen, jeden einzelnen Ihrer Gedanken in eine schillernde, imaginäre Seifenblase oder in Luftballons zu packen und diese dann gemächlich in die Lüfte schweben zu lassen...und so jeden einzelnen "nervenden", belastenden und störenden Gedanken vertrauensvoll loszulassen...

Ganz abschalten können wir unsere Gedanken leider nicht. Schließlich haben wir unser Gehirn ja deshalb erhalten, DAMIT es denkt.

Es ist wie alles andere bei Hochsensibilität auch. Eine Frage des „Wie gehe ich für mich selbst am passendesten damit um.“

Auch beim Gedanken beruhigen gilt, was für den einen Menschen super funktioniert, passt für einen anderen noch lange nicht. Deshalb sollte jeder hochsensible Mensch für sich seine ureigene Strategie des Gedanken beruhigens finden....

Einen "kleinen" Tipp möchte ich Ihnen zum Schluss noch geben:

Glasklare Klarheit! Absolute Klarheit in der eigenen Gedankenwelt zu schaffen, ist immer sehr wertvoll. Und überaus nützlich und effektiv.   

                                                                     © Iris Fischer – sensible-seele.net  


Die Wahrnehmung unseres sensiblen Seins


Hochsensibilität & Selbstwahrnehmung

Ich habe ja schon Artikel über die Wahrnehmung hochsensibler und hochsensitiver Menschen geschrieben. Hier und jetzt möchte ich mich auf die Selbstwahrnehmung konzentrieren. Denn die Wahrnehmung von uns selbst – von unserem eigenen sensiblen Sein - kann sehr verzerrt sein. Und tatsächlich stark von der Realität abweichen. Vor allem dann, wenn wir ein destruktives Denken besitzen. Und uns selbst deshalb als negativ wahrnehmen. Selbst wenn wir von außen immer wieder die Bestätigung bekommen, dass unsere Selbstwahrnehmung „falsch“ ist. Und wir von anderen als sehr positiv wahrgenommen, gesehen und erlebt werden.

Dabei ist es aber einerseits auch wieder vollkommen normal, dass wir uns meist anders wahrnehmen als wir von außen von anderen Menschen gesehen und erlebt werden. Da die Wahrnehmung an sich ja eine sehr subjektive Angelegenheit ist. Und von vielen Faktoren bestimmt wird. Selbst die Personen die uns sehr innig und nahe stehen und die uns in- und auswendig kennen, nehmen uns anders wahr, als wir uns selbst sehen. Natürlich nehmen wir wiederum diese Personen ebenso anders wahr, als sie sich selbst wahrnehmen. Denn auch deren Wahrnehmung über die eigene Person ist ja subjektiv. Und entspricht ebenso nicht immer den realen Tatsachen.

Auch kann es passieren, dass gerade hochsensible Menschen von Kindheit an in der Familie die „Sündenbock-Funktion“ erhalten haben. Und so ständig impliziert bekommen wie negativ und „falsch“ sie doch aufgrund ihrer Sensibilität sind. Und wie „unpassend“ ihr anders-denken, anders-fühlen und anders-handeln ist. So entwickeln diese natürlich ein vollkommen falsches Selbstbild von sich. Und ihre Selbstwahrnehmung ist nur eine Illusion. Da sie ja absolut fremdbestimmt ist. Und nicht aus dem reinen Sein kommt.

Eine gesunde (Selbst-) Wahrnehmungsfähigkeit ist aber immens wichtig. Das eigene sensible SO SEIN wirklich zu sehen. Und uns selbst auch so anzunehmen wie wir eben nun mal mit unserer Sensibilität sind. Nicht, den sensiblen Teil von uns abzuspalten weil wir ihn vielleicht nicht mögen. Weil wir vielleicht überhaupt nicht sensibel SEIN möchten. Das wird auf Dauer nicht funktionieren. Genauso wie es nicht funktioniert, irgendwelche Gefühle auf Dauer wegzudrücken. Und diese zu ignorieren.

Oft ist es einfach so, dass wir uns von den Meinungen und Bewertungen anderer beeinflussen lassen. Oder schlimmstenfalls gar abhängig davon machen. Und halten deren Denken dann für „richtig“. Diese Gedanken übernehmen wir als unsere eigenen und denken dann, dass wir selbst es sind, die so denken. Wir denken, dass wir denken. Was aber letztendlich nur eine Illusion ist.

Auch sind wir von Kindheit an darauf konditioniert, uns mit den Gedanken anderer zu identifizieren. Wir werden darauf konditioniert, unserer Selbstwahrnehmung nicht zu glauben. Und ihr nicht zu vertrauen. Stattdessen hören wir auf die Wahrnehmung anderer.     

 

  • „Du bist nicht perfekt genug...“
  • „Du bist nicht intelligent genug...“
  • „Du leistest nicht genug...“
  • „Du bist zu gefühlsbetont...“
  • „Du bist einfach zu sensibel...“
  • „Du bist nicht gut genug...“

 

Das sind destruktiv bewertende Sätze, die uns prägen. Denn wir werden nicht so akzeptiert und angenommen wie wir sind. Stattdessen sollen wir uns ÄNDERN. Und so werden, wie ANDERE uns wahrnehmen und sehen wollen. Wir dürfen bei diesen Menschen nicht einfach (sensibel) SEIN.

Unsere Selbstwahrnehmungsfähigkeit ist dann ganz empfindlich gestört. Und wir verlernen, unserer Selbstwahrnehmung zu GLAUBEN. So bilden sich dann chronische innere Zweifel. Und die Leidensspirale dreht sich immer weiter nach unten.

Wir SIND also, was wir erinnern...

„Ich denke, also bin ich...“ sagte bereits Renè Descartes, der französische Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler.

Soll heißen, wir sind genau das, was wir über uns selbst DENKEN. Wenn wir also DENKEN dass wir sensibel sind, SIND wir dann tatsächlich sensibel?

Oder SIND wir sensibel weil unser wahres SEIN – unsere Gefühle, Emotionen und unsere Seele - von Natur aus grundsätzlich sensibel ist?

Letzeres ist tatsächlich die Wahrheit. Nicht unser Denken macht uns zu hochsensiblen oder emotional sensiblen Menschen. Sondern unser natürliches SEIN ist sensibel.

Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass unser illusionäres Denken uns einen gewaltigen Streich spielt, was unsere Wahrnehmungsfähigkeit betrifft. Deshalb ist auch unsere Wahrnehmung unseres Selbst oft so negativ oder gar destruktiv.

Dass unsere Selbstwahrnehmung oft so negativ ist, hat mit einem gewaltigen Mangel an Vertrauen zu tun. Wir vertrauen unserer eigenen Wahrnehmungsfähigkeit nicht. Wir vertrauen unserer Intuition nicht. Wir vertrauen nicht darauf, was wir in unserem Herzen und in unserer Seele WAHRNEHMEN. Wir vertrauen nicht unserem Ur-Instinkt.

Unser sensibles SO SEIN kennt aber in Wahrheit die ganze Wahrheit. 

Wir sehen diese Wahrheit leider nur allzu oft nicht. Schlimmstenfalls schieben wir sie von uns. Wenn wir sie nicht sehen möchten.

Stattdessen vertrauen wir unserem Verstand. Der aber nur eines kann:

Immer neue Gedanken zu produzieren. Und diese Gedanken dann zu bewerten. Und somit unsere natürliche Wahrnehmungsfähigkeit zu sabotieren und ganz gewaltig zu schwächen. Und wir fallen auch noch darauf herein.

Wer aber bewertet unsere Gedanken als negativ?

Das sind schlichtweg WIR alleine. Allerdings sind WIR wiederum unsere Gedanken! Und zwar die Gedanken mit denen wir uns identifizieren. Und so unser ICH bilden. Und so DENKEN wir, wir denken negativ. Oder wir denken im günstigsten Falle, wir denken positiv. Und konstruktiv.     

 

  • Unser Denken IST nicht unsere Wahrnehmung! Aber unser Denken beeinflusst unsere Wahrnehmung über uns selbst
  • Unsere Wahrnehmung kommt aus unserem wahren SEIN. Von unseren sensiblen Sinnen. Aus unserem Herzen. Und aus unserer Seele

 

Die Essenz unseres wahren sensiblen Seins – unsere natürliche Selbstwahrnehmung - wird überdeckt vom Spektakel, den unsere Gedanken in unserem Kopf permanent veranstalten. Und sie wird zugedeckt vom weit ausgebreiteten Mantel unserer Gefühle und Emotionen. So dass wir weder unsere Sensibilität, noch unser wahres Sein wirklich bewusst spüren können.

Was wir dadurch außerdem nicht spüren können, ist unser wahrer SELBST-WERT!

Wir erkennen und sehen nicht den tiefen und weiten Raum in uns, der unser wahres Sein ausmacht. Wir nehmen nicht die wahrhaftige Stille in unserem wahren Sein wahr, die uns erfüllt. Wir wissen oft gar nicht, dass es diesen tiefen und weiten Raum in uns überhaupt gibt. Eben WEIL wir uns nicht erlauben unser Selbst wirklich wahrzunehmen. So können wir überhaupt nicht in diesen tiefen und weiten Raum in uns eintauchen. Und uns auf uns selbst fokussieren.

Unsere Selbstwahrnehmung leidet, weil wir uns nicht auf uns selbst konzentrieren. Weil wir nicht achtsam genug sind. Weil wir nicht fürsorglich genug zu uns selbst sind. Weil wir uns selbst nicht genügend lieben. Sondern weil unsere Gedanken (!) ständig woanders sind. Unsere Gedanken sind überall, nur nicht bei uns selbst. Sie sind in der Vergangenheit und klammern sich dort fest. Oder die Gedanken hängen bereits in der Zukunft und machen sich Gedanken (!) und Sorgen um Dinge, von denen absolut niemand wissen kann, wie sie VIELLEICHT einmal werden KÖNNTEN.

Da niemand jemals in der Zukunft war. Denn Zeitmaschinen gibt es ja leider oder glücklicherweise nur im Film ;)

Und die Vergangenheit können wir sowieso nicht ändern. Warum also hängen so viele Menschen immer wieder in ihrer Vergangenheit fest und lassen diese nicht los?!

Dadurch befinden sie sich niemals im Hier und Jetzt. Sondern immer woanders.

Die wenigsten Menschen können den Moment bewusst leben. Und den Moment bewusst in vollen Zügen genießen. Derweil ist aber immer nur der Moment wichtig im Leben. Die Fähigkeit den Moment wahrzunehmen. Sich selbst im Moment wahrzunehmen. Nicht wie man sich selbst in seiner Vergangenheit erlebt und gesehen hat. Nicht wie man glaubt, in der Zukunft zu SEIN. Sondern das eigene Selbst wahrzunehmen wie man tatsächlich IST. Im Moment IST. Sein sensibles Sein einfach nur zu genießen. Sich auf die Wahrnehmung seines wahren sensiblen Selbst wirklich einzulassen. Dieser Selbstwahrnehmung zu vertrauen. Und sie anzunehmen. Sich dieser Wahrnehmung über sein eigenes sensibles Selbst hinzugeben. Dem Moment hinzugeben und diesen zu leben. Den Moment ganz bewusst zu spüren. Mit der Wahrnehmung aus eben diesem Moment. Nicht dem nächsten. Denn das wäre ja schon wieder die Zukunft. Und eine veränderte subjektive Wahrnehmung über sich selbst.

Selbst Beziehungen werden NICHT im Moment gelebt. Sondern man ist oft damit beschäftigt sich Gedanken zu machen, wie es in der ZUKUNFT besser funktionieren könnte. Anstatt einfach den Moment zu genießen. Das zusammen SEIN zu genießen. IN Liebe zu sich und dem anderen einfach nur zu SEIN. Und aus jedem Augenblick das beste aus sich, aus dem Menschen den man liebt und aus der Beziehung in der man zusammen IST, herauszuholen.

Wir verpassen so viele wunderbare und kostbare Augenblicke – auch mit dem Menschen den wir bedingungslos, tief und wahrhaftig lieben - weil wir nicht fähig sind, IM Moment  bewusst zu SEIN. Diese Augenblicke sind unwiederbringlich für immer verloren. Weil sie dann Vergangenheit sind. Anstatt wir es aber in der GEGENWART besser machen, trauern wir diesen verpassten Möglichkeiten nach und halten uns so wieder in der Vergangenheit auf. Was ja überhaupt keinen Sinn macht.

Die Wahrnehmung verändert sich ständig. Unsere Wahrnehmung ist nie gleich. Nicht solange wir unsere Wahrnehmung unseres Selbst auf unsere Gedanken projizieren. Und unsere Gedanken für die absolute Wahrheit halten. Nicht, solange wir nicht unserem wahren sensiblen Sein einfach vertrauen. Es nicht zulassen, dass unser wahres SO SEIN unsere eigentliche Wahrnehmung ist. Die uns immer die Wahrheit sagt.

Unser innerster Kern ist die Sensibilität. Das ist unser wahres Sein. Nicht unser ICH und nicht unsere Gedanken sind sensibel. Denn unser ICH besteht nur aus Gedanken.

Die Identifikation unseres ICHs über unsere Gedanken löst sich erst dann auf, wenn wir den Moment als Moment bewusst akzeptieren. Den Moment des JETZT annehmen. Uns infolge dessen immer im ‚Jetzt’ aufhalten. Und unser wahres sensibles Sein bewusst wahrnehmen. Es uns ganz bewusst ansehen. Bewusst in uns hineinspüren. Uns ganz bewusst auf uns selbst einlassen.

So können wir auch lernen mit unserer Sensibilität passend umzugehen. Wenn wir aufhören, unsere Sensibilität über unserer Gedanken zu definieren. Sondern es zulassen, unserer Wahrnehmung zu vertrauen. Und somit natürlicherweise einfach nur sensibel SIND.

Unsere sensible Seele leidet deshalb so stark, weil wir sie nicht wahrnehmen. Weil wir nicht auf sie hören. 

Unsere emotionalen Schmerzen sind für uns dann unerträglich, wenn wir uns nicht erlauben unsere Gefühle zu spüren. Und diese zu leben. Unser Herz-Schmerz ist deshalb so groß, weil wir nicht auf unsere Intuition vertrauen. Sondern weil wir uns über unsere Gedanken definieren. Und lieber unseren Kopf entscheiden lassen. So werden wir aber niemals das wahre Glück erleben. Unser wahres sensibles Sein einfach genießen zu können. Unsere Selbstwahrnehmung zu stärken und unser bestes SELBST zu SEIN, dass wir nur SEIN können.

Stattdessen sind wir oft nur eine Imitation von anderen. Weil wir genau darauf konditioniert sind. Oder wir werden als Schablone „missbraucht“. Damit wir im Strom mit den anderen schwimmen. Obwohl wir das oft überhaupt nicht wollen.

Anstatt wir bewusst darauf achten, unser eigenes bestes Original zu SEIN. Einfach authentisch zu SEIN.

Unsere ureigenen natürlich angelegten hochsensiblen Fähigkeiten sind ja genau dazu da, um ANDERS zu denken. Um ANDERS zu fühlen. Und vor allem um ANDERS zu handeln. Um eben sensibel zu SEIN. Einfach wir SELBST zu SEIN. Mit allen Konsequenzen. Aber wir TUN es oft nicht.

Ob aus Angst oder Zweifel an uns selbst, WEIL wir unserer Selbstwahrnehmung nicht vertrauen. Sondern uns lieber auf unsere Gedanken verlassen. Stattdessen leben wir oft nur Kompromisse. Weil wir auch hier nicht genügend auf unsere Selbstwahrnehmung achten. Sondern auf die Flut unserer Gedanken hören. Die wir wiederum sofort bewerten. Oder uns auf das Urteil und die Wertungen anderer verlassen. Andere für uns entscheiden lassen. Was wiederum ‚Gift’ für eine gesunde Wahrnehmung unseres eigenen Selbst ist.

Die Wahrheit ist eigentlich, dass unsere Gedanken sich selbst bewerten. Denn unser ICH besteht ja nur aus Gedanken. Unser ICH ist somit auch nur Illusion.

Nicht aber unser wahres sensibles Sein. Dieses ist echt. Das ist der Kern unserer Existenz. Unsere natürlich angelegte Sensibilität.

Um in den wahren innersten Kern unseres sensiblen Seins vorzudringen und in ihn einzutauchen, ist es notwendig, dass wir unserer Selbstwahrnehmung bedingungslos GLAUBEN. Dass wir unseren sensiblen Sinnen bedingungslos VERTRAUEN. Dass wir auf die Sprache unserer Intuition bedingungslos HÖREN. Dass wir der Stimme unseres Herzens und dem Ruf unserer Seele bedingungslos FOLGEN. Nur so kommen wir in die Lage, uns auf uns selbst einzulassen.

Solange wir uns selbst weder glauben, noch uns selbst vertrauen, noch unserer inneren Stimme bedingungslos folgen können, ist unsere Selbstwahrnehmung nicht stark und gefestigt genug. Sie ist nicht konstant. Sondern bleibt immer von den permanent wechselnden subjektiven Gedanken abhängig.        

Eine gesunde Selbstwahrnehmung hat etwas zu tun mit bewusster Aufmerksamkeit unserem Selbst und unserem wahren Sein gegenüber. Auch die Körperwahrnehmung kann so gesteigert und bewusst mit Aufmerksamkeit versorgt werden.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit ganz bewusst auf unser wahres Selbst lenken – uns auf unser sensibles Sein fokussieren - fallen uns vielleicht Fähigkeiten, Talente, Leidenschaften, Sehnsüchte, Interessen, liebenswerte Eigenschaften oder Verhaltensweisen an uns auf, die wir vorher nicht gesehen haben. Vielleicht bemerken wir mit einem Mal, dass da Gefühle in uns sind, die wir die ganze Zeit unterdrückt und nicht gelebt haben. Die aber mit aller Macht aus uns herausbrechen wollen. Und die sich eventuell schon lange irgendwie bei uns bemerkbar machen wollten. Nur wir haben dies nicht wahrgenommen. Oder wir haben es ganz einfach ignoriert und weggeschoben. Weil unsere Aufmerksamkeit mit ganz anderen Dingen abgelenkt und beschäftigt war. Nämlich hauptsächlich mit unseren bewertenden Gedanken. Oder auch mit Aktivitäten im Außen. Um vor unseren Gefühlen zu flüchten.

Vielleicht bemerken wir mit dieser bewussten Aufmerksamkeit auf uns selbst aber auch, dass wir eigentlich ein vollkommen anderes Leben leben möchten. Oder zumindest einen völlig anderen und ganz persönlichen Lebensrhythmus für uns bevorzugen. Vielleicht fällt uns endlich auf, wie wenig wir uns eigentlich um unser wahres Sein gekümmert haben. Wie fremdbestimmt wir viele Jahre lang gelebt haben. Und wie sehr wir unser Bild über uns selbst von den Meinungen und Bewertungen ANDERER abhängig gemacht haben. Und deshalb ein vollkommen verzerrtes Bild über uns selbst aufgebaut haben. Wir erkennen vielleicht endlich, wie und wer wir WIRKLICH sind. Oder wie ausgehungert wir danach sind, endlich den Weg unseres Herzens und unserer Seele zu gehen. Vielleicht bemerken wir mit einem Mal bewusst, wie wenig wir die ganze Zeit auf unsere kraftvolle Ur-Weiblichkeit als Frau oder auf die wahre Ur-Männlichkeit als Mann geachtet haben. Oder wie oft wir uns selbst emotional und seelisch absolut vernachlässigt haben. Wie oft wir gegen unseren Instinkt, gegen unsere Intuition und gegen unser Gefühl gehandelt haben.     

 

  • Eine gesunde Selbstwahrnehmung sollte objektiv, realistisch und ohne jegliche Bewertung aussehen
  • Eine gesunde Selbstwahrnehmung hat etwas zu tun mit dem Bild, dass wir uns von uns selbst erschaffen

 

Unser wahres sensibles Sein ist wie ein tiefblauer, endlos weiter und absolut stiller Himmel. Der  immer noch vorhanden ist, selbst wenn er mit dicken grauen Wolkenfeldern verschleiert und so aus dem Blickfeld unserer Aufmerksamkeit verschwunden ist. Ab und zu blitzt dieses tiefe Blau – unser wahres Sein - vielleicht hervor. Die Wolkenfelder sind dabei das Synonym für all die Dinge die unser wahres Selbst – unser sensibles Sein – verdecken. Und wir es dadurch nicht sehen können. Wenn wir aber unsere Aufmerksamkeit und unsere Wahrnehmung gezielt darauf richten, können wir Schicht für Schicht in unser wahres Sein eintauchen und in die unendliche Tiefe und den endlos weiten Raum der Stille in uns hinein sinken.

Diejenigen von Ihnen, die regelmässig meditieren, haben ja schon eine leise Ahnung davon, wie sich diese wahrhaftige Stille in unserem inneren Raum tatsächlich anfühlt.

Je mehr wir uns also in unserer ureigenen Mitte befinden, desto stärker und echter ist auch unsere Selbstwahrnehmung. Je positiver wir unser eigenes Selbst - unser sensibles Sein - wahrnehmen, desto mehr strahlen wir dies nach außen. Und desto authentischer sind wir auch...

                                                                                              © Iris Fischer – sensible-seele.net 


Hochsensibilität und Depressionen


Hochsensibilität & Depressionen

Meiner Ansicht und meiner Erfahrung nach sind Depressionen ein Symptom für die auf Eis gelegte tiefe Sehnsucht und Suche der Seele nach dem eigenen (Lebens-) Sinn. Ein Symptom für die Vernachlässigung des eigenen Selbst. Ein Symptom der Nichtbeachtung der eigenen Intuition und der emotionalen, geistigen, seelischen, schöpferischen und kreativen Fähigkeiten. Ein Symptom der nicht ausgelebten Talente und Leidenschaften. Ein Symptom des übergehens der ur-eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Träume, Sehnsüchte und Ziele. Ein Symptom missachteter, ignorierter, unterdrückter, weggeschobener und verleugneter Gefühle und Emotionen.

Sind Depressionen also ein überdeutliches Zeichen derjenigen sensiblen Menschen die sich nicht selbst verwirklichen? Die sich fremdbestimmen lassen? Und die sich permanent für andere verbiegen? Die sich selbst nicht genügend beachten und von anderen nicht gesehen fühlen? Oder die gar völlig überbehütet werden und nicht ihre eigenen Entscheidungen treffen dürfen? Die aus vollkommen falscher Rücksichtnahme auf andere mit ihrer wahren eigenen Meinung immer hinter den Berg halten müssen? Und die oft jahrelang einen vernichtenden Kampf gegen sich selber führen? Da deren Kopf und Herz erbitterte Gegner sind, weil sie nicht den Mut haben, ihr Herz gewinnen zu lassen? Und stattdessen immer wieder den Illusionen ihres Verstandes verfallen? Ein Synonym dafür, dass sie sich von der Essenz ihrer Seele, ihrem wahren Kern und ihrem wahren Sein - ihrer ureigenen Mitte  – um Lichtjahre entfernt haben?

Werden solche Menschen depressiv, die sich abhängig machen von den Meinungen, Urteilen und Bewertungen anderer? Weil sie sich selbst nicht vertrauen und sich nichts zutrauen?

Die sich nicht selbst leben, sondern die sich von anderen leben lassen? Die ihren eigenen Lebensentwurf verkümmern lassen und stattdessen immer nur Kompromisse eingehen? Die sich permanent selbst enttäuschen und selbst verleugnen und aus Angst lieber das tun, was andere von ihnen wollen?

Meiner Erfahrung nach ein ganz großes „Ja“! 

Depressionen aufgrund einem gravierenden Mangel, Grenzen setzen zu können und einer unendlichen Suche der Seele nach dem:

 

  • „Wer bin ICH eigentlich wirklich“
  • „WAS ist der wahre Sinn meines DaSeins“
  • „WIE schaffe ich es, ICH SELBST zu sein und MICH zu verwirklichen“
  • „DARF ich wirklich meine Gefühle leben, ohne mich selbst dabei zu verlieren“
  • „WIE kann ich das schaffen“


Viele hochsensible Menschen entwickeln irgendwann im Laufe ihres Lebens irgendeine Art von Depression. Es gibt abwechselnd je nach Tagesform passive und aktive Phasen. Tieftraurige und absolut erschöpfte und antriebslose Phasen. In denen man überhaupt nichts tun kann. Weder geistig noch körperlich. Außer daliegen und sich ausruhen. Oder gleich schlafen. Und nur weil man trotzdem ab und zu einmal lacht und oberflächlich gesehen fröhlich ist, heißt das noch lange nicht dass man nicht doch unter einer Depression leidet. Die Unterschiede sind so vielfältig wie die Menschen selbst.

Man muss sich nur einmal folgendes vorstellen:

Eigentlich haben wir alles was wir zum Leben brauchen. Wir haben alle ein Dach über dem Kopf, wir sind mehr oder weniger finanziell versorgt, wir schwelgen im „Luxus“ uns das Wasser aus dem Wasserhahn holen zu können, wir drehen die Heizung an wenn uns kalt wird, wir drücken den Lichtschalter, um der Dunkelheit zu entgehen, wir gehen im Supermarkt einkaufen, wir haben mehr als genug zu essen und zu trinken, wir besitzen genügend Kleidung und Schuhe die wir oft genug nicht ein einziges mal getragen haben, wir haben Luxusgüter wie Autos, Fernseher, Computer, Handys usw..., wir können uns ins Flugzeug setzen und irgendwohin in Urlaub fliegen - wir haben Beziehungen, Partnerschaften und Familien, und sind dennoch oder gerade deshalb unzufrieden und unglücklich!

Viele hochsensible Menschen leiden unter chronischen Depressionen. Die Dunkelziffer ist noch weitaus höher, als offizielle Zahlen das vermuten lassen.

WARUM ist das so?

Diese Menschen haben meiner Erfahrung nach die Kontrolle über sich selber und über ihr Leben verloren. Da man mit zuviel Kontrolle der falschen Dinge eben das Gegenteil von dem erreicht, was man eigentlich will. Und so das WAS man will, erst recht nicht bekommt. 

Weil hinter der Kontrolle in Wahrheit eine ganze Menge Angst steckt.

 

  • Angst nicht zu genügen
  • Angst zu versagen
  • Angst vor Veränderung
  • Angst SICH SELBST zu leben
  • Angst authentisch zu SEIN
  • Angst, sich seinem eigenen Selbst und seinen wahren Gefühlen zu stellen
  • Angst Fehler zu machen 
  • Angst andere zu enttäuschen, lieber enttäuscht man sich die ganze Zeit selbst
  • ...usw...


Sie versuchen mit allen möglichen Aktionen und Aktivitäten - oft über viele Jahre lang - innere Defizite und Mängel auszugleichen. Was aber nur schwerlich gelingt. Auch haben viele Menschen oft viele Jahre lang das Gefühl dass ihnen irgendetwas elementares fehlt im Leben. Das kann die unbewusste Suche nach tiefer, wahrer und bedingungsloser Liebe aber auch fehlender Selbstwert und fehlende Selbstliebe sein. Oder man ist unzufrieden und unglücklich weil man lediglich ein Leben mit lauter Kompromissen lebt. Weil man perfektionistisch ist und nicht die Anerkennung und das Lob bekommt dass man sich so sehr ersehnt. Und dafür immer noch weiter kämpft. Und sich nicht verwirklichen und seine Fähigkeiten, Talente und Leidenschaften ausleben kann.

Weil man sich selbst einfach nicht erlaubt so zu sein wie man eigentlich schon immer ist.

Man darf in unserer heutigen Gesellschaft als Mann nicht mehr wirklich ‚Mann’ sein und als Frau nicht mehr richtig ‚Frau’. Man spürt dass irgendetwas nicht richtig und nicht stimmig ist und kann es nicht einmal für sich definieren. Man fühlt sich irgendwie unwohl und findet doch keine Worte dafür. Vielleicht lehnt man auch seine Sensibilität ab oder kann bzw. darf sie aus verschiedenen Gründen nicht ausleben. Man ist emotional abhängig von anderen Menschen, man verbiegt sich permanent und lässt sich „fremdbeeinflussen“ und „fremdbestimmen“ usw...

Leider sind wir darauf konditioniert, jederzeit zu funktionieren und Leistung zeigen zu müssen. Jederzeit erreichbar zu sein. Wir sind darauf konditioniert, uns anderen anzupassen und uns selbst zu vergessen. Oft wissen wir überhaupt nicht mehr, wer wir eigentlich wirklich sind. Wir sind darauf konditioniert, uns um andere zu kümmern, nur nicht um uns selbst. Wir kennen uns selbst oft überhaupt nicht mehr.

 

Fragt man die Menschen:

 

  • Wer bist du wirklich?
  • Was willst du tatsächlich?
  •  Was sind deine Fähigkeiten?
  • Wohin zieht es dich im Leben?
  • Was macht dich aus?


erntet man oft nur betretenes Schweigen. Oder den folgeschweren und tragischen Satz „Ich weiß es nicht“.

Das ist leider trauriger Fakt. Und so ist es kein Wunder dass wirklich viele – gerade sensible  Menschen - unter Depressionen leiden.

 

Depressionen zeigen meiner Ansicht nach den Hunger nach wahrem Leben.

 

  • Den Hunger nach Lebendigkeit
  • Den unstillbaren Hunger nach Leichtigkeit und innerer Freiheit


Menschen die unter Depressionen leiden sind vollkommen ausgehungert. Sie spüren sich selbst nicht mehr. 

Sie sind ausgehungert nach Dingen, die aus der Tiefe ihrer Seele kommen.

 

  • Ausgehungert nach wahrer und bedingungsloser Liebe
  • Ausgehungert, ihre Gefühle jederzeit zeigen und ausleben zu dürfen. Auch die negativen. 
  • Ausgehungert nach Akzeptanz
  • Ausgehungert nach Respekt
  • Ausgehungert nach Zufriedenheit
  • Ausgehungert nach Achtsamkeit
  • Ausgehungert nach innerer Ruhe
  • Ausgehungert nach Gelassenheit
  • Vollkommen ausgehungert nach wahrem Glück
  • Unendlich ausgehungert danach, einfach SIE SELBST sein zu dürfen. Genauso wie sie sind. WEIL sie so sind wie sie sind


Das zeigt sich auch sehr deutlich an den Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafproblemen, die bei depressiven Menschen  auftreten. Und dem ständigen rattern des Gedankenkarussells. Weil man aus dem Grübeln überhaupt nicht mehr herausfindet. Man grübelt und grübelt und grübelt und findet doch keine Lösung für die Dinge, über die man nachdenkt.

Bei all dem ist es ja kein Wunder dass man chronisch müde, antriebslos, seelisch, geistig und körperlich unendlich erschöpft wird. Man resigniert innerlich und gibt auf. Und zwar unbewusst. Man findet keinen Ausweg.

Eine Lösung des ganzen Dilemmas liegt dabei ausschließlich in uns selbst!

Wir finden diese nicht im Außen. Wir finden sie nicht im einnehmen von Medikamenten. Wir finden sie nicht, indem wir von Arzt zu Arzt rennen. Auf der Suche nach immer neuen Behandlungsmethoden. Die sowieso nichts bringen. Und die Symptome letztendlich nur zudecken. Oder oberflächlich ankratzen. 

Eine Lösung liegt nicht darin, einen depressiven Menschen unter Druck und unter Zugzwang zu setzen.

Die Lösung liegt ausschließlich IN UNS SELBST...

Nur wir selbst können die bedrohlichen dunklen Wolken der Depression verscheuchen und von uns schieben. Das kann niemand anders.

Es ist ganz einfach die tiefe und pure Sehnsucht der eigenen Seele, die hier lauter als laut um Hilfe schreit...

Weil sie endlich gehört, gesehen und gelebt werden will...

                                                                                          © Iris Fischer - sensible-seele.net 

   

Facetten der Hochsensibilität

 

Facetten der Hochsensibilität

(Leseprobe aus meinem Buch "Hochsensibilität - das besondere Geschenk der Natur")

Hochsensibilität hat viele verschiedene Gesichter, Facetten und Ebenen. So wie jeder Mensch in sich individuell ist, so individuell zeigt sich auch die Hochsensibilität. Sie ist wie ein kostbarer Diamant, der immer noch weiter feingeschliffen werden muss. Solange bis er seinen schimmernden Glanz und seine vollkommene Schönheit entfaltet. Die natürlichen Anlagen der Sensibilität sind schon da, aber sie sind – wenn man anfängt sich bewusst mit dem Thema auseinanderzusetzen – meist noch unbehandelt und roh. Der richtige und individuell passende Umgang mit der eigenen Hochsensibilität will gelernt sein und ist nicht immer leicht. Je mehr man an sich arbeitet, desto mehr bringt man seinen inneren Diamanten zum strahlen. Desto mehr sieht man das kostbare Geschenk der Natur und die besondere Begabung die man in sich trägt als positiv. Und desto mehr kann man bei sich selbst ankommen. Und einfach SO SEIN wie man ist.
      

Innerhalb der Hochsensibilität gibt es beispielsweise folgende Facetten und Ebenen:    

  • hochsensibel
  • hochsensibel-außergewöhnlich emotional
  • hochsensibel-hochsensitiv
  • hochsensibel-hochbegabt (oft unerkannt)
  • emotional sensibel
  • emotional sensibel-außergewöhnlich emotional
  • hochsensibel-vielbegabt (Multitalente oder auch Scanner genannt – ebenfalls oft unerkannt)
  • hochsensibel-hochsensitiv-vielbegabt-hochbegabt (unerkannt)
  • emotional sensibel-hochsensitiv

Oft werden sensible Menschen völlig verkannt. Die Sensibilität – bzw. die Auswirkungen aufgrund dessen – werden nicht ernst genommen. Da ja „angeblich“ alles nur Einbildung ist.

Die Hochsensiblen selbst sind oft sehr verunsichert. Und zwar gerade aufgrund ihres „anders-denkens“ und „anders-fühlens“.       

  

Ganz typische Aussagen sind Sätze wie:    

  1. „Ich habe das Gefühl ich lebe in der falschen Zeit“
  2. „Ich bin viel zu sensibel für diese Welt“
  3. „Ich fühle mich nirgendwo zugehörig“
  4. „Ich fühle mich von meinem Umfeld nicht verstanden“
  5. „Ich darf nicht so sein wie ich eigentlich bin

     

Außerdem wird die innere Verunsicherung stark gefördert durch falsche Glaubenssätze und Konditionierungen. Das Empfinden als „Außenseiter“ ist demnach rein subjektiv zu sehen. Denn hochsensible Menschen verfügen natürlicherweise über ein Persönlichkeitsmerkmal, das nicht sensiblen eben nicht vergönnt ist.

Die in der Bevölkerung überwiegende Nicht-(Hoch-)Sensibilität wird oft als „normal-sensibel“ tituliert. Was es aber meiner Meinung und meiner Erfahrung nach nicht trifft. Und ich es von daher unpassend finde. Denn es gibt definitiv auch absolut un-sensible bzw. nicht sensible Menschen. Was also soll „normal“ sensibel sein? Dieser Begriff erschließt sich mir aus meinem logischen Denken heraus nicht. Denn entweder man ist ein hochsensibler oder emotional sensibler Mensch oder man ist es eben nicht.       

 

Falsche Konditionierungen sind unter anderem:    

  • du musst immer stark sein
  • du darfst keine Schwäche zeigen
  • du musst dich selber besser „im Griff“ haben
  • du darfst nicht so sensibel oder (über-) empfindlich sein
  • du darfst nicht alles so schlimm sehen
  • du musst dich zusammenreißen
  • du BIST einfach zu kompliziert (impliziert überdeutlich, dass man angeblich mit seiner Sensibilität eben NICHT ok ist)
  • du MACHST einfach alles so kompliziert
  • sei doch endlich mal NORMAL
  • du darfst dir nicht alles so zu Herzen nehmen

 

Die daraus resultierenden negativen Glaubenssätze sind unter anderem folgende:    

  • ich bin NICHT in Ordnung so wie ich bin (MIT meiner Sensibilität)
  • ich bringe einfach nichts zustande WEIL ich so sensibel bin
  • ich bin ANDERS als andere und daher NICHT normal
  • (Hoch-) Sensibilität ist etwas „schlechtes“
  • ich bin FALSCH weil ich so sensibel bin
  • ich werde nur von anderen (nicht sensiblen) gemocht wenn ich mich zusammenreiße und anpasse und mich NICHT sensibel zeige
   

Die Prinzessin auf der Erbse aus dem gleichnamigen Märchen weist übrigens genau die Merkmale der Hochsensibilität auf. Da sie die winzige Erbse durch all die Matratzen und Daunendecken hindurch spürt. Und durch die sie am schlafen gehindert wird. Sogar „blaue Flecke“ am Körper trägt sie davon.

Hochsensibilität ist kein „Phänomen“ wie es von so manchem gerne dargestellt wird. Es braucht auch keine Wissenschaft um zu „beweisen“ ob Hochsensibilität tatsächlich existiert. Denn, seit Menschengedenken gibt es hochsensible und emotional sensible Menschen. Es gab nur früher keine Definition – keinen Namen – dafür.

Wenn man wirklich hochsensibel ist dann weiß man das normalerweise. Denn man spürt es ja in sich. Dass man an sich selbst zweifelt und oft tief verunsichert ist, liegt einfach daran dass man permanent von außen suggeriert bekommt dass man nicht in Ordnung ist so wie man ist. Das manifestiert sich dann in einer Denkfalle über sein eigenes Selbst. Denn man unterdrückt seine wirklichen Gefühle. Und schiebt die Sensibilität von sich weg. Weil man es nicht wahrhaben möchte dass man tatsächlich anders als andere ist. Aber eben deshalb nicht besser oder schlechter als die nicht sensiblen. Sondern einfach ganz normal.

Die nicht sensible Außenwelt macht sensible Menschen mit ihren Bewertungen oft zu „Außenseitern“. Mit – aus reiner Unwissenheit getroffenen - Äußerungen die hochsensible Menschen schwer verunsichern, beleidigen und in ihrem Stolz, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl gravierend verletzen können. Diese Konsequenzen sind den nicht sensiblen meist überhaupt nicht bewusst. Was auch dazu führt, dass die (hoch-) sensiblen selbst sich innerlich als „Außenseiter“ wahrnehmen. Was aber einfach falsch ist.       

 

Beispielsweise werden sensible Menschen immer wieder mit folgenden Aussagen konfrontiert:    

  • sei doch nicht so empfindlich
  • reagiere doch nicht gleich über
  • nun stell dich nicht so an
  • du phantasierst schon wieder
  • du lebst in einer Traumwelt
  •  du lebst an der Realität vorbei
  • leg doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage
  • so schlimm war das doch jetzt auch nicht
  • das ist doch nicht so wichtig
  • warum machst du dir DARÜBER Gedanken
  • sei doch nicht dauern beleidigt
  • das bildest du dir nur ein

 

Obwohl es definitive Gemeinsamkeiten bei allen sensiblen Menschen gibt, empfindet sich doch jeder sensible Mensch als individuell. Und das soll auch genauso sein. Denn jeder Mensch IST in sich selbst individuell. In all seinen – sensiblen - Facetten. Mit all seinen Erfahrungen die er im Laufe seines Lebens gemacht hat und immer noch weiter machen wird. Es KÖNNEN also nicht alle gleich sein! Weil niemand ein und dieselben Erfahrungen genauso macht wie ein anderer das tut. Alleine wegen der gesamten Lebensumstände und dem Lebensumfeld, dem Wohnort, der Herkunftsfamilie, der Erziehung, der inneren Einstellung, seiner Normen und Werte, seiner Persönlichkeit, seines Charakters, aufgrund anderer – ebenfalls wieder individueller - Menschen mit denen er zu tun hat usw.

Genauso wirken sich Ängste und Depressionen bei jedem Menschen anders aus. Niemals gibt es nur DIE eine Angst. Oder DIE eine Depression. Oder eben DIE eine Hochsensibilität.

Was meiner Beobachtung nach sehr häufig vorkommt ist, dass irgendwelche Umstände die sensiblen Menschen daran hindern sie selbst zu sein, genau das Leben zu leben dass sie wirklich leben wollen und dass sie ihre Kreativität und ihre Leidenschaften oft nicht so ausleben und nicht so entfalten können, wie es eigentlich für ihr seelisches, geistiges und körperliches Wohlbefinden gesund wäre.

Viele sensible Menschen werden deshalb krank.

Sie entwickeln massive Ängste und Depressionen, leiden dauerhaft unter Kopfschmerzen und Migräne, chronischen Muskelverspannungen, Magen-Darm-Problemen, unerkannter Nebennierenmüdigkeit aufgrund massivem dauerhaftem „falschem“ Stress, usw...diese Liste ließe sich fast endlos fortführen. Die psychosomatischen Beschwerden und Symptome sind allesamt Hilferufe des eigenen Selbst auf sich zu schauen, bei sich zu bleiben und sich um seine ureigenen Bedürfnisse, Träume, Wünsche, Sehnsüchte und Ziele zu kümmern. Es sind Aufforderungen ‚VON sich selbst AN sich selbst’ etwas in seinem Leben zu ändern.

Oft hindern aber gravierende innere Zweifel, Unsicherheiten und Ängste sensible Menschen daran eine Veränderung die bereits in Gedanken und in den Gefühlen lange vorhanden ist, auch in die Tat umzusetzen. 

 

Es werden sich selbst Fragen gestellt wie:    

  • Was wenn es nicht funktioniert?
  • Was wenn die finanzielle Sicherheit wegfällt und ich weniger Geld zur Verfügung habe. Soll ich das wirklich riskieren?
  • Was wenn meine Familie da nicht mitmacht?
  • Was wenn meine Beziehung/Partnerschaft an einer Veränderung zerbricht?
  • Was wenn es sich dann doch als die falsche Entscheidung herausstellt?
  • Kann ich das überhaupt?
  • Schaffe ich das überhaupt?
  • Wie setze ich die Veränderung um?
  • Soll ich das wirklich tun?
   

All dies zeigt sehr deutlich die innere Zerrissenheit hochsensibler Menschen. Sie wissen oft gar nicht wie sie sich „richtig“ verhalten sollen. Auch lehnen viele ihre Hochsensibilität erst einmal ab, bevor sie sich wirklich damit anfreunden und einen adäquaten Umgang mit sich selbst finden können. Sie haben verlernt – oder es überhaupt niemals gelernt – sich selbst und ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Auch deshalb weil sie im Laufe ihres Lebens von der Außenwelt oftmals nicht genügend ernst genommen wurden.

Für sensible Damen bedeutet das konkret, auf ihre ur-weibliche Intuition und den ur-weiblichen natürlichen Instinkt zu hören. Dem Herzen zu folgen und der eigenen Wahrnehmung vollkommen zu vertrauen. Sich niemals von außen beeinflussen und in eine unpassende Richtung drängen zu lassen. Dieses Gefühl des ur-weiblichen natürlichen Instinktes gepaart mit der Hochsensibilität ist unglaublich kraftvoll und mächtig. Und schlummert im Verborgenen in jeder Frau. Wenn sie dieses tiefe innere Wissen ganz bewusst für sich nutzt, zieht sie automatisch auch den Partner und ihr enges Umfeld mit sich mit. Und das gesamte Leben wird von Grund auf sehr viel positiver und erfüllender verlaufen.

Und die sensiblen Herren der Schöpfung sollten sich selbst ebenfalls vertrauen. Sie sollten öfter mal den Verstand ausschalten und auf ihr Herz und auf die innere Stimme hören. Die überaus feine (visuelle) Wahrnehmung von Details, Situationen, Stimmungen, Schwingungen, Gefühlen und Emotionen ist ein riesengroßes Geschenk der Natur. Und darauf sollte man auch als sensibler Mann vertrauen. Denn die Natur weiß genau was sie tut. Sie mutet einem immer nur soviel zu wie man auch ertragen und verkraften kann. So kann man einen riesengroßen Vorteil aus dieser wunderbaren Begabung für sich ziehen. Wenn man es bewusst zulässt und sich auf seine Sensibilität einlässt.

Die einen werden als extrem hochsensible Menschen geboren, die anderen sind noch dazu hochsensitiv. Viele sind der Meinung dass diese beiden Begriffe ein und dasselbe beschreiben. Worüber man heiße Diskussionen führen kann. Ich selbst kenne hochsensible Menschen wo die einen ebenfalls hochsensitiv sind und die anderen nicht. Hochsensibilität und Hochsensitivität sind also zwei verschiedene Dinge. Allerdings könnte man die Hochsensitivität einfach als eine extreme Ausprägung der Hochsensibilität sehen. Obwohl es andererseits auch wieder Menschen gibt die zwar hochsensitiv sind, aber eben nicht hochsensibel. Man muss sich schon genauer mit diesem Thema auseinandersetzen um dies auch wirklich zu durchschauen und beurteilen zu können. Pauschal-Aussagen sind hier aber fehl am Platz. Wichtig sind einzig und allein die persönlichen und individuellen Erfahrungen. Sie weisen in die richtige Richtung. Und man sollte sich von den vielen verschiedenen Aussagen nicht beirren lassen. Denn das was letztendlich zählt ist das eigene Gefühl. Die eigene Stimmigkeit und die eigene Wertigkeit. Darauf sollte man hören und sich selbst und seiner eigenen Wahrnehmung vertrauen.

Ich hatte einmal eine Klientin die absolut extrem hochsensibel und absolut extrem hochsensitiv war. Sie konnte die hohen Häuser der Großstadt nicht ertragen. Das war für sie ein Gefühl als ob alles über ihr zusammenstürzt. Sie fühlte sich unglaublich eingeengt. Für sie war die Atmosphäre der Stadt gefühlsmässig immer sehr „bedrohlich“ und deshalb extrem mit Stress auf allen Ebenen verbunden. Aufgrund dessen hat sie sich so oft wie möglich in die Natur geflüchtet. Und ein anderer Klient von mir – ebenfalls hochsensibel und hochsensitiv – fühlt sich in der Stadt absolut unwohl. Und hält sich sehr viel lieber in der Natur auf. Da in der Natur die Nerven und die Sinne beruhigt und entspannt werden.

Immer wieder wird mir absolut bestätigt, wie wichtig es für hochsensible Menschen ist sich zu verwirklichen und ihre Talente, Fähigkeiten und Leidenschaften zu leben. Da sie innerlich ansonsten oft unglaublich belastet sind. Und schlimmstenfalls viele Jahre lang still vor sich hin leiden. Oft wird das ganze dann noch verdrängt, um diesen elenden Schmerz der Nichterfüllung erst gar nicht spüren zu müssen.

Für hochsensible Menschen sind tiefgründige Unterhaltungen meist sehr viel wichtiger, als der alltägliche und allgemeingültige aber gähnende Langeweile auslösende oberflächliche Smalltalk. Sie besitzen oft ein außergewöhnlich komplexes und logisches Denken und erfassen spielend leicht komplizierte Zusammenhänge. Vor allem die (unerkannt) hochbegabten Hochsensiblen. Sie unterschätzen sich leicht komplett selbst und werden auch von anderen oft sehr unterschätzt.

Die vielen verschiedenen Merkmale der Hochsensibilität wirken sich bei jedem sensiblen Menschen wieder anders aus. Bei dem einen überwiegt das eine Merkmal, bei einem anderen etwas anderes. Während bei der einen Person die Gefühle und Emotionen überwiegen und sehr intensiv und präsent sind - leidet eine andere Person unter den körperlichen Merkmalen. Und kommt mit der permanenten Überfütterung der Sinne durch die alltägliche Reizüberflutung nicht klar. Der eine sensible Mensch ist introvertiert und sucht viel Ruhe und Entspannung in der Natur, und der andere ist extrovertiert und hält sich gerne in Menschenmengen auf.

Man kann hier überhaupt nichts verallgemeinern oder von einer (hoch-) sensiblen Person auf die nächste schließen.

Die Facetten, Gesichter und Ebenen der Hochsensibilität sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Und das ist auch vollkommen in Ordnung so.

Jeder Mensch sollte für sich ein Original sein. Und nicht versuchen die Kopie eines anderen zu werden.

Seien Sie einfach Sie selbst. Denn Sie sind EINZIGARTIG und WERTVOLL genauso wie Sie sind. 

                                                                         © Iris Fischer – sensible-seele.net     


Warum es so wichtig ist, uns abzugrenzen & Grenzen zu setzen

   

Hochsensibilität, Abgrenzung & Grenzen setzen

(Leseprobe aus meinem Buch "Hochsensibilität - das besondere Geschenk der Natur")

Vielen hochsensiblen und hochsensitiven Menschen fällt es enorm schwer, Grenzen klar zu definieren. Gerade hier ist es aber extrem wichtig, bei sich selbst zu bleiben. Und ganz bewusst den eigenen Selbstschutz zu aktivieren. Pflanzen oder Tiere grenzen sich ab, indem sie aus reinem Selbstschutz Gift absondern, wenn sie sich bedroht oder angegriffen fühlen. Sie haben Stacheln um ‚Feinde’ abzuwehren. Oder sie ziehen sich bei Gefahr einfach zurück.

Wir hochsensiblen und hochsensitiven Menschen dagegen haben oft Angst uns abzugrenzen und „nein“ zu sagen, wenn uns etwas nicht gut tut. Wenn wir uns unwohl fühlen. Wir haben Angst mit Liebesentzug bestraft zu werden. Und dann die Kontrolle über uns oder die jeweilige Situation zu verlieren. Den Menschen zu dem wir „nein“ sagen zu verlieren. Oder Schwierigkeiten im Job zu bekommen, wenn wir „nein“ sagen weil wir nicht mehr können. Und uns überfordert fühlen.

Deshalb verhalten wir uns lieber PASSIV und lassen uns Dinge gefallen die uns auf Dauer schaden. Anstatt wir uns AKTIV darum kümmern dass es uns gut geht. Dass wir uns wohl fühlen.

Aber alleine mit dem „nein“ sagen ist es nicht getan. Wir brauchen eine Strategie, die uns hilft weniger die Gefühle, Stimmungen und Schwingungen anderer zu spüren. Eine Strategie, um negative oder zu starke Energien die uns nicht gut tun, aktiv abzuwehren. Und uns von für uns schadhaften Dingen bewusst abzugrenzen.

Eigentlich wäre es so einfach sich abzugrenzen. Nämlich, indem wir einfach auf unseren natürlichen Instinkt hören. So wie es der Rest der Natur – die Tiere und Pflanzen auch tun. Nur wir Menschen haben Angst uns zu wehren. Und bei UNS zu bleiben. Und uns um uns selbst zu kümmern. Um unser ur-eigenes Wohlbefinden.

Wir haben oft verlernt unseren natürlichen Instinkt wahrzunehmen. Und auf ihn zu vertrauen. Denn er wird übertönt von vielen anderen Dingen die wir für wichtig halten. Weil uns von klein auf immer wieder suggeriert wird, wie wichtig all diese anderen Dinge sind. Derweil wäre es gerade für hochsensible und hochsensitive Menschen am wichtigsten, sich erst einmal um sich selbst zu kümmern. Und dann kommt alles andere.

Unser natürlicher Ur-Instinkt wird überdeckt von der alltäglichen Reizüberflutung. Er wird überdeckt vom permanenten Lärm der Gedanken in unserem Kopf. Er wird überdeckt von  Konditionierungen, emotionalen Abhängigkeiten und permanenten Suggestionen von außen.

Deshalb ist es so wichtig, dass hochsensible und hochsensitive Menschen wieder ganz bewusst lernen, klare und gesunde Grenzen für sich zu setzen. Dass sie sich vielleicht auch einen regelrechten Schutzpanzer zulegen. Wie die Schildkröte einen hat. Natürlich nur imaginär gesehen. Manchmal ist es notwendig uns schlicht und einfach abzuhärten. Dinge die uns normalerweise belasten würden, schon im Vorfeld gar nicht an uns heranzulassen. Sondern sie ganz bewusst rechtzeitig abzuwehren. Und uns innerlich abzuschotten. Von innen sozusagen die Jalousie herunterzulassen. So dass nichts mehr durchkommt was wir nicht haben wollen. Und was uns nicht gut tut.

Leider sind wir aus reiner Angst oft viel zu gutmütig. Derweil ist Gutmütigkeit nur eine subjektive ‚Aufwertung’ von uns. Gutmütigkeit ist in Wahrheit nichts anderes, als ein „sich selbst aufgeben“ für andere. Wir geben uns selbst auf und verzichten auf unsere Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse, damit ANDERE sich ihre Bedürfnisse, Wünsche oder Ziele erfüllen können. Obwohl andere dasselbe für uns NICHT machen würden. Weil andere sich sehr wohl abgrenzen können. Und das auch zuweilen sehr heftig und kompromisslos tun. Wir aber geben anderen oft das Vorrecht vor UNS selbst. Vor unserem eigenen Wohlbefinden.

Gutmütigkeit ist also nur eine nette Verpackung. Sie ist in Wahrheit nur eine leere Illusion. Die wir uns aufrechterhalten, um uns vor uns selbst rechtfertigen und entschuldigen zu können. Damit wir weiterhin in unserer Hoffnung verharren können. Oder uns hinter unserer Angst und Unsicherheit verstecken.

Die Natur macht uns einiges vor, dass wir nur bewusst beachten müssten um zu sehen wie es „richtig“ funktioniert. Alles was fest im Erdboden verwurzelt ist und wächst, blüht und gedeiht - oder ein Herz hat das schlägt - lebt.

Soll heißen, auch Bäume, Blumen und Gras sind Lebewesen und haben eine Seele. Besitzen nachweislich Gefühle und Emotionen und können Schmerzen empfinden. Haben „Blut“ in Form von Harz, milchigen oder klaren Flüssigkeiten in ihren Stämmen oder Stängeln. Und in ihren Blättern haben sie feinste Äderchen. Pflanzen kommunizieren auf ihre Art miteinander. Und warnen sich gegenseitig bei drohender Gefahr. Sie beschützen sich gegenseitig. Sie ernähren sich sogar gegenseitig wenn es notwendig ist. Sie kommunizieren miteinander, auch wenn sie nicht „direkt“ eine Stimme haben so wie wir. Wenn Pflanzen keine Nährstoffe, Wasser und Licht bekommen, verkümmern sie und trocknen aus. Und werden krank oder sterben genauso, wie wir Menschen das tun würden. Auch sie müssen sich abgrenzen wenn es notwendig für sie erscheint.

Bäume sind eine immens machtvolle und starke Kraftquelle für unsere strapazierten Nerven und sensiblen und sensitiven Sinne. Deshalb zieht es ja hochsensible Menschen ganz automatisch oft in die Natur und in den Wald. Bäume senden Schwingungen und Energien aus, die uns unendlich gut tun. Und die nachweislich unser Wohlbefinden steigern. Die Kastanie, Eiche oder Buche sendet uns neue Lebenskraft. Der Olivenbaum ist das Sinnbild der Liebe und der Apfelbaum gilt als Baum des Lebens.

Auch blühende Blumenbeete geben uns frische Energie und neue Kraft. Und senden positive Schwingungen an uns aus. Wenn wir Gartenarbeit verrichten und mit unseren Händen in der lebendigen Erde wühlen, sind wir ganz bei uns selbst. Dann fühlen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes entspannt und geerdet.

Abgrenzen in Form von Ich-Zeiten die wir uns regelmässig gönnen sollten, ist enorm wichtig für uns. Wenn wir diese Ich-Zeiten dann möglichst noch in der Natur verbringen, tun wir uns selbst unendlich Gutes. Denn ein abgrenzen und ein „nein“ zu anderen, ist ja gleichzeitig immer ein „ja“ zu uns selbst.

Wobei ein „nein“ zu anderen ja nichts mit Ablehnung und Abwenden von diesen Personen zu tun hat. Sondern wir sind in diesen Momenten einfach nur liebevoll und fürsorglich zu uns selbst. Dazu ist hin und wieder eine gesunde Abgrenzung notwendig.

Wenn wir unsere Haustiere bewusst anschauen, dann fällt uns auf dass sie meist ebenfalls sensibel sind. Weil sich das gegenseitig anzieht. Nicht wir sind es oft die sich die Tiere aussuchen, sondern die Tiere suchen uns aus. Beziehungsweise sie ‚finden’ uns.

Auch Tiere grenzen sich ab, wenn sie sich unwohl fühlen. Oder wenn sie einfach ihre Ruhe haben wollen. Spätestens wenn Hunde anfangen zu knurren, Katzen ihre Krallen ausfahren, oder eine Klapperschlange mit ihrer Schwanzspitze rasselt bevor sie ihr Gift von sich gibt, sollte man sich zurückziehen. Und deren Grenzen respektieren. Die sie ja vorher bereits mit ihrer Körpersprache eindeutig gesetzt haben. Einer Klapperschlange werden wir zwar im Normalfall in unserem Leben nicht begegnen, aber Sie verstehen schon was ich Ihnen damit sagen möchte.

Das alles sind natürliche und instinktive Grenzen. Die wir variabel, fließend und flexibel gestalten können. So wie es uns gerade gut tut.

Ganz anders ist es bei den Grenzen all unserer Sinne. Die uns von einem ‚zuviel’ an äußeren Reizen abgrenzen sollen. Von einem ‚zuviel’ an „fremden“ Gefühlen, einem ‚zuviel’ an Emotionen, Stimmungen und Schwingungen von anderen. Von einem ‚zuviel’ an für uns schadhaften Fremd-Energien, die unser gesamtes sensibles Sein bis in die letzte Faser fluten, wenn wir das zulassen. Und uns all das absolut überfordert. Weil es zu intensiv und stark ist. Und wir nicht wissen, wie wir mit all dem umgehen sollen.

Aber all unsere Grenzen verschwimmen nur allzuoft mit denen der anderen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir lernen Grenzen ganz klar zu definieren. Und zwar nicht nur für uns selbst, sondern auch ganz klar nach außen. Für die anderen deutlich sichtbar.

Und was unsere feinsinnigen Wahrnehmungen der Gefühle, Emotionen, Stimmungen, Schwingungen, Energien oder störenden Lärmquellen betrifft, sollte jeder Mensch ganz bewusst seine ganz eigene Strategie für sich entwickeln, um sich passend abgrenzen zu können. Es kann auch nur jeder seine individuelle Strategie für sich entfalten. Es gibt keine allgemeingültige Methode die grundsätzlich bei jedem funktioniert. Außer unser natürlicher Ur-Instinkt. Der die Selbstschutzfunktion in uns aktiviert. Die sich aber auch wieder bei jedem Menschen anders auswirkt. Da der eine Mensch von Grund auf mehr aushält als es ein anderer tut.

Wenn wir ganz bewusst in uns hinein hören, und ganz bewusst in uns hinein spüren, dann wissen wir sehr genau, welche Gefühle, Schwingungen und Energien von uns selbst kommen und welche wir von außen in uns hinein lassen. Die wir ‚empfangen’ und in uns aufnehmen. Wenn wir sie nicht rechtzeitig blockieren und abwehren können. Und zurückschieben zu dem Menschen von dem sie kommt.

Sobald wir uns selbst erlauben uns regelmässig bewusst zu entspannen, sind wir auch in der Lage uns passend in jeglicher Weise abzugrenzen. Weil wir innerlich ruhig und gelassen sind. Und unser Stress-Pegel von Grund auf dann gar nicht so hoch werden kann. Weil wir das ganz bewusst gar nicht mehr zulassen. Weil wir uns so viel besser selbst kontrollieren können.

Wie sehr wir unsere selbst gesetzten Grenzen einhalten können, hängt natürlich auch wieder von verschiedenen Faktoren ab. Zum Großteil liegt es aber einfach daran, wie stark und gefestigt wir seelisch und emotional sind. Wenn wir innerlich stabil sind, haben wir viel mehr die Kraft bei uns zu bleiben. Und bewusst auf uns zu achten.

Wenn ich dabei mal wieder zur Natur zurückkehre – zu meinem Lieblingsbeispiel mit dem im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos weiten Himmel und der Weite des Meeres...

Das Meer und der Himmel vermittelt uns eine GRENZENLOSE und unendliche Weite und Tiefe. Sie geben uns RAUM frei zu atmen. Raum uns zu entfalten. Raum einfach zu SEIN. Auch die Savanne in Afrika, die Hochebene der Mongolei oder Patagoniens gibt uns dieses weite und tiefe Raumgefühl. Das Gefühl einfach SEIN zu dürfen. Absolut grenzenlos. Natürlich können wir jetzt deshalb nicht alle auswandern, nur um unser SEIN wahrhaftig und frei spüren zu können ;)

Aber wir können ganz bewusst einiges dafür tun, um uns da wo wir sind – egal wo wir uns aufhalten – wohl zu fühlen. Nämlich mit uns und in uns selbst wohl zu fühlen. Und uns mit den Menschen zu umgeben, die uns wirklich und wahrhaftig gut tun. Und bei denen wir nicht allzu starke Grenzen brauchen.

Wenn allerdings tiefgraue Wolkenfelder und dicke Wolkenschichten tief über unseren Köpfen hängen und die grenzenlose Weite des Himmels regelrecht von uns abschneiden, kann sich das sehr bedrohlich für uns anfühlen. Weil wir uns gewaltsam „niedergedrückt“ fühlen und wieder von außen begrenzt werden. Und wir nicht wissen wie wir mit dieser uns von außen auferlegten „Zwangsbegrenzung“ umgehen sollen. Denn sie beschneidet uns massiv, frei zu atmen. Und unser Sein zu entfalten. Sobald die uns bedrängenden Wolkenschichten mit ihrer subjektiv gefühlten negativen Energie wieder weitergezogen sind und sich verflüchtigt haben, fühlen wir uns sofort wohler. Wenn dagegen ganz hoch am Himmel einzelne Schleierwölkchen oder Schäfchenwolken über uns hinwegziehen, macht uns das gute Laune. Weil wir den tiefblauen Himmel immer noch sehen können. Und die Weite immer noch wahrnehmen und spüren können. So fühlen wir uns unbegrenzt.

Gerade hochsensible und hochsensitive Menschen brauchen unbedingt das Gefühl von seelischer und emotionaler ‚Freiheit’ für ihr gesamtes Wohlbefinden. „Zwangsbegrenzungen“ aller Art von außen, sind „Gift“ für unser sensibles und sensitives Sein. Dazu gehört auch das berühmte: „Du MUSST...“. Denn – wie ich ja auch schon öfter in meinen Artikeln erwähnt habe, treffen wir mehr oder weniger freie Entscheidungen mit allem was wir tun. Von „müssen“ kann gar nicht die Rede sein. Denn es gibt nur ganz wenige Dinge die wir alle tatsächlich wirklich tun MÜSSEN. Nämlich ganz einfach um existieren und leben zu können. Wir brauchen essentiell Luft zum atmen, Licht, Wasser und Nahrung zum Leben. Schlaf um uns zu regenerieren und Liebe die dank der Glückshormone die sich dann in uns bilden, dafür sorgt dass wir uns wohl fühlen. Und rundum zufrieden sind. Alles andere sind eigentlich unnötige Begrenzungen aller Art. Eigenbegrenzung oder auch Fremdbegrenzung. Innere und auch äußere Begrenzungen.

Wir brauchen dabei aber das grenzenlose Gefühl der Weite, ‚Freiheit’ und Stille um uns gesund zu entfalten. Wir brauchen das Gefühl, jederzeit frei atmen zu können. Nur ist uns das oft nicht bewusst.

Was uns in der Stadt wiederum fehlt. Denn eine Stadt ist im wahrsten Sinne des Wortes begrenzt. Sie begrenzt uns permanent in unserem gesamten sensiblen und sensitiven Sein. Eine Grenze geht nahtlos in die nächste über. Alles verschwimmt ineinander. Es bleibt kein Raum um uns wirklich und wahrhaftig zu entfalten. Frei zu atmen. Einfach nur zu SEIN. In der Stadt – je größer sie ist, und desto mehr Menschen sich in dieser Stadt aufhalten, desto weniger ist uns das möglich. Da es umso mehr Grenzen gibt. Umso mehr Gefühle, Emotionen, Stimmungen, Schwingungen, Energien und Lärmquellen fangen wir auf und absorbieren wir. In der Stadt sind wir regelrecht gezwungen Grenzen zu setzen. Da wir in diesen Energien „gefangen“ sind. Je klarer wir Grenzen deshalb definieren, desto besser für uns.

Begrenzung fängt ja schon mit unserem Besitz-Denken an. „Das ist meins und das ist deins...“

Wie jetzt deutlich ersichtlich ist, ist Grenze nicht gleich Grenze. Die eine Grenze brauchen wir dringend notwendig, während wir auf andere wiederum verzichten könnten.

Je freier wir uns fühlen und desto mehr Raum wir haben um uns zu entwickeln, desto mehr ein Mensch uns so nimmt wie wir sind, umso weniger Grenzen sind notwendig. Je weniger Raum wir zu unserer freien Entfaltung zur Verfügung haben und je mehr andere Menschen uns verändern wollen, desto mehr und klarere Grenzen sind notwendig.

Je weniger äußere Eindrücke Sie für sich verarbeiten müssen, je weniger Energien, Gefühle, Emotionen, Stimmungen, Schwingungen und Lärmquellen Sie von anderen wahrnehmen, desto mehr können Sie auch ganz bewusst bei SICH sein. Da die äußeren Wahrnehmungen Sie ja nicht dauern stören. Oder Sie belasten. Und Ihnen die Kraft und eigene Energie rauben.

Ihre ureigenen und ganz persönlichen Grenzen deutlich für sich zu definieren, sorgt in jedem Falle jederzeit für innere Klarheit bei Ihnen.

Natürlich ist es nicht einfach, sich gegen Fremd-Energien, Gefühle, Stimmungen und Schwingungen von anderen abzugrenzen. Das braucht schon ein bisschen Übung. Wenn Sie aber Geduld mit sich selber haben und konsequent etwas tun für Ihr ganz persönliches Wohlbefinden, wird sich das immer und in jedem Falle lohnen.

                                                                © Iris Fischer – sensible-seele.net


Das hochsensible Seelenleben 

  

Das hochsensible Seelenleben

(Leseprobe aus meinem Buch "Hochsensibilität - das besondere Geschenk der Natur"). 

Das Seelenleben hochsensibler und auch emotional sensibler Menschen ist ja hoch komplex. Und deshalb meist auch dauerhaft strapaziert. Da sensible Menschen oft an allen möglichen emotionalen Fronten zu kämpfen haben. Und mit vielen verschiedenen inneren „Baustellen“ beschäftigt sind.

Das trifft gleichermaßen auf den Hang zum Perfektionismus zu, als auch auf die Liebe, auf Beziehungen, auf das Familienleben, den Beruf, Erwartungen die aufgrund eines ‚Mangel-Denkens’ vorhanden sind, das ‚warten’ darauf dass sich etwas ändert, ohne selbst aktiv werden zu müssen usw...

Diese inneren „Kämpfe“ finden auf vielerlei Ebenen statt. Und sind oft miteinander verknüpft und verflochten.

Mal fühlen sensible Menschen sich überfordert, dann auch wieder unterfordert. Das kommt ganz auf die jeweilige Situation an.

Was gerade DANN für sensible Menschen besonders wichtig ist, sind:

   

  • innere Klarheit
  • Abgrenzung
  • Emotionale Unabhängigkeit – sprich innere ‚Freiheit’

      

Ein Leben im Moment ist deshalb für viele sensible Menschen gar nicht möglich. Sich vertrauensvoll in den Fluß des Lebens fallen zu lassen, ist für sie oft ganz schön schwer.

Sich einfach in den Strömen treiben zu lassen, nicht wissend was im nächsten Moment passiert, dazu gehört auch eine ganze Menge Mut.

Viele sensible Menschen können es nicht genießen, sich dem Moment hinzugeben. Ihn ganz bewusst zu spüren. Im Augenblick zu leben. Sich ganz im Hier und Jetzt zu befinden. Einfach nur zu SEIN.

Stattdessen befinden sie sich gedanklich oder gefühlsmässig permanent in der Vergangenheit. Oder in der Zukunft. Sie befassen sich mit alten seelischen Belastungen, die sie schon lange nicht mehr brauchen. Ganz einfach weil sie emotional nicht Loslassen können. Oder sie sind damit beschäftigt ihr Leben immer weiter zu perfektionieren. Obwohl das überhaupt nicht notwendig ist. Da es „unperfekt“ ja eigentlich erst richtig ‚lebendig’ und erfüllend ist. Perfekt sein zu wollen ist ein enormer Zeit-, Kraft- und Energieaufwand.

Wobei das nicht immer nur äußere Umstände sind, die einen am eigenen Weiterkommen hindern. Und einen das Leben im Moment vollkommen genießen lassen.

Oft sind es einfach auch Denkfehler. Denkfallen in die man geraten ist und einfach nicht mehr herausfindet.

Denkfallen, wie beispielsweise – dass man das Gefühl hat, für andere Menschen die Verantwortung tragen zu müssen. Auf sie achtgeben zu müssen. Weil diese Menschen das selbst überhaupt nicht können. Oder dies auch einfach nicht wollen. Weil sie genau das selbst nie gelernt haben. Oder in ihren eigenen Denkfallen, falschen Konditonierungen und Verhaltensmustern feststecken. Und sich nicht weiterentwickeln.

Genau diese Menschen – die typischen „Dagegen-Reder“ – die alles was ein anderer macht falsch und unpassend finden, weil sie selber niemals den Mut dazu hätten diese Dinge zu tun, sind die härtesten Blockaden im Leben. Gegen die man nur schwer ankommt. Man muss schon gewaltig emotional unabhängig und innerlich stark sein, um bei sich zu bleiben und sich für diese Menschen nicht ständig zu verbiegen.

Sehr oft fühlt man sich dann - als ob man wie in Zeitlupe - mit stark angezogener Bremse durch sein Leben schleicht. Man kommt nicht wirklich vom Fleck. Man WILL sich zwar ständig Träume, Wünsche und Ziele erfüllen, was aber nur schwerlich gelingt. Permanent hat man das Gefühl, dass man hinter sich selber her hinkt. Man tut alles dafür, um sich selbst einzuholen, schafft es aber einfach nicht, bei sich anzukommen. Der Kopf – die Gedanken – wollen permanent die Dinge umsetzen die man sich vornimmt. Aber die Umstände im Leben lassen das einfach nicht zu.

Leben im Moment wird einem oft von außen erschwert. Und wenn nicht von außen, dann erschwert man es sich eben selbst.   


1. Durch Ausreden und suchen nach Gründen, warum man jetzt gerade den Moment nicht genießen kann.

2. Durch Ablenkung auf „unwichtige“ Dinge.


Beides sind Indizien, dass man nicht in der Lage ist Loszulassen. Man findet keine innere Ruhe. Und somit auch keine Entspannung und Gelassenheit. Man kann sich nicht fallen lassen und sich einfach nur hingeben. Dem Leben hingeben. Den Moment genießen.

Wie oft sind aber gerade die kleinen Momente im Leben im Bruchteil eines Wimpernschlages vorbei. Und man hat eine Gelegenheit die höchstwahrscheinlich nie wieder kommt einfach verpasst.

Die hochsensible Seele ist oft schwer belastet. Und es fehlt die Leichtigkeit des Seins. Die Unbekümmertheit und Unbeschwertheit die Kinder noch in sich tragen.

Je sensibler ein Mensch ist, desto tragischer nimmt er seelische Belastungen. Und wird damit nicht fertig. Und je stärker und intensiver er liebt, desto mehr wird sein gesamtes Sein mit dieser Liebe überflutet.

Liebe ist ein sehr essentielles Thema für sensible Menschen.

Wenn sie einmal wahrhaftig lieben, dann sehr konstant und äußerst tief und intensiv. Liebeskummer, Sorgen, Enttäuschungen, emotionale Verletzungen bleiben oft jahrelang in ihnen haften. Wenn eine Beziehung nicht so funktioniert wie es eigentlich sein sollte, belastet das einen sensiblen Menschen schwer.

Sensible Menschen wollen Gehör finden. Sie wollen beachtet und gesehen werden. Sie wollen verstanden werden. Sie wollen ihre Gefühle ausleben. Sie wollen nichts zurückhalten müssen. Und sich selbst emotional begrenzen. Sie wollen ganz sie selbst sein. Und angenommen werden wie sie sind. Das gilt ganz besonders in der Liebe.

So wie die Kaskaden eines Wasserfalles jede Sekunde eines Tages ungefiltert und mit voller Wucht mit Wasser überflutet werden, so werden alle Sinne hochsensibler Menschen permanent mit Reizen überschwemmt. Und mit immer neuen Informationen versorgt. Die sie dann für sich verarbeiten müssen. Die Sinne werden somit dauer-überlastet und überstimuliert. Kein Wunder also, dass permanente Müdigkeit bis hin zur chronischen Erschöpfung auftritt.

Diese seelische Dauererschöpfung kann aber eben auch daherrühren, weil man innerlich nicht wirklich frei und unbelastet ist.

Viele sensible Menschen haben mit familiären Verstrickungen zu kämpfen, die eigentlich aufzulösen wären. Sie kämpfen gegen negative oder falsche Glaubenssätze an, die sie ihr Leben lang mit sich herum tragen. Und sie kämpfen gegen alte und vollkommen unpassende Konditionierungen, die seit Generationen immer an die jeweiligen Nachkommen weitergegeben werden. Natürlich meist unbewusst und ohne Absicht. Weil die Menschen es nicht anders kennen. Da sie selbst so aufgewachsen sind.

Diese familiären Verstrickungen und Muster können nur dann durchbrochen und aufgelöst werden, wenn man sich mit den Ursachen auseinandersetzt und beschäftigt. Sehr viele Menschen wissen überhaupt gar nicht, dass genau diese Dinge es sind, die sie von ihrem eigentlichen Glück im Leben abhalten.

Und dass sie deshalb nicht in der Lage sind sich dem Moment hinzugeben. Und sich ganz im Hier und Jetzt zu befinden. Einfach ihr SEIN zu genießen.

Die meisten Menschen haben genau dies niemals gelernt. Mussten sie im Gegenteil ihre Gefühle immer unterdrücken. Und durften nicht so sein wie sie sind. Auch die Sensibilität musste oft weggedrückt werden. Auch Kinder bekommen ja oft die typischen Sätze zu hören wie, sie sollen doch nicht so „empfindlich“ sein und gleich beleidigt auf alles reagieren. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Gerade die Generation der heute 40 – 50 jährigen oder älter, kann davon viele Lieder singen. Weil damals noch gänzlich unbekannt war dass es so etwas wie Hochsensibilität überhaupt gibt. Es musste sich immer zusammengerissen werden. Man wurde „gedeckelt“ und kleingehalten. Sprich, man musste sich immer verbiegen um überhaupt wahrgenommen und angenommen zu werden. Man musste sich die Liebe mit brav und anständig sein „verdienen“. Und genau dies zieht sich über Generationen zurück.

Unsere Vorfahren kannten das überhaupt nicht anders. Früher war es eben „ganz normal“ sich für andere zu verbiegen. Weil man stets und ständig die Erwartungen von außen erfüllen und ihnen gerecht werden musste. Und heute – in der modernen Zeit – sind die Auswirkungen genau daraus so deutlich zu spüren wie niemals zuvor. Weil man eben endlich das Recht hat so zu leben wie man es für sich selbst entscheidet. Man hat jegliche Freiheit sein Leben so zu gestalten, wie man es für sich als richtig und passend hält. Glücklicherweise!

Wenn man es denn auch tatsächlich TUT! Genau das ist ja das eigentliche Problem.

Eigentlich könnte man jeden Moment seines Lebens vollkommen SEIN und einfach nur genießen. Was aber wiederum dann nicht möglich ist, wenn die alten Konditionierungen und Glaubenssätze einem dabei im Wege stehen.

Beispielsweise wurden gerade Mädchen darauf konditioniert immer schön brav, angepasst und „anständig“ zu sein. Und schön das zu machen was ihnen gesagt wird. Es wurde ihnen nicht beigebracht „nein“ sagen zu dürfen wenn ihnen etwas nicht gefällt oder wenn sie sich unwohl fühlen. Taten sie es doch, wurden sie als „böse“ und „schwierig“ abgestempelt und bekamen Bestrafungen. Auch in Form von Liebesentzug. Was dann dazu geführt hat, dass sie Angst entwickelt haben „nein“ zu sagen. Und eigene Entscheidungen für sich zu treffen.

Genauso entwickelt sich die Verlustangst. Aus Angst vor Strafe und Verlassenwerden, verbiegt man sich nach Strich und Faden. Um nur ja geliebt und gemocht zu werden. Was eigentlich vollkommen fatal für eine hochsensible Seele ist.

Man hat nicht gelernt Grenzen zu setzen. Und das wirkt sich dann im Erwachsenenleben ebenfalls äußerst negativ aus. Weil man sich aus Angst viel zu viel von anderen gefallen lässt. Und sich nicht dagegen wehrt.

Genauso geht es vielen sensiblen Menschen. Was ich als sehr traurig und tragisch empfinde.

Das rührt aber eben daher, dass unsere Vorfahren das nicht anders kannten. Und deshalb gar nicht anders handeln konnten.

Eine andere – ganz typische und fatale Konditionierung ist die, dass uns seit vielen Generationen immer wieder aufs Neue eingeredet wurde, dass man alleine „nichts wert“ ist. 

Oder „nicht vollständig“ und „nur halb“. Dass man nur in einer festen Beziehung und als Paar – und am besten noch in einer lebenslangen Ehe - „ein ganzer Mensch und vollwertig“ ist.

Dabei ist JEDER Mensch für sich alleine bereits vollständig und ganz.

Und vor allem einzigartig.

Als Paar ist man zwei in sich ganze Individuen. Die gemeinsam ein „großes Ganzes“ ergeben. Und sich wundervoll ergänzen. Der Partner bereichert das eigene Selbst, macht einen aber nicht vollkommen. Da man für sich alleine eben schon „vollkommen“ ganz ist.

Noch vor nicht allzulanger Zeit galt man als Frau gar nichts, wenn man nicht in jungen Jahren verheiratet war. Noch in den 1960er Jahren musste eine Frau ihren Ehemann um Erlaubnis fragen wenn sie arbeiten gehen wollte. Wenn von ihm ein „nein“ kam, weil ihm die Idee der Selbstverwirklichung seiner Frau nicht gefallen hat, musste sie schön „brav“ und angepasst zuhause bleiben und den Haushalt führen. Es sei denn, der Mann an sich war tolerant und großzügig und hat seine Frau aus reiner Liebe tun und machen lassen was sie für sich für richtig hielt.

Also gerade für Frauen oft ein verbiegen noch und nöcher. Die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle mussten immer weggedrückt werden. Sensibilität gleich welcher Form durfte nicht gezeigt werden. Man musste einfach nur gehorchen. Und funktionieren so wie die anderen es von einem wollten. Was für die Männer andererseits natürlich auch wieder galt. Nur in etwas anderer Form.

Also wieder nichts mit Leben im Moment. Und den Moment des SEINS genießen. Da man immer wieder die Erwartungen anderer erfüllen musste. Und einfach nicht so sein durfte wie man wirklich ist.

Was ja heute immer noch sehr oft so ist.

Oft hindert einen auch genau diese seelische Belastung daran, sich wirklich auf die Liebe einzulassen. Sich in einer Beziehung und Partnerschaft vertrauensvoll fallen zu lassen. Weil man dermaßen von vorhergehenden Enttäuschungen und Verletzungen seiner sensiblen Seele konditioniert ist, dass man eine immense Angst davor entwickelt hat sich wieder einzulassen. Sich erneut zu öffnen. Und es scheut, die Liebe wieder zu genießen. Selbst wenn man weiß dass es sich für diesen einen bestimmten Menschen definitiv lohnen würde sich erneut zu öffnen. Alleine die massive Angst hält einen davon ab. Und oft schafft man es auch gar nicht, alte Entttäuschungen entgültig abzustreifen und sie Loszulassen.

Dabei ist Loslassen ein ganz großes Thema für sensible Menschen.

   

  • die Vergangenheit Loszulassen
  • alte Beziehungen Loszulassen
  • Ängste, Sorgen und Belastungen Loszulassen
  • Gefühle und Emotionen Loszulassen
  • Negative Gedanken Loszulassen
  •  „falsche“ und unpassende Erwartungen Loszulassen
  •  das „haben wollen“ Loszulassen
  • innere Anspannung und Unruhe Loszulassen
  • emotionale Abhängigkeit Loszulassen
  • falsche und unpassende Konditionierungen Loszulassen
  • negative Glaubenssätze Loszulassen


Nur wenn man Dinge wirklich Loslassen kann, bildet sich aber wahre innere Ruhe und Gelassenheit in einem.

Nur wenn man wahrhaftig Loslassen kann, kommt man in die Lage das Leben im Moment zu genießen. Den Moment bewusst zu spüren. Sich auf das Leben einzulassen. Anzunehmen was kommt. Es wirklich zu empfangen.

Und vor allem SICH selbst anzunehmen. Eben einfach nur sensibel zu SEIN...

Nur wenn man in der Lage ist ‚altes’ wahrhaftig Loszulassen, kann ‚neues’ entstehen auf dass man sich einlassen kann.

Loslassen und Einlassen sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn man nicht Loslassen kann, kann man sich nicht einlassen. Und wenn man sich nicht einlassen kann, kommt man nicht in die Lage Loszulassen.

Loslassen hat immer etwas mit Kontrolle zu tun. Und Kontrolle etwas mit Angst. Da wo die Angst sitzt, findet auch Kontrolle statt.

Einlassen hat auch immer etwas mit ‚annehmen’ und akzeptieren, zulassen und aushalten zu tun.

Das alles ist ineinander verschachtelt und miteinander verknüpft. Und eigentlich ein ziemlich komplexes Thema...

So ist es ja kein Wunder dass die hochsensible Seele sich sehr oft im Leid und in der Sehnsucht, anstatt im wahrhaftigen Glück befindet. Und dass die hochsensible Seele den Moment nicht leben kann. Weil sie – tiefgründig wie sie nun mal ist - gar nicht in der emotionalen Lage ist, sich im Hier und Jetzt zu befinden.

Weil viel zu viele unverarbeitete Dinge in ihr vorgehen.

Weil der „Stress der Sinne“ die hochsensible Seele nicht nur kurzfristig, sondern oft über viele Jahre lang, unglaublich belastet.

                                                                   © Iris Fischer – sensible-seele.net


Die hochsensible Wahrnehmung


Die hochsensible Wahrnehmung

(Leseprobe aus meinem Buch "Hochsensibilität - das besondere Geschenk der Natur")

"Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht." – Christian Morgenstern

Die Wahrnehmung hochsensibler Menschen ist außergewöhnlich komplex. Sie ist vielfältig, intensiv, detaillreich und feinsinnig.  Wenn dann noch Hochsensitivität mitmischt, wird es noch einmal interessanter. Die Wahrnehmungen betreffen unser Herz, unsere Seele, unseren Geist, unseren Körper, unser Bewusstsein, unser Unterbewusstsein, unsere Sinne und unsere Intuition. Sie betreffen unser Inneres und das Außen.

Wahrnehmungen passieren im Normalfall vollkommen unbewusst und wie von selbst. Genauso wie die permanente Reizüberflutung automatisch all unsere Sinne zum Überquellen bringt.

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob wir Dinge vollkommen unbewusst wahrnehmen, oder ob wir unsere Konzentration auf bestimmte Dinge legen um sie ganz bewusst zu erspüren.

Unbewusste Wahrnehmung:

Sie gehen beispielsweise im Wald spazieren. Was nehmen Sie als hochsensibler Mensch ganz automatisch wahr? Sie registrieren die wohltuende Atmosphäre und die Art des Waldes - Nadelwald, Mischwald, das beruhigende Grün der Sträucher und Bäume, die Temperatur, die Stille, das zwitschern der Vögel, das rauschen des Windes in den Baumkronen, Tannenzapfen die überall herumliegen, den erdigen Duft des Waldbodens, Sonnenstrahlen die durch die Bäume schimmern, das knirschen der Steinchen unter den Schuhen beim Laufen auf dem Waldweg, ein einzelnes blühendes Blümchen am Wegesrand, das surren von Insekten in der Luft, ein Käfer der über den Weg krabbelt usw... Sie kennen das ja von sich selbst ;)

Und das alles passiert vollkommen unbewusst. Das heißt, selbst wenn wir hochsensibel oder auch hochsensitiv sind, können wir es nicht kontrollieren. Wir nehmen es einfach wahr. Wir bemerken die Anwesenheit all dieser Dinge.

Uns fällt aber auch automatisch die Abwesenheit von gewissen Dingen auf. Beispielsweise wenn kein einziger Vogel im Wald zwitschert. Wenn wirklich absolute Ruhe herrscht. Wir nehmen die Abwesenheit von jeglichen Geräuschen wahr. Wir nehmen es wahr wenn kein einziges Bächlein irgendwo plätschert. Wenn kein einziges Insekt durch die Gegend surrt. Wenn kein einziger Schmetterling irgendwo zu sehen ist. Wenn man kein einziges Auto von einer in der Nähe liegenden Autobahn vorbeirauschen hört. Wenn es mit einem Mal vollkommen Windstill ist. Wenn der Wald so dicht und schattig ist dass es kein einziger Sonnenstrahl durch die Bäume schafft. Wenn Sie sich in einem Nadelwald befinden und kein dichtes Unterholz vorhanden ist.

Bewusste Wahrnehmung:

Ich hatte einmal das Glück, durch einen riesigen reinen Buchenwald spazieren zu dürfen. Und es war herrlich die hohen alten Bäume und diese ganz besondere Atmosphäre dieses Waldes mit wirklich nur einer einzigen Baumart zu genießen. Ich weiß noch wie bewusst mein Blick damals zwischen den Bäumen hin und her gewandert ist. Wie bewusst ich mir die Baumkronen angesehen habe. Durch das dichte Wurzelgeflecht dass sich überall über den Boden verbreitet hat, musste man aufpassen dass man nicht stolpert. Dieser Spaziergang hat mich deshalb so begeistert, weil es bei uns in Bayern einen solchen Wald nicht gibt. Auffällig waren für mich die glatten Stämme der Buchen. Und auch die spezielle Struktur der Blätter finde ich besonders schön. Natürlich gibt es bei uns auch Buchen. Hauptsächlich in Mischwäldern. Aber diese außergewöhnliche Waldform hat sich nachhaltig in mir eingeprägt. Leider habe ich – aus welchen Gründen auch immer, das kann ich heute nicht mehr nachvollziehen – keine Fotos von diesem wunderschönen Wald gemacht. Was mich ehrlich gesagt im Nachhinein etwas ärgert. Da ich ansonsten immer fleißig fotografiere. Und weil dieser Wald nicht gerade um die Ecke bei mir liegt. Wenn das nicht typisch hochsensibel ist.

Wenn Sie vollkommen BEWUSST durch den Wald laufen, verändert sich auch als hochsensibler Mensch Ihre Wahrnehmung deutlich. Denn Sie SEHEN alles mit völlig anderen Augen.

Wenn Sie JETZT das Spinnennetz betrachten dass deutlich sichtbar zwischen den Bäumen hängt, fällt Ihnen erst auf wie filigran und komplex dieses Netz gearbeitet ist. Was für einen Aufwand eine Spinne da wirklich betreibt bis sie ihr Netz fertig gestellt hat. Wie die Tautropfen schillern die daran hängen. Die Fliege die sich schon darin verfangen hat und an einem Faden festklebt. Sie SEHEN die vielen einzelnen Staubkörnchen die in den Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen tanzen. Und nehmen erst jetzt deutlich wahr, wie „Staub durchdrungen“ eigentlich unsere Luft ist. Sie nehmen deutlich das mystische Licht- und Schattenspiel im Wald wahr. Und fühlen sich wie im Märchen. Sie FÜHLEN den deutlichen Temperaturunterschied wenn sie von der Sonne in den Schatten treten und spüren wie sich an Ihrem ganzen Körper Gänsehaut bildet wenn sie frösteln. Ihnen fallen die Vielzahl an Adern auf, die ein einzelnes Blatt am Baum durchzieht. Sehen die Zacken, Löcher und die Risse darin. Sie nehmen die Form eines Blattes wahr, fühlen vielleicht mit den Fingern die Rauheit der einzelnen Borken eines Baumstammes, betrachten die einzelnen Stämmchen und Blättchen von Moos und Ihnen fällt auf wie weich es sich anfühlt wenn Sie mit Ihren Fingern darüberstreichen. Sie achten ganz bewusst darauf wie unterschiedlich der Wind in den Baumwipfeln säuselt, rauscht, stürmt, raschelt, flüstert und singt. Sie atmen ganz bewusst tief ein und fühlen wie die frische Luft Ihre Lungen füllt und atmen dann ganz bewusst wieder aus. Sie FÜHLEN Ihre innere Gelassenheit und Ruhe regelrecht mit jeder Faser Ihres Seins. Sie betrachten die unzähligen einzelnen Schuppen eines Tannenzapfens, Sie achten ganz bewusst auf jeden Schritt den Sie machen und Ihnen fällt der regelrechte Rhythmus auf, in dem die Steine unter Ihren Schuhen knirschen oder Zweige knacken und zerbrechen. Sie fühlen den festen Boden unter Ihren Füßen, nehmen den sicheren Halt wahr den die Erde Ihnen gibt. Sie HÖREN die Melodie die die verschiedenen Vögel zwitschen und Ihnen fallen die unterschiedlichen Stimmen der Vogelarten auf.

Derlei Beispiele gibt es natürlich unendlich viele. Aber ich bin mir sicher dass Sie genau wissen worauf ich hinaus will.

Wir bewegen uns – egal ob wir hochsensibel sind oder nicht – oft wie mechanisch durch unsere Welt. Und sehen nicht wirklich das, was das Leben uns in seiner Vielfalt anzubieten hat. Wir bewegen uns inmitten der Menge und sehen die Individualität nicht. Derweil ist gerade das es, was das Leben erst lebenswert macht.

Fühlen Sie doch mal ein Gefühl ganz BEWUSST. Nehmen Sie einmal wahr, was beispielsweise Traurigkeit – die jeder von uns kennt – mit Ihnen macht. Wenn Sie Traurigkeit ganz bewusst fühlen, merken Sie erst wie sie Ihnen regelrecht in den Knochen stecken kann. Wie Sie sie in jeder einzelnen Faser Ihres Körpers, in Ihrem Herzen, in Ihrer Seele und in Ihren Gedanken spüren. Wie schwer sie sich tatsächlich anfühlt. Wie belastend dieses Gefühl der Traurigkeit ist. Wie der Kopf schier platzt weil er voll von ungeweinten Tränen ist. Oder der Rücken schmerzt weil die Belastung Ihnen schwer auf der Schulter liegt. Oder Sie Bauchschmerzen haben, weil Sie Worte nicht aussprechen, sondern sie unverdaut einfach geschluckt haben. Wie müde und erschöpft Sie Traurigkeit sein lässt.

Auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation redet man oft aneinander vorbei. Weil man sich nicht BEWUSST damit beschäftigt.

Was aber für eine gesteigerte Lebensqualität enorm wichtig wäre. Da wir ja ständig und permanent mit anderen kommunizieren.

  • Vieles von dem was man sagt, MEINT man sinngemäß eigentlich vollkommen ANDERS.
  • Aufgrunddessen kommt es erstens zu Missverständnissen und zweitens zu seelischen und emotionalen Verletzungen des anderen
  • Warum SAGT man nicht einfach bewusst, klar und deutlich was man auch tatsächlich MEINT?

Weil man Angst hat seine Gefühle zu zeigen! Denn damit macht man sich selber „angreifbar“ und verletzlich. Man entblößt sich seelisch und macht sich emotional nackt. Und das können viele Menschen nicht zulassen. Auch wissen sie manchmal gar nicht wie sie Dinge „richtig“ ausdrücken sollen.

Stattdessen setzen sie sich unbewusst die Maske des unangreifbaren und unverletzlichen Titans auf und man sieht diese Menschen nach außen hin immer lächeln. Schaut man aber ganz bewusst hinter die Fassade, erkennt man den Groll, die Bitterkeit oder den Sarkasmus mit dem die wahren Gefühle kaschiert werden. Auch daran dass ein gerade sensibler Mensch sich absolut in seiner Arbeit vergräbt und nichts anderes mehr kennt, sieht man überdeutlich die wahre Unzufriedenheit. Die unverarbeiteten inneren Konflikte mit sich selbst.

Was ich damit sagen möchte ist - wenn man BEWUSST miteinander kommuniziert, vermeidet man unnötigen Ärger.

Bewusstes kommunizieren setzt aber ein bewusstes ZUHÖREN voraus. Denn nur wenn man auch wirklich VERSTEHT was der andere einem zu sagen hat – völlig egal wie wichtig oder unwichtig man selbst diese Dinge empfindet – gibt man dem anderen damit das sichere Gefühl dass man ihn ernst nimmt mit all dem was er uns – aus seinen Augen wichtigen Dingen - erzählt.

Wenn wir den Menschen den wir eigentlich doch über alles lieben, lautstark anschreien, beleidigen und beschimpfen bringt uns das nicht wirklich weiter. Wir machen zwar unserem eigenen Ärger Luft, gleichzeitig behandeln wir den geliebten Menschen aber ohne jeglichen Respekt und ohne jede Achtsamkeit! Und schlimmstenfalls bleibt irgendwann die Liebe auf der Strecke. Was wir damit befriedigen ist nichts anderes als unser eigenes Geltungsbedürfnis.

Natürlich darf man seinem Ärger Luft machen. Natürlich darf und soll man seine Gefühle zeigen. Aber das bedeutet ja noch lange nicht dass man den anderen dabei verbal unnötig verletzt.

Und ich persönlich kenne auch keinen hochsensiblen oder emotional sensiblen Menschen der sich gerne lautstark streitet. Oder überhaupt den geliebten Menschen an seiner Seite ganz bewusst anschreit.

Selbstverständlich gibt es Situationen in denen selbst ein sensibler Mensch die Nerven verliert und anfängt lauthals zu schimpfen und zu schreien. Aber genauso schnell beruhigt man sich auch wieder.

Im Normalfall ist es meiner Erfahrung nach so, dass hochsensible und emotional sensible Menschen generell Konflikten lieber aus dem Weg gehen. Da sie äußerst harmoniebedürftig sind. Was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist. Solange dabei nicht alles ungeklärt unter der Oberfläche schwelt und irgendwann dann der große „Erwachens-Knall“ folgt.

Bewusstes Kommunizieren und auch bewusstes Streiten will gelernt sein.

Wenn man gerne streitet und laut schreit, sollte man sich einmal fragen WARUM man das Bedürfnis danach hat das zu tun. Und vor allem WIE der Partner oder die Partnerin einen als Person und die Qualität der Beziehung als solche dann auf Dauer wahrnimmt.

Die Menschen die sich gerne lautstark streiten und nach allen Regeln der Kunst beleidigen, wollen eigentlich nichts anderes als SICH SELBST Gehör verschaffen!

Was hat schon mein Großvater immer gesagt als ich noch ein Kind war: „Wer schreit hat Unrecht.“ Und im Laufe meines Lebens habe ich immer wieder festgestellt, wie sehr diese Aussage doch der Wahrheit entspricht.

Da aber jeder Mensch sowieso seine individuelle Wahrnehmung der Dinge hat, bastelt sich auch jeder seine eigene kleine Wirklichkeit. Seine eigene kleine – subjektiv wahrgenommene Welt.

Wenn man es allerdings – auch als hochsensibler Mensch – lernt, ganz BEWUSST seine eigene kleine und individuelle Welt wahrzunehmen, zu spüren und zu fühlen, maximiert man bereits seine eigene subjektiv empfundene Lebensqualität.

Und ist es nicht genau das, was gerade hochsensible Menschen sich ganz besonders und bewusst wünschen?

Ein gefühltes Maximum an individueller Lebensqualität?

Natürlich soll und muss jeder Mensch – egal ob hochsensibel oder nicht sensibel – genau das tun was er für sich für richtig hält.

Es gibt kein allgemeingültiges Verhalten nur weil man hochsensibel ist. Man ist deshalb nicht automatisch ein „besserer“ Mensch. Aufgrund der Sensibilität ist man halt einfach anders. Aber trotzdem individuell.

Und ein ganz bewusster Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt ist deshalb umso sinnvoller und wichtig.

So wie wir uns selbst wahrnehmen, muss das nicht zwangsläufig damit übereinstimmen wie andere uns sehen. Weil Wahrnehmung an sich eine sehr subjektiv empfundene Angelegenheit ist.

Manchmal verlieren wir uns auch darin, die vielen interessanten oder nebensächlichen Dinge unserer Umwelt wahrzunehmen. Und diese Wahrnehmungen irgendwie für uns zu sortieren. So dass wir unser Selbst darüber vergessen.

Wann haben Sie das letzte Mal Ihren Partner oder Ihre Partnerin ganz BEWUSST wahrgenommen und ganz BEWUSST angesehen? Die vertrauten Gesichtszüge die man meint so gut zu kennen, eventuell vorhandene Sommersprossen, die Grübchen auf den Wangen, die winzigen Lachfältchen um die Lippen, die Sorgenfalte auf der Stirn, die tiefgründigen Augen die Sie liebevoll oder auch abweisend und zornig ansehen können, eine eventuelle winzige Narbe im Gesicht, die Form der Augen, der Lippen oder der Nase, wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin eine Brille trägt – wie wirkt er oder sie auf Sie mit und ohne Brille, die Ihnen so vertraute Stimme – klingt sie hart oder weich, tief, dunkel, hell, generell lauter oder angenehm, können Sie gar nicht genug von dieser Stimme bekommen? Wie ist die Art des Sprechens Ihres Partners oder Ihrer Partnerin, was löst diese Stimme in Ihnen aus? Wie FÜHLEN Sie sich in Gegenwart Ihres Partners oder Ihrer Partnerin? Wie nehmen Sie die Person Ihres Partners oder Ihrer Partnerin generell wahr? Wenn Sie die Person an Ihrer Seite einmal ganz bewusst anschauen, werden Sie bemerken dass Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin mit völlig anderen Augen sehen. Ihnen fallen vielleicht mit einem Mal Dinge an ihm oder ihr auf, die Ihnen bisher entgangen sind. Weil Sie nicht bewusst Ihre Wahrnehmung benutzt haben. Vielleicht fallen Ihnen mit einem mal Eigenarten oder Verhaltensweisen auf die Ihnen bisher glatt entgangen sind. Vielleicht SEHEN Sie jetzt mit einem Mal wie geduldig Ihr Partner oder Ihre Partnerin eigentlich immer ist, welch sanften und liebenswerten Charakter er oder sie wirklich hat, wie unterstützend er oder sie in Wahrheit immer ist, was er oder sie eigentlich die ganze Zeit Ihres Zusammenseins für Sie tut und Sie haben das bisher überhaupt nicht bemerkt... – und so gäbe es auch hier unzählige Beispiele.

Vieles tut man nämlich unbewusst aus reiner Gewohnheit. Und vergißt darüber, das Bewusste und Besondere wahrzunehmen und zu fühlen. Sowohl am Leben als solches, als auch an bestimmten Personen, in seinen Beziehungen und vor allem im Umgang mit dem eigenen Selbst.

Wie nehmen Sie sich selbst wahr?

Es ist ein riesengroßer Unterschied ob Sie sich tagtäglich morgens beim Zähneputzen automatisch und unbewusst im Spiegel ansehen, oder ob Sie Ihrem Spiegelbild regelmässig ganz bewusst ein liebevolles Lächeln schenken. Sehen Sie Ihrem Spiegelbild doch einmal ganz bewusst in die Augen. Was nehmen Sie wahr? Wie fühlen Sie sich dabei? Sind Sie glücklich? Zufrieden? Oder entdecken Sie versteckte Gefühle wie Traurigkeit, Wut oder Verbitterung in Ihren Augen und in Ihren Gesichtszügen?

Wahrnehmung an sich hat genau wie Hochsensibilität vielfältige Facetten und Nuancen. Und ist dabei immer individuell. Ein ganz großer Teil dabei ist die subjektiv empfundene Wahrnehmung.

Selbst die Wahrnehmung über die Wahrnehmung ist eine subjektiv empfundene Angelegenheit.

                                                                        © Iris Fischer – sensible-seele.net


Hochsensibilität, Abgrenzung und emotionale Schmerzen


Hochsensibilität, Abgrenzung, emotionale Schmerzen

Oft werde ich gefragt wie man sich als hochsensibler Mensch besser oder überhaupt abgrenzen kann. Meiner Meinung – und auch meiner Erfahrung nach - kann man dies NICHT pauschal beantworten. Denn jeder Mensch ist individuell. Was für den einen Menschen passend und stimmig ist, trifft auf einen anderen noch lange nicht zu. Die Strategie des Abgrenzens muss somit IMMER auf die jeweilige persönliche Situation angepasst werden.

Abgrenzung an sich ist ein komplexes Thema. Und nicht mit wenigen Worten erklärbar. Auch wenn es sehr wohl allgemein gültige Methoden gibt, die aber auch nicht automatisch auf jeden hochsensiblen Menschen anwendbar sind. Genauso wenig wie sämtliche Entspannungsmethoden bei allen Menschen funktionieren und hilfreich sind.

Zum einen gibt es die Abgrenzung der Sinne.

Also die Abgrenzung von den permanenten äußeren Reizen. Beispielsweise von störenden Geräuschen, unerträglichem Lärm, Stimmengewirr, Gefühlen, Stimmungen und Schwingungen die man von anderen Menschen übernimmt und empfängt - und nicht mehr unterscheiden kann ob man jetzt die eigenen Gefühle und Emotionen, oder die der anderen Menschen wahrnimmt und spürt. Wo man sich fragt wo höre ICH auf und wo fängt DER ANDERE an. Somit fühlen die eigenen Sinne sich NOCH MEHR und noch intensiver (über-) stimuliert, überfüttert und überflutet. Was einen hochsensiblen Menschen ganz gravierend belasten, stressen, nerven und negativ beeinträchtigen kann. Weil man dann überhaupt nicht mehr durchblickt. Und sich nur noch unwohl in seiner hochsensiblen Haut fühlt.

Zum anderen gibt es die natürlichen Grenzen die jeder Mensch automatisch in sich trägt.

Sobald diese natürlichen Grenzen von irgendetwas oder irgendjemandem überschritten werden, fängt man an sich unwohl zu fühlen. Man merkt, dass sich gerade etwas nicht mehr passend und stimmig anfühlt und man eigentlich nur noch aus der jeweiligen Situation flüchten möchte.

Und zum dritten sind da die „künstlichen“ - ganz bewusst - gesetzten Grenzen sich selbst und anderen Menschen gegenüber.

Diese Grenzen können aber sehr variabel, verwaschen und verschwommen sein. Was nicht immer nur gut ist. Denn es gibt ja Menschen die genau diese flexiblen Grenzen von außen weidlich benutzen, ausnutzen und ständig übertreten. Und somit ganz gewaltig überstrapazieren. Und schon fühlen sich hochsensible Menschen nicht ernst genommen, nicht gewürdigt und nicht gesehen. Sie fühlen sich in ihrer Würde und ihrem Stolz verletzt weil sie sich immer wieder vermeintlich für andere verbiegen „müssen“.

Derweil kann von MÜSSEN überhaupt keine Rede sein!

Wenn man sich (als hochsensibler) Mensch permanent verbiegt um anderen zu gefallen und um gemocht, akzeptiert und geliebt zu werden verliert man sich in ganz gewaltigen Selbsttäuschungen! Denn man verbiegt sich nur deshalb weil man ANGST hat, nicht genügend beachtet und gesehen und geliebt zu werden so wie man ist. Diese Angst wiederum hängt mit einem zu geringen Selbstwertgefühl zusammen. Das bedeutet, dass man sich selbst vollkommen falsch BE-WERT-ET und sich somit SELBST seinem WERT beraubt! Niemand anders ist dafür verantwortlich dass man sich permanent für andere verbiegt. Es liegt in der eigenen Verantwortung welchen SELBST-WERT man sich gibt. Wie WERT-VOLL oder auch wie WERT-LOS man sich also SELBST fühlt. Auch das hat natürlich Gründe und Ursachen aus der Vergangenheit, denen man gezielt auf den Grund gehen sollte wenn man sich und sein Leben wirklich verändern möchte.

Es gibt die POSITIVE Form der Abgrenzung und die NEGATIVE Eigenbegrenzung.

Die positive Abgrenzung tut uns gut. Weil wir uns dann wohler fühlen. Und wir sie brauchen. Wir können uns sowohl gefühlsmässig – also emotional - als auch gedanklich (mit dem Verstand) oder räumlich abgrenzen.

Die negative Eigenbegrenzung tut uns überhaupt nicht gut. Kann sie uns nämlich gravierend im Alltag und im seelischen, geistigen und körperlichen Wohlbefinden immens belasten und beeinträchtigen.

Sehr oft ist es so, dass man sich selbst negativ begrenzt ohne dies überhaupt zu bemerken. Das äußert sich dann beispielsweise in gravierenden Ängsten (Verlustangst, Angst vor zuviel Nähe, Zukunftsangst, Existenzangst, Erfolgsangst, generalisierte Angst, Panikattacken), tiefen Depressionen, Perfektions-Denken oder massiven emotionalen Schmerzen.

Es kann durchaus passieren, dass man viele Jahre lang völlig ahnungslos unter diversen Ängsten, Panikattacken, Depressionen oder emotionalen Schmerzen leidet und überhaupt keine Vorstellung hat WOHER diese Symptome kommen. Diese körperlichen SYMPTOME sind das, was uns deutlich ZEIGT dass irgendetwas nicht stimmig ist in unserem Leben! Dass wir uns auf dem falschen oder unpassenden Weg befinden. Dass unsere Seele unter ganz gewaltigen Defiziten leidet. Dass wir dringend etwas ändern müssen für unser Lebens- und Liebes-Glück, unser Seelenheil und unser Wohlbefinden. Denn diese Symptome zeigen uns nichts anderes, als dass wir nicht das Leben leben dass wir eigentlich leben wollen. Sondern wir leben oft nur einen Kompromiss! Und dieser Kompromiss den wir Leben nennen und uns irgendwie mit diesem Leben arrangiert haben – auch wenn wir uns nicht wirklich wohl fühlen, macht uns auf Dauer unglücklich und lethargisch. Schlimmstenfalls werden wir richtig krank.

Vor allem dann, wenn wir unsere Gefühle oft jahrelang verdrängt und von uns geschoben, sie unterdrückt, regelrecht ‚einzementiert’ und nicht ausgelebt haben.

Weil wir uns mit unserer eigenen Begrenzung die Lust und die Freude am Leben nehmen. Ohne dass uns dies bewusst ist!

Wir hindern uns selbst daran wahre Liebe, Glück und hohe Lebensqualität zuzulassen und dies ganz selbstverständlich zu empfangen. Wir geben zwar und geben und geben...aber trotzdem blockieren wir die Lebensenergie. Weil wir immer nur haben wollen und nicht unterscheiden können zwischen haben wollen, annehmen und empfangen. Wir wollen „gewaltsam“ etwas haben und kämpfen mit allen Mitteln um dies auch zu bekommen. Und merken überhaupt nicht dass wir uns so selbst imaginär eingemauert, einzementiert und somit SELBST BEGRENZT haben. Und wundern uns dann dass überhaupt nichts mehr funktioniert. Wie auch wenn die Energie nicht mehr frei fließen kann. Sie kommt ja nicht durch die dicken und hohen unsichtbaren Mauern die wir um uns selbst errichtet haben.

Emotionale Schmerzen der Selbstbegrenzung können so massiv, intensiv und stark sein, dass man das Gefühl hat es zerreisst einen innerlich in tausend Stücke. Auch kann es sich anfühlen als ob einem das Herz und die Seele bei lebendigem Leib und vollem Bewusstsein herausgerissen wird. Und diese imaginäre Wunde blutet und blutet und blutet. Und schmerzt unendlich. Was regelrecht körperlich zu spüren ist. Das Resultat daraus ist, dass man hilflos dasitzt und stundenlang, wochenlang und schlimmstenfalls sogar jahrelang immer wieder bitterlich schluchzt und weint. Alleine kommt man da nicht heraus. Wenn man so etwas bei sich bemerkt, sollte man sich in jedem Fall fachliche Hilfe und Unterstützung holen.

Emotionale Schmerzen können sich mit Symptomen äußern wie massiv empfundener – vielleicht über viele Jahre – unterdrückter Wut die irgendwann aus einem herausbricht weil man es nicht mehr aushält sie immer nur zurückzuhalten. Vielleicht wird man mit einem Mal auch aggressiv, WEIL man diese Wut immer unterdrückt hat und sich nicht erlaubt hat diese Wut auszuleben. Weil einem ein Leben lang immer wieder suggeriert wurde dass es sich „nicht schickt“ wütend zu sein und diese Wut nach außen hin zu zeigen. Weil einem vielleicht über viele Jahre immer wieder eingebläut wurde dass man nur gemocht und geliebt wird wenn man sich anpasst und nur positive Gefühle zeigt. Genau daraus kann auch eine massive Verlustangst entstehen. Weil man sich aus lauter Angst nicht geliebt zu werden, an andere Menschen anpasst und permanent verbiegt. Und nur ja keine negativen Gefühle zeigt. Die schluckt man immer schön brav hinunter. Und begrenzt sich somit immer weiter selbst ohne es zu merken. Allerdings kann es dann passieren, dass man irgendwann handfeste Depressionen entwickelt. Genau aus diesen permanent unterdrückten und nicht ausgelebten Gefühlen.

Man fühlt sich hilflos weil man sich selbst unbewusst begrenzt und die Ursache für sein Unwohlsein sucht man dann im Außen. Wo sie aber nur vermeintlich zu finden ist. Man kommt gar nicht auf die Idee dass all dies aus einem selbst kommt. Dass niemand anders dafür verantwortlich oder gar schuld ist. Sondern nur man selbst! Und so suhlt man sich oft jahrelang in Selbstmitleid. Und merkt gar nicht wie emotional bedürftig man eigentlich die ganze Zeit ist. Anstatt man endlich einmal Eigenverantwortung übernimmt und seinen freien Willen einsetzt. Und sich von niemandem mehr im Außen beeinflußen lässt.

Emotionale Schmerzen kommen somit IMMER aus uns selbst! Aus unseren eigenen negativen Begrenzungen.

Das hat unter anderem zu tun mit Konditionierungen, falschen Bewertungen, falschen Interpretationen von Worten anderer Menschen, Situationen, Gedanken, Gefühlen und Handlungen.

Wenn man sich regelmässig gesund abgrenzt und vor allem aufhört sich selbst negativ zu begrenzen, gibt es keine emotionalen Schmerzen mehr. Dann gibt es keine Angst, keine Wut, keine Hilfosigkeit und keine Aggression.

Meiner Erfahrung nach leben viele hochsensible Menschen nur einen Kompromiss. Sie leben überhaupt nicht das Leben dass sie eigentlich die ganze Zeit leben wollen. Sie trauen sich nicht bei sich selbst zu bleiben. Oder sie schaffen es aus diversen Gründen nicht. Sie haben nicht die Kraft Entscheidungen zu treffen, Eigenverantwortung zu entwickeln und einen völlig neuen Weg zu gehen. Einen Weg der sie wirklich glücklich macht. Der sie aus ihrer Lethargie, Depression und Angst befreit. Weil sie permanent in einem inneren Zwiespalt sind und sich so immer weiter selbst begrenzen. Weil ihnen gar nicht bewusst ist dass sie eventuell emotional abhängig sind von dem Menschen an ihrer Seite oder sie sich jahrelang von anderen einreden haben lassen dass es „falsch und egoistisch“ ist bei sich zu bleiben und sich zu verwirklichen.

Auch in der Liebe grenzen sich viele hochsensible und emotional sensible Menschen nicht so ab wie es ihnen wirklich gut tun würde. Sie lassen sich viel zu viel gefallen. Und leiden auch da unter – oft ganz gewaltigen - emotionalen Schmerzen. Weil sie sich andererseits gleichzeitig auch wieder selbst begrenzen. Und zwar ganz einfach indem sie die Liebe die vom anderen kommt nicht wirklich annehmen, empfangen und zulassen (können). Was aber auch nicht an dem Menschen liegt den man an seiner Seite hat, sondern auch das liegt in einem selbst! Das liegt unter anderem an den Erwartungen, Sehnsüchten und Wünschen die IMMER aus einem selbst kommen und NIEMALS vom anderen! Die man aber automatisch auf den anderen projiziert und erwartet dass der andere einem dies zu erfüllen hat. Man schiebt so die Verantwortung von sich selbst weg, zum anderen hin. Und weil man sich selbst begrenzt, denkt man die Liebe tut weh wenn man dann enttäuscht ist. Nicht der andere enttäuscht einen, sondern man enttäuscht sich selbst! Weil man nicht in der Lage ist emotional loszulassen. Sondern man will die Liebe und die Situation kontrollieren. Aber die Liebe lässt sich nicht kontrollieren!

Und wahre Liebe tut auch NIEMALS weh!

Es ist NIEMALS die Liebe die schmerzt, sondern es sind IMMER die eigenen Begrenzungen die man spürt, die eigene Bedürftigkeit, die eigenen Blockaden – die „Einzementierung“ und Unterdrückung eigener Gefühle.

Die emotionalen Schmerzen können sich bis ins unerträgliche steigern. So dass man am liebsten davonlaufen möchte. Aber auch das ist keine Lösung. Denn die emotionalen Schmerzen gehen ja mit. Egal wohin wir uns flüchten. Da dies aus unseren eigenen Gefühlen und Emotionen resultiert. Es ist immer in uns selbst. Und vor uns selbst können wir nicht davon laufen.

Deshalb ist es umso wichtiger, mit der permanenten und ungesunden Selbstbegrenzung aufzuhören.

Manche Grenzen sind sehr deutlich wahrnehmbar, während andere wiederum kaum zu spüren sind. Sie verschwimmen ineinander und vermischen sich. Manche Grenzen sind flexibel, andere wiederum undurchdringlich. Aber sie sind doch die ganze Zeit da.

Sich als hochsensibler Mensch abzugrenzen – und das in jeglicher Hinsicht und auf allen Ebenen ist notwendig. Für das eigene Wohlbefinden, für die Seele, den Körper, das Herz und den Geist. Und natürlich für jegliche Sinne. Solange es sich um die natürlichen, positiven und ganz bewusst gesetzten Grenzen handelt. Gegen negative innere und äußere Eigenbegrenzung die einem eigentlich nur schadet, sollte man etwas unternehmen. Aber zuerst einmal muss einem dies natürlich bewusst sein. Erst dann kann man entsprechend handeln. 

                                                                              © Iris Fischer – sensible-seele.net


Die Sache mit dem Urvertrauen


Hochsensibilität & Urvertrauen

„Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens niemals erreicht wird" - Khalil Gibran

Urvertrauen zu besitzen, ist ein unermesslich wertvolles Geschenk. An uns selbst und an andere Menschen. Urvertrauen zu besitzen bedeutet, uns uns selbst und einem anderen Menschen bedingungslos hinzugeben. Uns in dieses Vertrauen hineinfallen zu lassen. Ohne jede Kontrolle. Hinabzusinken ins bodenlose. Zu schweben wie auf einer dicken, weichen Wolke, die am grenzenlos weiten Himmel leise dahinzieht. Nicht wissend, wohin sie uns trägt. Unsere Seele, unser Herz und unseren Körper einem anderen Menschen zu schenken. Ohne zu hinterfragen was dieser Mensch mit unserer Seele, mit unserem Herzen und mit unserem Körper tut.    

Urvertrauen ist ein unerschütterlicher Seins-Zustand. Urvertrauen ist die Anwesenheit von Liebe und die Abwesenheit von Angst.

Ohne Angst zu sein, ist die Grundvoraussetzung für innere Wandlung.

Vertrauen und Zuversicht ist ein Duo das zusammengehört. Denn ohne Zuversicht gibt es kein Vertrauen und ohne Vertrauen besitzen wir keine Zuversicht. Zuversicht bedeutet, aus allem was IST, das beste herauszuholen. Immer eine Lösung parat zu haben. Aus der immersprudelnden Quelle der Hoffnung zu schöpfen und niemals aufzugeben. Innere Stärke und Kraft zu besitzen, um immer weiterzumachen. Eben zuversichtlich zu sein, dass alles genauso kommt und laufen wird wie es sein soll.

Uns selbst und dem Leben an sich bedingungslos zu vertrauen bedeutet, uns kompromisslos darauf einzulassen. Und zu ‚empfangen’ was das Leben für uns bereithält. Darauf zu vertrauen, dass wir immer genau das bekommen, was wir in unserem Leben für uns brauchen.

Das was wir nicht brauchen, stossen wir per Resonanzgesetz sowieso ab. Weil es uns nicht weiterbringt. Weil es keinen Nutzen für uns hat. Und weil es uns auch nicht ‚berührt’.

Uns selbst und anderen Menschen absolut pures und reines Vertrauen entgegenzubringen, bedeutet unvorstellbar mutig zu sein. Vor allem dann, wenn wir es nicht gelernt haben überhaupt auf uns selbst vertrauen zu DÜRFEN. Obwohl wir immer gespürt haben dass wir uns selbst sehr wohl vertrauen können. Weil wir ja als hochsensible und auch hochsensitive Menschen immer sehr genau gespürt haben was für uns nun „richtig“ ist. Und was sich ‚stimmig’ für uns anfühlt.

Wie sollen wir lernen uns selbst zu vetrauen, wenn uns schon unsere Mütter nicht vertraut haben? Weil sie sich selbst wiederum nicht vertrauen konnten? Oder dies auch gar nicht durften?

Wenn schon unsere Mütter uns nicht geglaubt und uns nichts zu-getraut haben, wie sollen wir uns selber zutrauen das „richtige“ für uns zu tun? Die „richtigen“ Entscheidungen für uns zu treffen?

Wir können unserem Selbstvertrauen ja überhaupt keinen Glauben schenken. Wenn von Grund auf immer misstrauisch beäugt wurde, welche Entscheidungen wir für uns getroffen haben. Wenn ständig kritisiert wurde was wir taten. Wenn uns immer wieder suggeriert wurde dass wir angeblich nicht gut genug sind. Wenn unsere Meinung nicht gefragt war. Wenn unser Urteilsvermögen in Frage gestellt wurde. Nur weil wir ‚anders’ sind und schon immer anders sein wollten als unsere Mütter. Weil wir sehr genau gespürt haben dass schon unsere Mütter nicht authenisch sind. Weil schon sie zu ihrer Mutter nicht das Urvertrauen bilden konnten, das eigentlich so wichtig ist zwischen Mutter und Kind. Denn nur so können wir das Urvertrauen fürs Leben in uns ausbilden. Und unerschütterlich in uns selber ruhen.

Sehr viele Menschen misstrauen allem und jedem. Vor allem auch sich selbst. Was ja kein Wunder ist, wenn wir bedenken wie oft unser Urvertrauen bereits missbraucht wurde in unserem Leben.

Wenn wir einem Menschen unser vollstes Vertrauen schenken und dieser Mensch missbraucht dieses Vertrauen dann – beispielsweise mit permanenten Lügen, Untreue und Unzuverlässigkeiten - ist dadurch oft ein solch tiefer Riss im Gebilde unseres überaus sensiblen Urvertrauens entstanden, dass es für uns fast unmöglich ist, den Weg über diesen Abgrund zurück zu schaffen.

Gerade für hochsensible und emotional sensible Menschen wiegt das Vertrauen dass sie einem anderen Menschen entgegenbringen, oft schwerer als Gold. Was für den, der dieses Vertrauen nicht zu schätzen weiß, sehr oft den „Todesstoss“ für Freundschaft, Liebe und Beziehung bedeuten kann.

Für uns sensible Menschen bedeutet ein Verlust des Urvertrauens immense emotionale und seelische Schmerzen. Denn es ist mit das schlimmste überhaupt, wenn das Urvertrauen dass wir in einen anderen Menschen setzen, von diesem – egal in welcher Form – enttäuscht und missbraucht wird. Vor allem wenn wir eigentlich per se an das Gute im Menschen glauben.

Urvertrauen ist wie ein winziges Samenkorn, dass wir in die dunkle, nährende Erde setzen. Dass dann mit Liebe, Licht und Wasser zu einem zarten Pflänzchen heranwächst. Dieses zarte Pflänzchen des Urvertrauens kann aber nur zu einer großen, kräftigen und starken Pflanze heranwachsen, wenn es fortwährend liebevolle Pflege und Aufmerksamkeit bekommt. Dieses Pflänzchen muss mit aller Achtsamkeit, Zuversicht und voller Hoffnung behandelt werden. Da es ansonsten verkümmern wird und jämmerlich eingeht.

Die frühkindliche Bindung zu unserer Mutter ist unabdingbar, wenn es darum geht, das unerschütterliche Urvertrauen in uns zu entwickeln. Dazu gehört, dass jegliche unserer Grundbedürfnisse und Wünsche per se von unserer Mutter befriedigt und erfüllt werden. Dass wir ihre Liebe zu uns spüren. Und zwar von der Stunde unserer Geburt an. Wenn unsere Mutter – aus welchen Gründen auch immer – nicht dazu in der Lage ist, uns unsere Bedürfnisse zu erfüllen und uns zu lieben, können wir kein Urvertrauen in uns entwickeln. Da wir so schon mit einem emotionalen und seelischen Mangel ausgestattet, ins Leben geschickt werden.

Natürlich können diese Mütter nichts dafür dass sie so handeln. Denn sie tun das unbewusst. Und weil sie es nicht anders kennen. Da sie selber Mängel in sich tragen. Und das Urvertrauen nicht in sich entwickeln konnten. Das ist eines der dunkelsten Geheimnisse die viele Mütter in sich tragen. Und von Generation zu Generation unbewusst immer weitergegeben wird.

Wohl aber gibt es natürlich auch diejenigen, die es bewusst anders machen. Und entgegen dem handeln, wie ihre Mütter es gemacht haben.

Damit wir uns seelisch gesund entwickeln können, MÜSSEN wir von Anfang an die Bewunderung und Liebe unserer Mutter spüren. Die ersten mindestens drei Lebensjahre gelten als die wichtigsten für eine gesunde seelische und emotionale Entwicklung von Kindern. Bei hochsensiblen Kindern ist dies sogar essentiell und existenziell noch wichtiger.

Unser Urvertrauen bildet sich aus einem Gefühl der emotionalen Sicherheit, Geborgenheit und Liebe. Auch unser Selbstwertgefühl und unsere Liebesfähigkeit hängt von der Bildung des Urvertrauens ab. Die Glaubenssätze mit denen wir als Kinder aufwachsen, tun ihr übriges dazu.

Urvertrauen bedeutet, uns bei einem anderen Menschen zu Hause zu fühlen. Uns ihm ohne mit der Wimper zu zucken bedingungslos anzuvertrauen. Aus einem tiefen Wissen heraus, dass wir uns auf diesen Menschen hundert Prozent verlassen können.

Sehr oft wachsen wir aber schon als Kinder mit einem emotionalen und seelischen Mangel auf. Und können so weder uns selbst, noch anderen Menschen bedingungslos vertrauen. Vielleicht in Teilbereichen. Und auf einigen Ebenen. Aber niemals zu hundert Prozent. Und niemals auf allen Ebenen unseres sensiblen Seins. Es wird immer ein Rest Misstrauen vorhanden sein. Auf irgendeiner Ebene werden wir immer Angst, innere Zweifel und Gegenwehr in uns spüren. Auf irgendeiner Ebene haben wir immer das Gefühl für das was uns zusteht kämpfen zu müssen. Und das knabbert dann oft über viele Jahre lang an uns. „Zerfranst“ den unschuldigen Rand unserer Seele. Frisst Löcher in den Teppich unseres Gefühlsleben.

Urvertrauen in uns zu entwickeln, fängt in unserem Kopf an. Mit den Bewertungen die wir all unseren Gedanken anhängen. Jeder einzelne Gedanke bekommt von uns ein Schild mit einer Bewertung um den Hals gehängt.

Wenn wir beispielsweise denken dass wir ja eh nicht liebenswert sind so wie wir sind, und somit kein Vertrauen von anderen verdient haben, vertrauen wir uns auch nicht selbst. Und KÖNNEN somit auch NICHT einem anderen Menschen bedingungslos vertrauen. Und da andere Menschen ja genau diese inneren Zweifel in uns spüren, bekommen wir natürlich genau dies wieder zurück. Und uns wird ebenfalls nicht voll und ganz vertraut. Weil eben jene Menschen auf uns „anspringen“, die ebenfalls Vertrauensdefizite in sich tragen.

Es sei denn, ein bestimmter Mensch „beweist“ uns eindeutig, dass er unser tiefstes Urvertrauen wirklich und wahrhaftig verdient hat. Dass wir ihm – weil es sich so definitiv richtig und absolut ‚stimmig’ für uns anfühlt – ohne dass auch nur der leisteste Hauch eines Zweifels in unserem Innersten zu spüren ist, vorbehaltslos unser Herz, unsere Seele und unseren Körper schenken. Ganz einfach weil wir spüren und zwar mit jeder sensiblen Faser unseres gesamten Seins, dass dieser Mensch uns absolut annimmt und sein lässt wie wir sind. Weil er unseren wahren Wesens- und Seins-Kern wahrnimmt und sieht. Denn ein solcher Mensch sieht uns ausschließlich mit seinem Herzen. Seine Seele erkennt unsere Seele. Dieser Mensch liebt uns absolut wahrhaftig und bedingungslos. Auch wenn wir das vielleicht nicht sofort erkennen und sehen können.

Das kann ein einziger Mensch in unserem Leben sein. Dem wir wirklich und wahrhaftig absolut bedingungslos auf jeglichen Ebenen vertrauen. Und dem wir uns vollkommen hemmungslos hingeben. Voll von purem und reinem Urvertrauen sind. Weil alles in uns sich bei diesem Menschen angekommen und zu Hause fühlt. Weil dieser Mensch unser gesamtes Sein ‚berührt’. Weil dieser Mensch emotionale Wärme und Stabilität ausstrahlt. Weil wir spüren, dass dieser Mensch authentisch ist. Dass wir uns auf diesen einen Menschen hundert Prozent verlassen können. Es besteht von Anfang an absolute Klarheit zwischen uns und ihm. In unserem gesamten Denken, Fühlen und Handeln. Nichts ist trübe, nichts findet im Verborgenen statt. Unsere Gedanken im Kopf bekommen bei diesem Menschen ein besonders wertvolles Schild mit der Aufschrift „bedingungsloses Urvertrauen“ um den Hals gehängt. Unser Herz und unsere Seele sind zutiefst berührt. Unsere Intuition schreit laut „ja“.

Was für ein seltenes und unermesslich wertvolles Geschenk des Lebens an uns!

Wir müssen lernen unserer Intution und unserem Ur-Instinkt (wieder) zu vertrauen. Mit unserem Herzen zu fühlen und mit unserer Seele zu ‚sehen’. Nicht auf die Gedanken in unserem Kopf zu lauschen, die sowieso nur alte Gewohnheiten und negative Glaubenssätze in uns abspulen.  Immer und immer wieder. Und das jedes einzelne Mal GEGEN unser wahres Gefühl.

Unser GEFÜHL ist es, dem wir absolut vertrauen sollten. Dem wir uns hemmungslos hingeben können. Dem wir unbedingt und ganz bewusst Beachtung schenken sollten.

Wir sollten das Leben ausschließlich FÜHLEN.

Wir sollten jegliche Ängste in uns Loslassen. Jegliche Zweifel in uns begraben. Jegliche Gedanken mit negativen Bewertungen aus unserem Kopf verbannen. Und ihnen keinen Zutritt mehr zu uns gewähren.

Uns lieber darauf verlassen dass unser Urvertrauen uns leise und sicher - wie die flauschige, weiche Wolke am grenzenlos weiten Himmel - genau da hinbringt, wo es für uns persönlich absolut richtig und ‚stimmig’ ist. Und wo wir uns unendlich wohl mit uns selber und mit anderen fühlen.

Auch wenn es uns verdammt schwer fallen sollte wirkliches Vertrauen zu uns selbst und auch zu anderen aufzubauen, lohnt sich das auf alle Fälle. Denn unser Leben gewinnt dadurch ganz enorm an Lebensqualität.

Und auch wenn unser Vertrauen mit Samthandschuhen angefasst werden muss - denn es ist zerbrechlich wie feinstes geschliffenes Kristallglas – tun wir das im Endeffekt ja nur für uns.

Für unser wahres, sensibles Sein. In das wir uns voller Hingabe und Selbstvertrauen bedingungslos hineinfallen lassen können...DÜRFEN...

                                                                                © Iris Fischer – sensible-seele.net 


Hochsensibilität als Geschenk und Gabe


Hochsensibilität als Geschenk und Gabe

Viele Menschen sehen ihre eigene Hochsensibilität erst einmal nicht als Geschenk und Gabe, sondern sie nehmen diese Sensibilität als sehr anstrengend und somit als negativ wahr. Für diese Menschen ist ihre Hochsensibilität eher eine Belastung, als ein Segen oder gar ein Geschenk der Natur. Den großen Vorteil den die Hochsensibilität mit sich bringt, wollen oder können viele erst einmal überhaupt nicht sehen. Sehr oft ist es aber so, dass sie trotzdem oder gerade deswegen eine sehr große Erleichterung verspüren, wenn sie endlich einen Begriff für ihr „anders-sein“ gefunden haben. Was eigentlich sehr einfach zu erklären ist: Sobald man etwas definieren kann, fühlt man sich sofort sehr viel wohler in seiner Haut. Weil man weiß, man bildet sich dieses „anders sein“ nicht ein, sondern es ist eben einfach so dass man aufgrund seiner Hochsensibilität anders ist als andere – nicht sensible – Menschen.  

 Als hochsensibler Mensch hat man im Umgang mit anderen sehr viele Vorteile gegenüber nicht sensiblen Menschen. Eben weil die eigene Wahrnehmung so fein und so intensiv ist. Einerseits hat man da dieses Gespür für andere Menschen. Man kann sofort einschätzen welchen Menschen man da vor sich hat. Und ob dieser Mensch einem gar gut oder böse gesonnen ist. Man spürt dies einfach.  

 Merkmale der besonderen Gabe Hochsensibilität im Umgang mit anderen Menschen sind beispielsweise: 

  •  das erspüren von Stimmungen und feinsten Schwingungen anderer 
  •  das (er-) spüren, was sich zwischen zwei Menschen emotional abspielt, selbst wenn die beiden das bei sich selbst noch gar nicht bemerken 
  •  das feine wahrnehmen von kleinsten Veränderungen im Verhaltens anderer, auch wenn diesen das an sich selbst noch gar nicht bewusst ist
  •  das intensive und intuitive wahrnehmen von Gefühlen anderer 
  •  das intuitive und instinktive erspüren einer eventuell gefährlich werdenden Situation 
  •  eine besonders ausgeprägte Empathie 
  •  besonders intensive Gefühle und Emotionen 
  •  das intuitive erspüren von inneren Blockaden und Ängsten anderer
  •  das feinste Wahrnehmen von Sympathie oder Antipathie von anderen einem selbst gegenüber 
  •  eine sehr feine Wahrnehmung ob das Gegenüber die Wahrheit sagt oder nicht 
  •  eine ganz besonders feine und ausgeprägte Intuition 
  •  das instinktive und intuitive (er-) spüren der Bedürfnisse des Partners oder der Partnerin, ohne dass diese ausgesprochen werden 
  • ...

Wenn ein hochsensibler Mensch liebt, dann fühlt er diese Liebe ganz besonders intensiv. Und wenn dieser Mensch einen Partner hat, der irgendein ungelöstes Problem mit sich herumträgt, wird der hochsensible Partner mit ihm sehr intensiv mitempfinden und mitleiden. Noch viel mehr, als ein nicht sensibler Mensch das könnte. Was höchstwahrscheinlich auch wiederum eine Belastung für den Hochsensiblen darstellt. Da er die Gefühle und Emotionen des anderen fühlt. Zusätzlich zu seinen eigenen. Und das ist nun wahrlich nicht einfach.   

Auch wenn der hochsensible Mensch - aus welchen Gründen auch immer - leidet und Kummer hat, macht sich das ganz besonders intensiv bemerkbar. Wenn die Seele aus dem Gleichgewicht gerät, kann das für einen hochsensiblen Menschen gefühlsmässig sehr extrem werden. Ein nicht sensibler Mensch kann diesen hochgradigen Leidensdruck überhaupt nicht nachempfinden und verstehen.   

Als Gabe sollte man Hochsensibilität deshalb sehen, weil man situationsbedingt immer genau spürt was gerade Sache ist. Wenn man sich selber genau kennt und auf seine Intuition achtet und auf sie hört, wird man meistens die passenden Entscheidungen für sich treffen. Und weil man ja spürt welchen Menschen man da vor sich hat, wird man immer entsprechend auf den anderen reagieren und zugehen können.   

Es ist also wirklich wichtig, dass man seine Hochsensibilität als das anerkennt, annimmt und akzeptiert was sie ist, nämlich ein ganz besonderes Geschenk der Natur! Gerade im Umgang mit anderen Menschen bringt das enorm viele Vorteile. Wenn man dazu allerdings erst einmal nicht in der Lage ist, ist das nicht schlimm! Immerhin ist es auch nicht einfach, mit dieser intensiven Wahrnehmung und der ständigen Reizüberflutung oder mit seinen intensiven und überquellenden Gefühlen leben und umgehen zu müssen. Das muss man erst einmal für sich selber lernen. Noch dazu – desto älter man ist, wenn man erfährt dass man eigentlich schon sein Leben lang zu den hochsensiblen Menschen gehört. Im Rückblick gesehen, klärt sich dann so manches auf. Und höchstwahrscheinlich wird man einige Aha-Erlebnisse bekommen, wenn man sich mit seiner Hochsensibilität und seiner gelebten Vergangenheit auseinandersetzt.   

Wirklich wichtig ist nur, dass man sich regelmässig seine persönliche Auszeit nimmt um sich wieder zu regenerieren und zu entspannen. Es ist als hochsensibler Mensch unabdingbar, die ständige Reizüberflutung mit Ruhe und Entspannung zu kompensieren.   

Stille kann etwas so herrliches und schönes sein. Man sollte sich das ruhig regelmässig gönnen. Man sollte die Stille – beispielsweise im Wald oder inmitten in Wiesen und Feldern – auf sich wirken lassen und ganz bewusst genießen. Gerade bei der heutigen Lärmverschmutzung unserer Umwelt. Das sollte man so in sein Leben integrieren, dass ein regelmässiger Rückzug für sich alleine möglich ist. Und wenn es sich nur um dreißig Minuten täglich handelt. Die sollte man gerade als hochsensibler Mensch in seine seelische, körperliche und geistige Gesundheit investieren. Zeit für sich selbst und für sein eigenes Wohlergehen sollte man immer finden.   

Man kann lernen seine Hochsensibilität zu akzeptieren und sie als positiv in sein Leben zu integrieren. Eigentlich ist es unabdingbar für ein möglichst harmonisches und zufriedenes Leben, dass man sein Leben und seinen Alltag nach der Hochsensibilität ausrichtet. Völlig egal was andere Menschen dabei von einem halten. Das ist nicht relevant. Wichtig ist dabei nur, dass man sich selber wohl fühlt.   

Jedenfalls sollte man seine Hochsensibilität nicht verstecken. Denn das hieße ja andererseits, dass man sich für andere verbiegt. Und das wiederum kann einen enorm belasten, wenn nicht sogar auf Dauer seelisch krank machen. Zumindest wird man in höchstem Maße unzufrieden mit sich und seinem Umfeld sein. Und das ist nun wirklich nicht der Sinn dieser besonderen Gabe. Im Gegenteil. Man sollte versuchen das Beste aus sich herauszuholen und das Beste aus sich und seiner Hochsensibilität zu machen. Ein gesundes Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele wird es einem danken.   

Was die berufliche Seite dieser besonderen Gabe betrifft – sollte man sich genau überlegen ob man in seiner derzeitigen Tätigkeit wirklich glücklich und zufrieden ist. Oder ob es sich lohnt einen neuen – für sich passenderen Weg einzuschlagen. Denn für kreative – schöpferische, künstlerische und helfende Berufe ist die Gabe der Hochsensibilität prädestiniert. Weil man etwas mit den eigenen Händen schafft, weil man anderen Menschen behilflich sein kann. Weil man seine kreativen und sozialen Fähigkeiten, sein facettenreiches Innenleben und sein wertvolles inneres Potenzial entwickeln, ausbauen und ausleben kann.   

  • Wäre es nicht jammerschade, wenn Ihre natürlich angelegten Talente und Fähigkeiten ungenutzt verkümmern würden?   
  • Wäre es nicht äußerst traurig, wenn Sie Ihr reichhaltiges Innenleben nicht nach außen hin zeigen und präsentieren?
  • Wären Sie nicht überaus stolz auf sich, wenn Sie auf sich achten und Ihre Hochsensibilität tatsächlich als Geschenk und Gabe und somit als positiv annehmen können?
  • Wäre es nicht wundervoll, wenn Sie es schaffen sich so zu akzeptieren wie Sie nun einmal sind? Mit all diesen ganz besonderen Fähigkeiten und Talenten?  
  • Wäre es nicht wunderbar, wenn Sie all Ihre Kreativität ausleben würden und genau das tun könnten was Sie schon immer tun wollten?   
  • Wäre es nicht zauberhaft, wenn Sie eine liebevolle und harmonische Beziehung führen würden, in der beide Partner glücklich und zufrieden leben könnten? Eben weil Sie mit der Gabe der Hochsensibilität besonders feine Antennen haben und das Gespür für den seelischen Zustand, die Bedürfnisse, die Gefühle und Emotionen Ihres Partners oder Ihrer Partnerin besitzen?  

Sind das nicht eigentlich Gründe genug, um seine Hochsensibilität als besondere Gabe und somit als Geschenk der Natur zu sehen und nicht als negative Belastung oder gar als Fluch?   

Wirklich niemals sollten Sie sich selber einreden oder sich von anderen beeinflussen lassen, dass Sie sich nicht verändern und Ihre individuelle Situation nicht deutlich verbessern können.   

Denn: Sie können! Wenn Sie es nur wirklich wollen. Die besondere Gabe Ihrer Hochsensibilität will gelebt werden. Wozu haben Sie sie schließlich von der Natur erhalten? 

                                                                        © Iris Fischer - sensible-seele.net 


Hochsensibilität - tatsächlich nur ein "Trend"...?

   

In letzter Zeit befassen sich sehr auffällig immer mehr Menschen mit dem Thema Hochsensibilität. Fast könnte man meinen dass dieser Begriff DER Trend schlechthin geworden ist. Was aber faktisch gesehen vollkommen falsch ist. Denn Hochsensibilität ist und bleibt ein Teil der Persönlichkeit und ebenfalls eine besondere Gabe. Mit der eben nur ein kleiner Teil der Menschheit von der Natur beschenkt wurde.

Hochsensibilität ist KEINE Krankheit! Sie ist auch KEINE psychische Störung! Und sie ist erst recht KEINE Einbildung! Was immer wieder explizit betont werden muss.

Und was ich persönlich überhaupt nicht mag ist, wenn Hochsensibilität als Konzept bezeichnet wird.

Leider gibt es immer wieder – und immer noch – Menschen, die trotz allem dieser Auffassung sind und die auch ernsthaft denken dass man Hochsensibilität einfach mal weg therapieren kann. Was definitiv nicht der Fall ist!

Hochsensibilität ist kein Modebegriff und die Erforschung der Hochsensibilität als solche somit definitiv kein Trend der irgendwann wieder verschwindet. Besonders sensible und empfindsame Seelen hat es schon immer gegeben. Hochsensibilität ist somit also keine Erscheinung der heutigen Zeit und demnach auch nicht neu entstanden!

Genauso wie es Depressionen, Angst und Stress schon immer gegeben hat. Nur dass heutzutage von geschäftstüchtigen Menschen dafür ein Modewort kreiert wurde – nämlich der Oberbegriff „Burnout“…

Was allerdings in der heutigen Zeit in erschreckender Weise immer mehr zunimmt ist die rein emotionale Sensibilität, gepaart mit massiven Ängsten – bedingt durch chronischen schweren Stress und nicht verarbeitete Traumata - und die daraus resultierenden negativen Auswirkungen. Beispielsweise auf die Beziehungs- und Bindungsfähigkeit der jeweiligen Menschen.

Als ich 2008 angefangen habe mich auch beruflich mit Hochsensibilität zu beschäftigen und auseinanderzusetzen, war das im allgemeinen noch lange nicht so „populär“ wie das heute der Fall ist. Und diese rasante Entwicklung – teilweise zum völlig überteuerten und reinen Kommerz - kann einen schon erschrecken.

Denn da es meiner Erfahrung nach vielen Menschen sehr schwer fällt mit ihrer Hochsensibilität zurechtzukommen, sollte ihnen auch auf seriöse Weise geholfen werden, mit diesem Teil der Persönlichkeit ihr individuelles Leben positiv zu bereichern und zu gestalten.

Sehr viele hochsensible Menschen spüren es in ihrem gesamten Leben überdeutlich anders zu sein. Und fühlen sich aufgrund dessen sowieso schon fälschlicherweise minderwertiger als die nicht sensiblen. Wobei das nur eine rein subjektive Empfindung ist. Aber nach wie vor gibt es viele nicht sensible, die die besondere Sensibilität belächeln und nicht wirklich ernst nehmen. Und deswegen sollte nicht noch mit unhaltbaren Behauptungen die Unsicherheit der Betroffenen geschürt werden.

Mit einem neuartigen „Trend“ hat die Hochsensibilität nun wirklich nichts zu tun. Wie sonst lässt es sich erklären, dass man im Rückblick gesehen schon als kleines Kind gespürt hat dass man besonders sensibel und intensiv auf alles mögliche reagiert? Dass Eltern oder Großeltern ebenfalls hochsensibel sind oder waren? Nur gab es damals noch kein offizielles Wort dafür, wie es nach dem Buch von Elaine N. Aron 1997 plötzlich der Fall war. Was ja faktisch gesehen für sehr viele Hochsensible eine immense Erleichterung war und nach wie vor ist. Endlich einen Begriff und eine adäquate Erklärung für das eigene Anders-Sein gefunden zu haben.

Wird ein Mensch – aus welchen Gründen auch immer – von der Allgemeinheit erst einmal in eine bestimmte Schublade gesteckt, kommt er da im Normalfall erst gar nicht wieder raus. Dabei ist jeder Mensch in seiner Individualität einzigartig und besonders. Ob nun hochsensibel, emotional sensibel oder überhaupt nicht sensibel. Genau diese Vielfalt ist das faszinierende und interessante am Menschen. Wie langweilig und öde wäre unsere Welt, wenn wir alle gleich wären.

Es mag tatsächlich Menschen geben die sich hinter ihrer Hochsensibilität verstecken und sie als Ausrede für irgendwelche Dinge benutzen – aber dann muss schon wieder hinterfragt werden ob nicht ganz bestimmte Ängste oder eventuell ein nicht verarbeitetes Trauma, eine Persönlichkeitsstörung o. ä. dahinterstecken. Im Normalfall wird ein Mensch seine Hochsensibilität weder instrumentalisieren, noch sich dahinter verstecken. Es mag zwar Fälle geben in denen sich Menschen für hochsensibel halten, obwohl in Wahrheit etwas anderes – wie beispielsweise eine posttraumatische Belastungsstörung oder ähnliches - hinter ihrem intensiven Empfinden steckt, aber das dürften dann eher Ausnahmen sein.

Mit einem Trend der irgendwann wieder von der Bildfläche verschwindet, hat Hochsensibilität dennoch nichts zu tun.

Eine überaus interessante Frage ist doch, WARUM manche Menschen überhaupt auf die Idee kommen Hochsensibilität bzw. die Erforschung als solche, als einen vorübergehenden „Trend“ zu bezeichnen?!

Elaine N. Aron hat das Thema Hochsensibilität mit ihren Forschungen zwar in den Neunziger Jahren allgemein in die Öffentlichkeit gebracht – was auch tatsächlich dringend notwendig war (!) – aber bereits der Schweizer Psychologe Eduard Schweingruber hat 1935 (Neuauflage 1969) sein Buch veröffentlicht „Der sensible Mensch“. Und auch andere Personen haben sich bereits früher mit der besonderen Sensibilität bei einem Teil der Menschen beschäftigt. Wirklich entdeckt hat Elaine N. Aron Hochsensibilität somit nicht. Obwohl jedermann genau dies immer weiter kommuniziert. Und ihr Wissen und ihre Forschungen oftmals nur „kopiert“ und „eins zu eins“ weitergetragen wird, anstatt eigene Erfahrungen als hochsensibler Mensch und weitere (Er-) Forschungen dieses überaus faszinierenden und komplexen Themas für Beratungen und Coachings einzusetzen. Und sich zumindest als Fachkraft somit auch selbst intensiv mit diesem Thema in allen Zusammenhängen zu befassen.

Die weitere allgemeine Forschung steckt noch in den Kinderschuhen – wird aber doch stetig und kontinuierlich von den verschiedensten Fachkräften weitergeführt.

Und nach meiner eigenen Beobachtung und Forschung gibt es nicht nur Unterschiede zwischen Hochsensibilität und Hochsensitivität, sondern auch und vor allem zwischen der angeborenen, genetisch erworbenen Hoch- und rein emotionalen Sensibilität und der sich im Laufe des Lebens durch seelische Verletzungen bedingten emotionalen Sensibilität. Dieser ganze Themenkomplex mit all seinen Facetten und Zusammenhängen ist noch sehr viel vielfältiger und faszinierender als man gemeinhin denkt. Denn wenn man hinter diese Fassade sieht, steckt noch so viel mehr dahinter als „nur“ die reine Bedeutung der (Hoch-)Sensibilität. Von daher MUSS sogar kontinuierlich weiter daran geforscht und gearbeitet werden.

Nach meiner Ansicht aufgrund meines eigenen Erlebens als hochsensibler und hochsensitiver Mensch, sowie durch meine private und berufliche Erfahrung mit sehr vielen hochsensiblen und emotional sensiblen Menschen, könnte es sogar durchaus sein, dass Hochsensibilität in einigen Fällen auf nicht verarbeitete Traumata von Vorfahren zurückzuführen ist. Die unbewusst immer an die nächsten Generationen weitergegeben wurden.

Diese These ist überhaupt nicht abwegig. Denn wenn man die vielschichtigen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung mit den Merkmalen der Hochsensibilität vergleicht, kann man durchaus feststellen, dass hier sehr viele Übereinstimmungen vorliegen. Denn bei der Stress-Symptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung nimmt man ganz genauso sämtliche Reize ungefiltert in sich auf. Da der Körper in permanenter „Alarmbereitschaft“ und der Stresspegel in beiden Fällen – also auch bei Hochsensibilität – bei vielen Menschen ständig ganz enorm hoch ist. Chronisch überfordertes Cortisol spielt hier eine enorm große Rolle. Die subjektiv empfundene Wahrnehmungsfähigkeit bei posttraumatisch geprägten Menschen ist ebenso immens gesteigert, wie das bei hochsensiblen und hochsensitiven Personen der Fall ist.

Andererseits sind die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung so vielfältig und individuell, dass bei Verdacht im Einzelfall sehr genau die Fakten überprüft werden müssen.

Noch gibt es aber derzeit nur sehr vereinzelt Fachkräfte, die sich mit genau der These beschäftigen, dass Hochsensibilität zumindest bei einem Teil der sensiblen Menschen eigentlich eine verhaltensbedingt vererbte posttraumatische Belastungsstörung sein könnte.

Fakt ist in jedem Fall, dass viele sensible Menschen schwere seelische Verletzungen mit sich herumtragen. Und vielleicht sogar dazu bestimmt sind, in diesem Leben die Fäden der posttraumatischen Verletzungen ihrer Vorfahren endlich ganz bewusst zu durchtrennen. Und sich komplett innerlich zu heilen. Was ja im übrigen bei den Dualseelenbegegnungen sehr auffällig ist und oftmals genauso passiert.

Hochsensibilität ist demnach also so oder so ein Merkmal der Persönlichkeit. Denn angeboren ist eben angeboren. Vollkommen egal aus welchem Grund. Ob es nun genetisch bedingt oder durch posttraumatisches Verhalten von Generation zu Generation weitergegeben wird. Das könnte man jetzt hindrehen und wenden wie man will. Die Fakten sind jedenfalls gegeben.

Allerdings sehe ich allgemein eine Gefahr darin dass der Begriff Hochsensibilität von so manchem als „negativ“ behaftet und in dieser Form tatsächlich dann als „schlecht“ vermarktet wird. Nämlich insoweit, als dass die hochsensiblen Menschen dann mit einem Label bzw. einem Stigma versehen werden, was ja definitiv die völlig falsche Art und Weise ist Hochsensibilität zu begegnen und sich damit auseinanderzusetzen. Eigentlich ist das nur eine bequeme Art sich dieses Thema vom Hals zu halten und von sich zu schieben, wenn man nichts damit zu tun haben möchte. Und wenn man vor allem nicht an die Existenz der (Hoch-) Sensibilität glaubt.

Für die echten Hochsensiblen gilt aber in jedem Falle:

Um tatsächlich in sich selber ruhen zu können und sich mit sich selbst wirklich wohl zu fühlen, ist es wichtig, seine Hochsensibilität als das anzunehmen und zu sehen was sie ist:

Nämlich eine positive und wundervolle Bereicherung des eigenen Lebens und eine besondere Gabe. Wenn man das (noch) nicht kann, ist das nicht tragisch. Denn das lässt sich jederzeit Lernen und umsetzen. Es ist niemals zu spät dafür. Wenn man es schafft über seinen Schatten zu springen und den ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung zu machen ist das schon ein großer Fortschritt. Danach folgen die weiteren Schritte. Einer nach dem anderen. Und immer schön langsam. Überfordern sollte man sich dabei in keiner Weise.

Und letztendlich sollte man keinesfalls danach gehen was irgendwer als „neuartigen Trend“ bezeichnet und sich vor allem von solchen Aussagen nicht verrückt machen lassen. Sondern man sollte nach seinem eigenen Gefühl gehen und was sich für einen selbst als gut, passend und stimmig anfühlt. Dabei gibt es kein richtig oder falsch.

Wenn man immer auf sein Gefühl hört und nach seiner Intuition handelt, kann man hier nichts „falsch“ machen.    

                                                 © Iris Fischer – sensible-seele.net 


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Über die Autorin

Meine Beratung für sensible Menschen

Iris Fischer ist diplomierte systemische Therapeutin, Expertin für sensible Menschen, Expertin für Seelenpartner & Dualseelen und Autorin von fünf Büchern. Selbst hochsensibel und hochsensitiv berät, unterstützt und begleitet sie hochsensible Menschen seit 2008 darin, ihren ureigenen und individuellen Weg für sich zu finden. Sie inspiriert und motiviert und gibt die passenden Impulse. Dabei bleibt sie konsequent lösungsorientiert. Sie unterstützt ihre Klientinnen und Klienten mit sehr viel Herz, Humor und Verstand dabei, das innere Feuer in sich zu entdecken. Sich zu verwirklichen und zu entfalten und mit allen Facetten einfach authentisch zu SEIN.